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Sicheres Kinderspielzeug

19.11.2008, 16:59 Uhr

Ende letzten Jahres, kurz vor der Weihnachtszeit, kündigte der Bundesstaat Kalifornien eine Klage gegen 20 Hersteller von Kinderspielzeug an. In China produzierte Spielzeuge mussten millionenfach zurückgerufen werden, weil ein zu hoher Bleigehalt festgestellt wurde. Die Dimension des Vorfalls wirkt bis heute nach. Wie viel Sicherheit gibt es beim Kauf von Spielzeug in einer globalen Warenwelt?

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Stiftung Warentest
BrettspieleSpielen fördert die Familienbande

Strengere Informationspflicht wird gefordert

Bereits im Januar 2008 wurde daraufhin in den USA ein Gesetz (The Children´s Safe Product Act) eingebracht, das die Auszeichnungspflichten von Chemikalien, die Informationspflichten der Hersteller und den Schutz der Kinder im Besonderen vor Blei, Kadmium und Weichmachern in Kunststoffen verbessern sollte. Die EU hat ihrerseits Mitte 2007 die Registrierungspflichten für Chemikalien stark verschärft und den Produzenten und Händlern chemischer Stoffe eine Behörde gegenübergestellt, die die Überwachung der Stoffkreisläufe der Chemikalien auf den europäischen Märkten organisieren soll.

Die Welt gefahrlos begreifen

Kinder wollen und müssen die Welt im Wortsinn begreifen. Sie wollen ein Spielzeug mit allen Sinnen erfahren und entsprechend sicher sollten die mechanischen und stofflichen Eigenschaften des Produktes sein. In Deutschland haben sich mehrere Prüfsiegel und Institutionen etabliert, die den Käufern geprüfte Sicherheit versprechen. Der Ulmer Verein "Spiel Gut" (www.spielgut.de) bringt jährlich Quartalsberichte mit den Testergebnissen unterschiedlicher Spielzeuge heraus. Dort wird nicht nur die Sicherheitsprüfung nach EU-Normen zugrunde gelegt, sondern auch Kriterien wie Material, Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und die pädagogische Güte des Produktes.

Das europäische Prüfsiegel

Das äußere Kennzeichen gesetzlich verankerter Sicherheitsstandards nach EU-Norm ist das 1988 für Spielzeuge eingeführte CE-Zeichen. In den entsprechenden Richtlinien werden die physikalischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften für Produkte, die in der EU vertrieben werden dürfen, im Detail festgelegt. Die Kennung ist obligatorisch, wenn das Produkt unter die CE-Richtlinien der EU fällt. Faktisch, ist es eine Verpflichtungserklärung des Herstellers. Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass hier auch eine Prüfung vorausgegangen ist. Eine Prüfung ist nur dann verpflichtend, wenn eine entsprechende Richtlinie der EU dies auch vorsieht. Ob geprüft wurde, ist am Zeichen selbst nicht erkennbar.

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Spielwaren

Und in Deutschland?

Dies ist beim deutschen GS-Gütesiegel anders. Die "Geprüfte Sicherheit" (GS) wird von allen in Deutschland zugelassenen Zertifizierungsstellen vergeben. Der Hersteller unterzieht sich einer freiwilligen Prüfung, deren abschließendes Zertifikat für fünf Jahre gültig ist. Auch die gewerblichen Berufsgenossenschaften vergeben seit 1984 eigene Gütesiegel, zertifiziert durch eigene Prüfstellen. Das gut eingeführte TÜV-Siegel, ist ebenfalls mit einem hohen Vertrauensgrad besetzt und auf dem deutschen Markt fest etabliert.

Die aktuelle Sicherheitsdebatte

Absolute Sicherheit beim Spielzeug, ist, wie in allen anderen Lebensbereichen auch, nicht zu garantieren. Wenn Produzenten geltende Bestimmungen unterlaufen, kann das nur durch starke Kontrollen verhindert werden. Anfang des Jahres fand eine Anhörung der EU-Kommission zur Überarbeitung der nun mittlerweile 20 Jahre alten CE-Richtlinie für Kinderspielzeug statt. Im Fokus dabei, verschärfte Regelungen für Chemikalien: Ein Verbot von allergenen Duftstoffen, die Herabsetzung der Richtwerte für eine Reihe gefährlicher Substanzen wie Blei und Quecksilber und das Verbot von KEF-Stoffen (krebserregende, erbgut- und fortpflanzungsgefährdende Substanzen). Dabei wurde auch die faktische Abschaffung des GS-Gütesiegels in die Diskussion gebracht. Obligatorische Prüfungen durch Dritte sollen gänzlich entfallen. Dies würde bedeuten, dass verpflichtende Kontrollen weitgehend ausgeschlossen würden. Hiergegen regt sich Widerstand, nicht nur der Verbraucherschützer, sondern auch der deutschen Prüfgesellschaften.

Weltmarkt und Kontrolle

Da die Warenmärkte global agieren und Waren an den „verlängerten Werkbänken“ überall auf dem Globus hergestellt werden, lohnt sich ein Blick auf die großen Weltmärkte im Spielzeugsegment. Auf der Web-Page (www.healthytoys.org/product.searchbrand.php) finden sich eine Reihe von Testergebnissen etablierter Spielzeugmarken, die auch auf dem deutschen Markt vertrieben werden. Alphabetisch nach Markennamen geordnete Prüfdaten, erhoben von 13 amerikanischen Umweltorganisationen, werden hier zusammengefasst und kostenlos abrufbar.





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