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Wenn der Sohn vor dem Rechner versumpft

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Online-Sucht  

Wenn der Sohn vor dem Rechner versumpft

13.11.2008, 16:31 Uhr | sca

Was bedeutet Online-Sucht? Was können Eltern von Online-Süchtigen tun? Mit dem Einzug von interaktiven Online-Spielen und Chats ist der Computer längst kein einsamer Ort mehr. Und anspruchsvolle Software stellt viele User über Monate vor Herausforderungen. Sich davon zu lösen und wieder "realen" Tätigkeiten zuzuwenden, gelingt manchen Menschen nur schwer. Sie sitzen tage- und nächtelang vor dem Bildschirm.

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Anhaltspunkte für eine Sucht

Die Grenzen, wann Online-Sucht beginnt, sind eher fließend und im Prinzip wohl nicht klar definierbar bzw. einzugrenzen. In extremem Fällen verbringen Süchtige durchschnittlich 35 bis 40 Stunden pro Woche im Netz, im Vergleich zu den vier bis zehn Stunden der üblichen Nutzer, die online vor allem nach Informationen suchten. "Betroffen sind vor allem junge Leute zwischen 14 und 20 Jahren. Es geht dabei zum Beispiel um Spiele, Chats oder das Spielen mit der eigenen Identität in einer virtuellen Welt", sagte Hintz, Psychologe am Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.



Andere Bedürfnisse werden vernachlässigt

Ein weiteres Indiz ist, dass Internetabhängige meist ihre normalen Lebensgewohnheiten und die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse wie Nahrungsaufnahme und Schlaf vernachlässigen, um mehr Zeit für die Suchtbefriedigung zu haben und noch mehr Zeit im Internet zu verbringen. Das liegt -wie bei anderen Süchten auch - oftmals an der sogenannten Toleranzbildung, die dazu führt, dass der Abhängige immer mehr Zeit im Netz verbringen muss, um sein Wohlbefinden zu erreichen. Es kommt zu einem Kontrollverlust, der Nutzer kann die Zeit im Internet nicht mehr kontrollieren und beschränken.

Ursachen der Sucht

Häufig ist die Sucht eine Folge von Problemen wie Angst vor sozialen Kontakten, fehlendem Selbstwertgefühl oder depressiven Neigungen. Im Extremfall kann die virtuelle Welt zu einem Ersatz für die sonst üblichen realen sozialen Kontakte werden. Manchmal steht auch ein pädagogisches Problem im Vordergrund, etwa die Abnabelung von den Eltern. Der PC werde dann als Druckmittel eingesetzt, so Merfert-Diete. Hilflos zusehen müssen Eltern der Expertin zufolge aber nicht, wenn Sohn oder Tochter nur noch hinter dem Bildschirm verschwinden.

Einfach den Stecker ziehen

Eltern sollten sich auf ihr Gefühl verlassen und Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen, wenn sie glauben, mit ihrem Kind stimme etwas nicht, empfiehlt die Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Hellhörig sollten Eltern werden, wenn sich ihr Kind für nichts anderes als den Computer mehr interessiert, sich kaum noch bewegt und von den Eltern zurückzieht. Das kann, muss aber nicht auf eine Sucht hinweisen. Eltern sollten die Verantwortung für ihre Kinder wahrnehmen und entscheiden, wie viel Zeit ihr Kind vor dem Computer sitzt. "Im Notfall kann man den Stecker ziehen." Diese Regeln werden am besten offen mit dem Kind besprochen - und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung gleich mitgenannt, so die Expertin.

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