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Standesbeamte und ihr Kampf gegen allzu skurrile Vornamen

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Standesbeamte und ihr Kampf gegen allzu skurrile Vornamen

18.11.2008, 10:59 Uhr | mmh, dpa

Hierzulande hilft die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden, wenn die Standesbeamten nicht weiter wissen. Die Wissenschaftler und Experten geben Auskünfte und erstellen Gutachten. "Unsere Beamten wissen manchmal schlichtweg nicht, ob der gewünschte Rufname nun männlich oder weiblich ist", sagt Tryba. Der Germanist und Namensforscher Müller schaut in zahlreiche Vornamensbücher und lange Listen der eigenen Dokumentation, in denen mehr als hunderttausend Namen verzeichnet sind. Müller und seine Kollegen können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. "Wir haben pro Jahr etwa 2000 Anfragen." Noch vor 15 Jahren wurden die Experten im Jahr nur einmal in 100 Fällen schriftlich zurate gezogen. Müller wünscht sich von den Standesbeamten, dass sie jeden eingetragenen Namen nach Wiesbaden melden - für den Aufbau einer Namensdatenbank. Die Datenbank hätte Vorteile. Dann würde es nicht mehr vorkommen, dass in der einen Stadt ein seltener Name akzeptiert wird und in der anderen nicht. "Wer weiß schon, dass 'Dior' nicht nur ein Markenname ist, der nicht akzeptiert würde, sondern auch ein albanischer Jungenname."

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Strittige Beispiele

In Deutschland nicht zugelassene Vornamen: Borussia (wie der Namen eines Sportvereins), Cezanne (wie der französische Maler Paul Cézanne), Heydrich (wie der SS-Chef in der NS-Zeit), Lindbergh (wie der Nachname des Piloten und Fotografen), Grammophon (wie Schallplattenspieler), Pfefferminze (wie die Pflanze), Tom Tom (wie die Marke eines Navigationsgerätes), Verleihnix (wie der Name des Fischhändlers aus dem Comic Asterix), Woodstock (wie das Musikfestival). Zulässige Vornamen in Deutschland: Birkenfeld (männlich), Cosma-Shiva (weiblich), Dior (männlich und weiblich), Fanta (weiblich), Galaxina (weiblich), Lafayette (männlich), November (männlich und weiblich), Pumuckel (männlich), Windsbraut (weiblich).

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