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Frühförderung  

Was brauchen Babys und Kleinkinder?

11.11.2008, 15:33 Uhr | sca, t-online.de

. Baby mit Doktorhut spielt an einem Notebook.

Welche Förderung brauchen Babys? (Foto: Imago)

"Ich beobachte mit Sorge bei immer mehr Eltern eine regelrechte Förderwut, weil sie Angst haben, ihrem Kind sonst die Zukunft zu verbauen." Im Interview mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ELTERN (12/2008) warnt der renommierte Hirnforscher Prof. Gerald Hüther davor, Babys und Kleinkinder zu überfordern.

Bei Druck hört der Spaß auf

Grundsätzlich sei nichts dagegen einzuwenden, ein Baby beispielsweise zum Englischkurs anzumelden. "Jedes Kind hat Freude daran, zusammen mit Mama oder Papa etwas zu unternehmen", so Prof. Hüther. "Schon mit acht Monaten finden es Babys spannend, englische Lieder zu hören oder zuzugucken, wie sich Kasperle und das Krokodil auf Englisch streiten. Und nebenbei hören sie noch Laute, die sie so aus der Muttersprache nicht kennen. Allerdings: Der Spaß hört schnell auf, wenn Kinder Druck spüren. Zum Beispiel den, dass die Eltern den Kurs aus Angst vor späteren Schulproblemen gebucht haben."

Babys suchen Reize selbst

Hüther rät Müttern und Vätern dazu, nicht von Babykurs zu Babykurs zu hechten, sondern sich selbst die Chance zu geben, ihr Kind erst einmal als kleine, einzigartige Persönlichkeit zu betrachten und zu schauen: Was sind seine individuellen Begabungen und Interessen? Was möchte es von sich aus gerne lernen? "Der Drang, Neues zu lernen, ist auch ohne Anregungen von außen von Beginn an da. Ein Baby sucht sich selbst die Reize, die sein Gehirn stimulieren, und seien es in den ersten Wochen die Sonnenstreifen an der Zimmerdecke. Unser Job als Eltern ist es, uns in Sachen Förderung von unserem Baby führen zu lassen! Es zeigt uns schon, ob es gerade neugierig ist und nach Anregungen sucht, ob es einfach nur Nähe braucht - oder schlicht in Ruhe gelassen werden will", so der Hirnforscher.

Kleinkinder: Wie viel Förderung ist sinnvoll?

Garantiert die frühe Förderung von Kindern ihren Erfolg im Leben? Reicht es, wenn die Kleinen Dinge tun, die ihnen Spaß machen - oder sollten sie am besten schon mit drei Jahren lesen, rechnen und Fremdsprachen erlernen? Im Interview mit der Zeitschrift ELTERN hat die Züricher Lernforscherin Prof. Elsbeth Stern überraschende und beruhigende Antworten zum Trendthema Frühförderung gegeben.

Keine Garantie für Erfolg und Glück

"Es ist ein großes Missverständnis, dass Frühförderung Kinder im späteren Leben quasi automatisch erfolgreich und glücklich werden lässt - denn das Gehirn ist kein Sparbuch, auf dem man einen Betrag X anlegt und irgendwann den Betrag Y herausbekommt", so die Expertin. "Die Kindheit soll auf das spätere Leben vorbereiten - aber niemand weiß doch, wie dieses Leben aussehen wird! Wichtig ist, dass Kinder den Lebens- und Arbeitsalltag ihrer unmittelbaren Umgebung kennenlernen. Deshalb gehört für mich zu einem guten Kindergarten nicht Chinesisch, sondern ein Besuch in einer Bäckerei oder Gärtnerei."

Genetisch bedingt

Insgesamt sollten Eltern ihren Einfluss auf die Begabung ihrer Kinder, auch durch Frühförderung, nicht überschätzen, sagt die Lernforscherin. "Hier spielen die Gene eine nicht unerhebliche Rolle. Um zu lernen, müssen Kinder Frustrationstoleranz aufbauen und verstehen, dass die Dinge im Leben selten so sind, wie man sie gern hätte. Dazu müssen sie viel selbstbestimmt spielen und in sich hineinhören, um herauszufinden, was sie wollen. Das klappt nicht, wenn sie von morgens bis abends beschult werden!" Eltern sollten genau überlegen, was sie ihrem Kind jenseits der staatlichen Angebote mitgeben wollen: "Und sie sollten schauen, dass dieses Besondere wirklich zu ihnen und ihrem Kind passt."

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