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Deutschland bei Frühförderung nur Mittelmaß

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UNICEF-Studie  

Deutschland bei Frühförderung nur Mittelmaß

12.12.2008, 10:34 Uhr | dpa, AFP

Eine UNICEF-Studie gibt Deutschland bei der Frühförderung schlechte Noten (Quelle: imago)Eine UNICEF-Studie gibt Deutschland bei der Frühförderung schlechte Noten (Quelle: imago)

In Deutschland besteht bei der Betreuung und Förderung von Kleinkindern noch erheblicher Nachholbedarf. Nach einer am Donnerstag vorgestellten Studie des UN-Kinderhilfswerks UNICEF erfüllt die Bundesrepublik nur fünf von zehn Mindeststandards für Kinder bis zu sechs Jahren. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich nur Mittelmaß und liegt deutlich hinter Spitzenreiter Schweden.

Beklagt wird vor allem die Kinderarmut, die mit 16 Prozent zu hoch sei. Auch müssten Erzieher besser ausgebildet und bezahlt werden.

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Ministerin ist "wenig überrascht"

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete das Abschneiden als "wenig überraschend". Deutschland müsse "unbedingt" bei der Betreuung von kleinen Kindern und der Qualifizierung von Tagesmüttern und Erziehern besser werden, sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post".

Zehn Mindeststandards

Für die Studie stellte UNICEF zehn Mindeststandards auf, die zur bestmöglichen Betreuung und Förderung der Kleinsten vorhanden sein sollten. Dazu zählen unter anderem ein Jahr Elternzeit nach der Geburt bei mindestens 50 Prozent des Einkommens, ein ausreichendes Betreuungsangebot für unter Dreijährige und eine Kinderarmutsrate von unter zehn Prozent.

Musterland Schweden

Im internationalen Vergleich erfüllt nur Schweden alle zehn Kriterien. Neben Schweden liegen die anderen skandinavischen Staaten sowie Frankreich vorne. Deutschland erreicht auch nach Einführung des Elterngeldes maximal fünf Kriterien. Schlusslichter sind Australien, Kanada und Irland.

Benachteiligte Familien nehmen Angebote nicht wahr

In einer ergänzenden Untersuchung wird außerdem kritisiert, dass gerade Kinder armer Eltern und aus Einwandererfamilien häufig die Betreuungsangebote nicht wahrnehmen. Dabei seien sie besonders auf frühe Förderung angewiesen, um später in der Schule nicht abgehängt zu werden, sagte Bildungsforscherin Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Um diese Kinder und ihre Familien zu erreichen, seien spezielle Angebote notwendig. "Diese Familien müssen besser eingebunden werden", so Spieß.


Große Unterschiede zwischen Bundesländern

Die Studie verweist auch auf Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Ostdeutschland besucht im Schnitt mindestens jedes dritte Kind unter drei Jahren eine Kindertagesstätte. Im Bundesschnitt ist es aber nur jedes zehnte Kind. Auch innerhalb der Bundesländer werde die Betreuung nicht überall gleich stark genutzt. In einigen Kreisen Thüringens seien etwa 27 Prozent der Kinder in einer Kita, in anderen 51 Prozent. In Baden-Württemberg gebe es Schwankungen zwischen zwei und 23 Prozent.

Erzieher zu schlecht bezahlt

Kritisch wird zudem die vergleichsweise geringe Bezahlung von Erzieherinnen und Erziehern bewertet. Obwohl die frühe Förderung von kleinen Kindern so wichtig sei, erhielten sie deutlich weniger Geld als Lehrer. Bei den Ausgaben für Kinderbetreuung und Frühförderung für Kinder bis zu sechs Jahren erreicht Deutschland der Studie zufolge nicht den geforderten Mindeststandard von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Anteil liegt nur bei 0,4 Prozent.

Zu wenig Geld für Frühförderung

Insgesamt gebe Deutschland zwar mit drei Prozent des BIP überdurchschnittlich viel Geld für Familien aus. Davon werde aber zu wenig in die Kinderbetreuung und Frühförderung investiert, kritisierte UNICEF.

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