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Klimawandel: Mobilität ist für Jugend wichtiger als Klimaschutz

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Klimaschutz  

Statussymbol Auto: Jugend pfeift auf Klimaschutz

05.12.2008, 17:48 Uhr | rev; ots

Auto, Handy: Für junge Leute zählen andere Werte als Umweltschutz.Auto, Handy: Für junge Leute zählen andere Werte als Umweltschutz. (Bild: Archiv)Jugendliche wissen zwar, dass sich Autofahren negativ auf den Klimawandel auswirkt, würden jedoch selbst lieber das Auto als öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Zu diesem Schluss kam Tilly Line von der University of the West of England, als sie den Zusammenhang zwischen Umweltbewusstsein und Transportmittelwahl bei Schülern zwischen elf und 18 Jahren untersuchte. Ein Grund dafür könnte im Schulunterricht liegen. "Stichproben haben gezeigt, dass die Problematik des Klimawandels in der Schule zu wenig thematisiert wird", sagt Barbara Höller vom Forum Umweltbildung im pressetext-Interview.

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Führerschein: "Ein Meilenstein des Lebens"

"Jugendlichen sind bei der Wahl des Transportmittels Werte wie Identität, Selbstbild und soziale Anerkennung viel wichtiger als die Umwelt", erklärt Line die Bevorzugung des Autos gegenüber dem öffentlichen Verkehr. Gestützt wird das durch Aussagen der Untersuchung. Die britischen Jugendlichen gaben an, der Führerschein sei ein "Meilenstein des Lebens, den jeder mit 17 Jahren erreicht". Sie bezeichneten das Auto als "soziales Statussymbol" und deuteten auf die Wichtigkeit, Freunde chauffieren zu können. Dieselben Jugendlichen beschrieben ihr Gefühl, sich selbst dem Klimawandel machtlos ausgeliefert zu fühlen. "Sie empfinden den Klimawandel als etwas, das man erst in ferner Zukunft zu spüren bekommen wird, und glauben, dass sie als Einzelpersonen nichts bewirken können", so Line.

Eine Verschiebung der Motive ist notwendig

Wolle die Politik die öffentliche Abhängigkeit vom Auto verringern und alternative Transportmittel fördern, so dürfe sie laut Line die Werte und Haltungen der Jugendlichen nicht übersehen. Die Studienautorin fordert sanfte Methoden, die auf die sozio-psychologische Motive der Transportwahl anspricht. "Es wäre besser, das Radfahren als 'cool' und als Zeichen von Erfolg zu bewerben, als nur dessen Vorzüge für die Umwelt zu thematisieren", so Line. Dabei hätten sich jedoch selbst motorisierte Jugendlichen als sehr aufgeschlossen gegenüber strengeren politischen Vorgaben gezeigt, die Druck in Richtung mehr Unabhängigkeit vom Autoverkehr erzeugen. "Scheinbar würde solches Vorgehen den Leuten den Eindruck geben, dass sie den Klimawandel gemeinsam in Angriff nehmen können, da sich jeder gleich zu verhalten hätte", folgert Line.

Bewusstseinswandel erforderlich

Barbara Höller vom Forum Umweltbildung fordert in diesem Zusammenhang eine bessere Vermittlung klimarelevanter Themen durch interdisziplinäre Vorgehensweisen im Schulunterricht. "Zur Zeit werden Klimathemen vorwiegend im Geografieunterricht behandelt, dessen Lehrer angesichts übervoller Lehrpläne schon stöhnen. Doch man kann den Klimawandel in allen naturwissenschaftlichen und auch sprachlichen Fächern thematisieren." Die vorherrschende Form des Frontalunterrichts hält Höller für die Vermittlung schlecht geeignet. "Bildung für nachhaltige Entwicklung muss die Schüler aktivieren und Selbsttätigkeit erlauben." Ziel dieser Bildung sei der Bewusstseinswandel, der den Schritt vom Wissen zum Handeln erst ermögliche. "Dafür braucht es ein Lernen mit Hirn, Hand und Herz", so die Umweltpädagogin.

Alle Beteiligten müssen sensibilisiert werden - auch Eltern

Mehrere Projekte versuchen, diese Bewusstseinsveränderung bei Schülern wie auch bei deren Umfeld zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist das aktuell laufende Projekt Schulisches Mobilitätsmanagement. "Verschiedene Aspekte der Mobilität sollen hier angesprochen werden - die Auswirkung einer Fortbewegungsart auf das Klima, der Gesundheitsaspekt der Bewegung wie auch die soziale Mobilität", berichtet Höller. Um Sensibilisierung zu erreichen, wird zunächst die Form der Anreise zur Schule von Schülern, Eltern und Lehrern erhoben. In einem weiteren Schritt analysiert ein Verkehrsplaner gemeinsam mit den Schülern, welche Stellen des Schulweges Angst bereiten oder welche anderen Hindernisse es für das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr oder Fahrrad gibt. Auch die Polizei wird eingebunden. "Ziel ist es, die Empathie aller Beteiligten zu erreichen", betont Höller abschließend.

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