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Weihnachten  

Was macht Weihnachten für Kinder wertvoll?

12.12.2008, 18:26 Uhr | mmh, dpa

Was macht Weihnachten für Kinder wertvoll?. Kindern ist Weihnachten wertvoll.

Kindern ist Weihnachten wertvoll.(Foto: Archiv)

Zwei Euro weniger werden deutsche Eltern dieses Jahr für die Geschenke ausgeben. Aber es wird immer noch üppig sein, für rund 300 Euro erhält jedes Kind in Deutschland Geschenke. Große Kinder teurere, kleinere günstigere. Die Geschenke stehen für die Kinder im Vordergrund. Aber auch andere Dinge sind wertvoll und gehören dazu, alle Jahre wieder.

Wunschzettel an das Christkind

Leon steht mit weit offenem Mund vor dem Schaufenster. Fast so weit, wie das Maul des Spielzeug-Krokodils, das der Fünfjährige gerade bewundert. Das nämlich wünscht er sich zu Weihnachten und eine Ritterburg und einen Fußball und dass es schneit, und und und ... Gut, dass er schon lange seinen Wunschzettel gemeinsam mit seiner Mama gemalt hat und an das Christkind geschickt hat. Er weiß nämlich, wo das Christkind wohnt. Dessen Briefkasten hängt an der Himmelspforte. Letztes Jahr hat das Christkind 257.000 Briefe und Wunschzettel erhalten, die alle im Weihnachtspostamt in PLZ 16798 Himmelpfort eingetroffen sind. Himmelpfort ist eine von sieben Weihnachtspostfilialen in Deutschland. Und dort beantworten ein Weihnachtsmann und 20 Engel die Briefe der Kinder, in 16 verschiedenen Sprachen.

Eine kuschelige Zeit?

Leon weiß viel über Weihnachten. Seine Familie macht es sich in der Weihnachtszeit ganz gemütlich. Abends wird oft eine Kerze angezündet, sie singen ein Adventlied und lesen Weihnachtsbücher, lustige und nachdenkliche, und sie backen Plätzchen. Aber das ist selten geworden. „Für die meisten Kinder bedeutet Weihnachten: Geschenke bekommen. Der Konsum steht in den Familien im Vordergrund“, erzählt eine Grundschullehrerin. „Die wenigsten Kinder kennen den Sinn von Weihnachten, auch die nicht, die den Religionsunterricht besuchen“, hat eine andere Lehrerin beobachtet. Ihre Kollegin hilft sich mit Symbolen: „Wir schenken uns Licht“, das ist für meine erste Klasse die Weihnachtsbotschaft, das Licht steht für Geborgenheit, Hoffnung und Liebe“, denn die Kinder kommen aus völlig verschiedenen Kulturkreisen, ihre Familien pflegen unterschiedlichste Lebensstile und gehören unterschiedlichen Religionen an. Oder gar keiner Religion. Die Studentin Laura, 22, erzählt: „Ich bin nicht getauft, meine Eltern aus der Kirche ausgetreten, aber an Weihnachten gehen wir immer gemeinsam zur Kirche, um Bekannte und Freunde zu treffen. Das gehört dazu, für mich ist Weihnachten ein Fest der Freunde und Familie.“

Einen gemeinsamen Nenner finden

Zurück zu Leon: Er ist gespannt, was hinter dem 24. Türchen seines Adventkalenders ist, das ist ja viel größer als die anderen. Auch er freut sich ganz besonders auf die Geschenke unter dem schön geschmückten Tannenbaum. Mama hilft dem Christkind, das kann ja schließlich nicht alles schleppen. Er war auch schon mal in einer Kirche am Heiligen Abend. Die Lieder kannte er aus dem Kindergarten. Sein Freund Mehmet geht nicht in die Kirche, aber Geschenke kriegt er auch, nicht ganz so viele. "Man kommt daran nicht vorbei, auch wenn es für uns kein Weihnachtsfest gibt", erzählt Mehmets Mutter bei der Weihnachtsfeier des Fußballvereins den anderen Eltern, sie selbst kommt aus der Türkei. Die Erzieherin hat erzählt, dass nicht alle Menschen Weihnachten feiern, dass das mit der Religion zu tun hat. Aber geschmückt ist doch überall? Das wollte sich Leon von der Erzieherin noch erklären lassen, ob das Christkind nicht doch zu allen Kindern kommt. Amelie, seine Freundin von gegenüber feiert sogar zweimal Bescherung, da ist er fast ein bisschen neidisch, denn es gibt natürlich auch zweimal Geschenke. Das ist so, seit sich ihre Eltern getrennt haben.

Auch an Weihnachten wird gearbeitet

Andere müssen aus anderen Gründen getrennt feiern: Svenjas Papa ist Arzt und muss an Weihnachten auf die Kranken in der Klinik aufpassen. Kevins Papa muss als Polizist dafür sorgen, dass keiner die Weihnachtsgeschenke klaut. Und die Feuerwehrleute müssen manchen Brand löschen, wenn einer der 24 Millionen Tannenbäume in Deutschland in Flammen aufgeht, was leider immer wieder passiert. Deshalb passt Leon immer ganz fest auf, wenn er die Kerzen am Adventskranz anzündet. Das ist natürlich doof, wenn man Weihnachten arbeiten muss, aber es gibt wohl auch andere Gründe, warum man das Fest nicht mag: Malte, der 14-jährige Bruder seines Freundes ist stinkig an Weihnachten, er muss nämlich unbedingt Gansbraten essen, obwohl er überhaupt kein Fleisch mag, sein Papa auch nicht und der streitet dann immer mit dem Opa. Dabei bekommt er doch ganz tolle Geschenke, obwohl er behauptet, Weihnachten gibt es gar nicht und schon gar kein Christkind, die Playstation hätte sein Papa im Internet gekauft. Das kann nicht sein, denkt sich Leon, schließlich kennt er doch die Geschichten aus der Wichtelwerkstatt. Jeden Abend liest er sie mit seinen Eltern.

Weihnachts-Aktionen für andere

Damit das Christkind auch wirklich für alle Kinder Geschenke hat, haben er und seine Eltern gespendet, in einem großen Kaufhaus, das die Wünsche armer Kinder gesammelt hat und sie haben einen Schuhkarton mit Spielsachen gepackt, „Weihnachten im Schuhkarton" hat seine Mama das genannt, das bringen die Weihnachtsboten zu anderen Kindern. Seine Eltern waren ganz erschrocken, als sie in der Zeitung lasen, wie viel Geld an Weihnachten ausgegeben wird: 68 Milliarden Euro. So viel Geld gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für Weihnachtsgeschenke aus. Dieses Jahr - so ergab eine Umfrage - erhält jedes Kind Geschenke im Wert von 306 Euro, durchschnittlich, jüngere Kinder günstigere, ältere Kinder teurere. Das ist viel mehr als in seiner Sparbüchse Platz hätte, denkt Leon. Aber an den 16.000 Tonnen Schokolade hatte er auch einen Anteil, mit seinem Adventskalender und dem Schoko-Nikolaus.

Alternative Rituale

Aber so eine Reise, wie sie die Nachbarn machen, kostet bestimmt auch eine Menge. Die ganze Familie schenkt sich gegenseitig eine Reise in die Karibik, sonst nichts. Sie haben auch keinen Tannenbaum, denn dort gibt es nur Palmen. Sie wollen dem Weihnachtsrummel entgehen, sagten sie. Leon mag den Rummel. Zum Beispiel das hölzerne Karussell auf dem Weihnachtsmarkt, mit den Pferdchen und dem Leierkastenmann. Die gebrannten Mandeln, die heißen Maronen, die vielen Lichter. Wie kann jemand das eigentlich nicht mögen? Maximilian feiert mit seinen Eltern ganz anders. Sie haben ganz viele Tannenbäume, sie feiern nämlich jedes Jahr im Wald. Die Waldweihnacht. Sie füttern die Tiere, machen ein Lagerfeuer, singen Weihnachtslieder und erzählen Weihnachtsgeschichten. Sogar der Nikolaus kam einmal im Hundeschlitten und hat Geschenke gebracht. Das muss schön sein.


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