Jugendsprache
"Nasenorgasmus", "verkloster", "KP" - bitte was?06.12.2012, 16:07 Uhr | rev, t-online.de, ddp
Viele Eltern fragen sich, wie sie mit der Jugendsprache ihrer pubertierenden Kinder umgehen sollen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Irgendwann müssen sich alle Eltern mit Jugendsprache auseinandersetzen. Möglicherweise verstehen sie ihren Nachwuchs nicht mehr oder ärgern sich über allzu freche Redewendungen. Umgekehrt machen sich Eltern vor ihren pubertierenden Kindern lächerlich, wenn sie versuchen, sich deren Vokabular anzueignen. Aber verstehen Erwachsene die Jugendlichen überhaupt immer? In unserem nicht ganz ernst gemeinten Vokabeltest können Sie Ihr Wissen unter Beweis stellen.
"Eltern sollten sich bewusst entscheiden, inwieweit sie sich auf die jugendliche 'Geheimsprache' einlassen wollen", sagt Jan-Uwe Rogge, bekannter Familienberater und Autor mehrerer Erziehungsratgeber. Dazu gehöre die Entscheidung, ob man selbst Worte wie "YOLO" ("You only live once") oder "Yalla" ("Beeil dich!") - die Spitzenreiter der Wahl zum Jugendwort 2012 - in sein Vokabular aufnehmen möchte. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn Eltern, die Jugendsprache benutzen, gelten bei den meisten Jugendlichen als "voll peinlich".
Viel häufiger gehe es aber darum, ob Eltern ihrem Nachwuchs erlauben sollten, bestimmte Wendungen im Familienkreis zu verwenden. Will man zum Beispiel am Mittagstisch den Satz "hey Alte, schmeiß mal die Kartoffeln rüber" hören? Oder Begriffe wie "Kackbratze" und die ganze Bandbreite der F-Wörter? "Hier sollte man klare Grenzen setzen", rät Rogge. Die Sprache sollte nicht nur allgemein verständlich sein, sondern dürfe auch keinesfalls andere Menschen kränken oder herabsetzen.
"Es ist jedoch sinnlos, eine Liste mit verbotenen Wörtern anzulegen, da es auf den Kontext des Gesagten ankommt", erläutert der Erziehungsberater. Jede Familie müsse daher ihre eigenen Sprechgewohnheiten überprüfen und eigene Grenzen finden. Hier sei auch das Vorbild der Eltern gefragt, betont Rogge. Denn nur wenn die Eltern selbst keine Begriffe benutzten, die andere Menschen oder bestimmte Berufsgruppen in irgendeiner Weise diskriminieren, könnten sie dies auch von ihrem Nachwuchs einfordern.
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