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Geschichten statt Schokolade im Adventskalender

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Geschichten statt Schokolade im Adventskalender

04.12.2008, 14:36 Uhr | rev, ddp

Draußen wird es schon dunkel. Im Wohnzimmer hat der Vater eine Kerze angezündet, die warm und orangefarben leuchtet. Leonie nimmt sich ein Plätzchen, klettert auf Papas Schoß und macht es sich gemütlich. Sie ist schon sehr gespannt, wie die Geschichte von der Weihnachtsmaus heute weitergehen wird.

Weihnachtsbücher

Vorlesen fördert Sprachentwicklung

Vorlesezeit ist für Eltern und Kinder etwas ganz Besonderes. "Die behagliche Atmosphäre beim Vorlesen gibt Geborgenheit und schafft wichtige Gemeinsamkeiten im Familienleben", sagt Nina Kuhn von der Leseförderungsinitiative "Buchstart" in Hamburg. Vorlesen sei außerdem ein wichtiges Element der frühen Förderung: "Kinder, denen schon früh viel vorgelesen wird, lernen schneller sprechen und verfügen über einen deutlich größeren Wortschatz als andere Kinder", sagt Kuhn.

Die Fantasie wird angeregt

"Vorlesen vermittelt Kindern Bildung auf spielerische Weise", weiß auch Christine Kranz, Referentin für Leseförderung bei der Stiftung Lesen in Mainz. Nicht nur die Inhalte der vorgelesenen Texte, auch Wortschatz und Satzbau seien wichtige Grundlagen für die Sprachentwicklung und spätere Lesefähigkeit der Kleinen. Beim Zuhören würden zudem Fantasie und Kreativität gefördert. "Zu den Geschichten entwickeln Kinder in ihrem Kopf automatisch eigene Bilder. Diese Vorstellungskraft ist später sehr wichtig, um beispielsweise abstrakte Lerninhalte zu begreifen", sagt Kranz.

Spielerisches Lernen

Sie rät Eltern daher, mit ihren Kindern schon von klein auf Bücher zu betrachten und daraus vorzulesen. "Auch wenn kleine Kinder noch nicht sprechen können, sollte man so viel wie möglich mit ihnen reden. Beim Betrachten von Bilderbüchern kann man zum Beispiel wortreich beschreiben, was dort zu sehen ist", sagt Kranz. Um die Kleinsten spielerisch an Sprache und Bücher heranzuführen, eigneten sich auch Lieder und Kinderreime.

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Adventskalender zum Lesen

"In der Vorweihnachtszeit kann man Vorlesen als Ritual für die ganze Familie einführen", sagt Kranz. Es gebe diverse Bücher, die wie Adventskalender aufgebaut seien (wie zum "Der große Weihnachtsklau" von Wolfram Hänel oder "Unglaubliche Weihnachten" von Renus Berbig): "Statt Schokolade findet man in diesen Adventskalendern jeden Tag eine Geschichte oder ein Kapitel. Abends setzt man sich dann zusammen, zündet die Kerzen am Adventskranz an und liest vor." Schön sei auch, einen kleinen Fundus an Weihnachtsbüchern anzuschaffen, die alljährlich nur zur Adventszeit hervorgeholt werden dürften. Diese könne man dann gemeinsam lesen und sich so auf die Weihnachtszeit einstimmen. "Auch beim Plätzchenbacken kann man gemeinsam mit den Kindern weihnachtliche Hörbücher hören.

Oft auch Sachbücher geeignet

Bei der Auswahl der Vorlesetexte sollten Eltern sich nicht so sehr an ihrem eigenen Geschmack orientieren, sondern auch auf die Wünsche ihrer Zuhörer eingehen. "Besonders die Jungen lieben zum Beispiel auch Sachbücher und Lexika", sagt Kranz. Ein reich bebildertes Dinosaurier-Buch oder auch das "Guinness Buch der Rekorde" könnten Märchen und Abenteuergeschichten durchaus Konkurrenz machen.

Für kleine Kinder kleine Geschichten

Kuhn rät Eltern, für kleine Kinder anfangs eher kurze Geschichten auszuwählen, die man auch zu Ende lesen kann. "Später, wenn das Kind sich schon besser konzentriert, kann man dann auch mal eine Geschichte in mehreren Etappen lesen."

Die richtige Atmosphäre schaffen

Wichtig sei, aus dem Vorlesen ein kuscheliges Ritual zu machen. "Für die Lesezeit sollte man eine schöne Atmosphäre mit Kissen, Decken und einer gemütlichen Lichtquelle schaffen", sagt Nina Kuhn. Eine Leseecke, ein gemütlicher Sessel oder das Bett eigneten sich beispielsweise als behagliche Vorlese-Orte. Damit der kleine Zuhörer mit in das Buch schauen könne, sitze er am besten auf dem Schoß: "Später wird das Kind mit dem Lesen immer diese schöne Situation und die positiven Gefühle verbinden."

Individuell auf das Kind eingehen

Beim Vorlesen sollte man nicht immer nur starr ins Buch schauen. "Das Beste ist eine Mischung aus Vorlesen und dem Erzählen in eigenen Worten", sagt Christine Kranz. Beim Erzählen könne man mehr auf das Kind und seine individuellen Voraussetzungen eingehen. Beim Vorlesen hingegen lerne das Kind ein größeres Spektrum an Wörtern und Satzkonstruktionen kennen.

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Spielerische Elemente

Kinder sind aktive Zuhörer. Sie blättern mitten in der Geschichte auf die letzte Seite um oder entdecken plötzlich auf einer Illustration einen besonders interessanten Weihnachtswichtel. "Unterbrechungen gehören zum Vorlesen dazu. Es ist wichtig, dass man sich auf Zwischenfragen des Kindes einlässt und sich die Zeit nimmt, seinem Interesse nachzugehen", sagt Nina Kuhn. Um die Erzählung etwas abzuwandeln, könne man auch spielerische Elemente einsetzen: "Kinder lieben es, mit Handpuppen oder anderen Figuren Geschichten nachzuspielen."

Richtige Lektürewahl

Vorlesen ist nicht nur etwas für kleine Kinder. "Leider hören Eltern mit dem Vorlesen oft auf, sobald ihre Kinder selbst lesen gelernt haben", sagt Kranz. Dabei hinke das Leseverständnis von Kindern ihrem Hörverständnis meist ein ganzes Stück hinterher. Bücher, die sie selbst lesen können, seien deshalb oft zu langweilig für die Leseanfänger: "Grundschulkindern sollte man daher auch weiterhin Vorlesestunden gönnen."

Nicht unter Druck setzen

"Es ist wichtig, dass Eltern sich und ihr Kind nicht unter Druck setzen", sagt Kuhn. Manche Kinder interessierten sich trotz aller Anregungen nicht sehr für Bücher. "Vielleicht beschäftigen sie sich viel lieber mit Zeitungen, Zeitschriften oder Comics - das muss man einfach ausprobieren und flexibel sein", rät die Expertin.


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