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Standesbeamte gegen allzu skurrile Vornamen

18.11.2008, 10:59 Uhr

Es gibt einige allgemeine Regeln: Der Name oder zumindest ein zweiter ergänzender, muss das Geschlecht des Kindes erkennen lassen. Er darf kein Titel wie zum Beispiel "Prinzessin" sein, Orts- oder Markenname (wie "Escada") sein. Auch die Zahl der Es gibt einige allgemeine Regeln: Der Name oder zumindest ein zweiter ergänzender, muss das Geschlecht des Kindes erkennen lassen. Er darf kein Titel wie zum Beispiel "Prinzessin" sein, Orts- oder Markenname (wie "Escada") sein. Auch die Zahl der Vornamen ist begrenzt. Faustformel: Sieben "normale" Vornamen oder fünf selten gebrauchte sind laut Tryba erlaubt. Zuweilen müssen die Differenzen bei der Vornamensgebung vor Gericht gelöst werden. So wurde vor einigen Jahren entschieden, dass der Vorname "Frieden-Mit-Gott-Allein-Durch-Jesus-Christus" bei allem Respekt vor der Religiosität nicht geht.Vornamen ist begrenzt. Faustformel: Sieben "normale" Vornamen oder fünf selten gebrauchte sind laut Tryba erlaubt. Zuweilen müssen die Differenzen bei der Vornamensgebung vor Gericht gelöst werden. So wurde vor einigen Jahren entschieden, dass der Vorname "Frieden-Mit-Gott-Allein-Durch-Jesus-Christus" bei allem Respekt vor der Religiosität nicht geht.

Gerichtsverfahren um Vornamen

In Deutschland werden pro Jahr Dutzende Gerichtsverfahren im Streit um Vornamen geführt. Vom Amtsgericht aufwärts kann der Weg theoretisch bis in höchste Instanzen führen. Damit es nicht zum Äußersten kommt, appellierte der Präsident der Standesbeamten, Jürgen Büssow, an seine Kollegen: Sie müssen "viel Fingerspitzengefühl und umfassende Rechtskenntnisse haben", um befriedigende und abgesicherte Lösungen zu finden.

Promis sind sehr einfallsreich

Im Ausland wird bei den Vornamen liberaler verfahren. Das scheinen besonders Promis zu schätzen. Die Schauspieler Angelina Jolie und Brad Pitt entschieden sich beim ersten Töchterchen 2006 für Shiloh Nouvel. Im Juli 2008 erblickten die Zwillinge namens Vivienne Marcheline und Knox Léon das Licht der Welt. Popstar Madonna nannte eines ihrer Kinder Lourdes Maria. Michael Jackson nummerierte seine Söhne: Auf Prince Michael I. folgte Prince Michael II. Der Sohn von Tennis-Königin Steffi Graf heißt Jaden Gil, die Tochter Jaz. Der irische Musiker, Bob Geldorf, nannte seine Töchter Fifi Trixibelle, Peaches und Pixie.

Wer sorgt für Klarheit?

Hierzulande hilft die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden, wenn die Standesbeamten nicht weiter wissen. Die Wissenschaftler und Experten geben Auskünfte und erstellen Gutachten. "Unsere Beamten wissen manchmal schlichtweg nicht, ob der gewünschte Rufname nun männlich oder weiblich ist", sagt Tryba. Der Germanist und Namensforscher Müller schaut in zahlreiche Vornamensbücher und lange Listen der eigenen Dokumentation, in denen mehr als hunderttausend Namen verzeichnet sind. Müller und seine Kollegen können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. "Wir haben pro Jahr etwa 2000 Anfragen." Noch vor 15 Jahren wurden die Experten im Jahr nur einmal in 100 Fällen schriftlich zurate gezogen. Müller wünscht sich von den Standesbeamten, dass sie jeden eingetragenen Namen nach Wiesbaden melden - für den Aufbau einer Namensdatenbank. Die Datenbank hätte Vorteile. Dann würde es nicht mehr vorkommen, dass in der einen Stadt ein seltener Name akzeptiert wird und in der anderen nicht. "Wer weiß schon, dass 'Dior' nicht nur ein Markenname ist, der nicht akzeptiert würde, sondern auch ein albanischer Jungenname."

Strittige Beispiele

In Deutschland nicht zugelassene Vornamen: Borussia (wie der Namen eines Sportvereins), Cezanne (wie der französische Maler Paul Cézanne), Heydrich (wie der SS-Chef in der NS-Zeit), Lindbergh (wie der Nachname des Piloten und Fotografen), Grammophon (wie Schallplattenspieler), Pfefferminze (wie die Pflanze), Tom Tom (wie die Marke eines Navigationsgerätes), Verleihnix (wie der Name des Fischhändlers aus dem Comic Asterix), Woodstock (wie das Musikfestival). Zulässige Vornamen in Deutschland: Birkenfeld (männlich), Cosma-Shiva (weiblich), Dior (männlich und weiblich), Fanta (weiblich), Galaxina (weiblich), Lafayette (männlich), November (männlich und weiblich), Pumuckel (männlich), Windsbraut (weiblich).




(Quelle: dpa)


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