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Auslandserfahrung: Nach dem Abi Gutes tun mit "Weltwärts"

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Auslandserfahrung  

Nach dem Abi Gutes tun

23.01.2009, 16:08 Uhr | mmh, dpa

Auslandserfahrung: Nach dem Abi Gutes tun mit "Weltwärts". Die Welt steht offen.

Die Welt steht offen. (Bild: imago)

Mit dem Schulabschluss in der Tasche haben, wollen viele erstmal weg: Raus aus dem Alltagstrott mit Schule, Hobbys, Eltern. Einige machen dann ausgedehnte Interrail-Touren oder suchen sich ein Praktikum in einer anderen Stadt. Andere gehen ins Ausland und arbeiten in Sozial- oder Ökoprojekten mit, um Land und Leute kennenzulernen. Mit dem Programm "Weltwärts" des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ist das deutlich einfacher geworden: Es bietet jungen Freiwilligen die Gelegenheit, in Entwicklungsländern ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Vor einem Jahr wurde "Weltwärts" ins Leben gerufen - mehr als 2100 Freiwillige haben seitdem an dem Programm teilgenommen. Es wären wohl noch mehr, wenn es ausreichend Plätze gäbe. "Wir haben viel mehr Bewerber, als wir vermitteln können", sagt Andrea Schwieger Hiepko vom ICJA Freiwilligenaustausch weltweit in Berlin. Ihre Organisation entsendet Helfer beispielsweise zu Waisenhäusern in Nigeria oder nach Costa Rica, wo sie mit Drogenabhängigen oder sozial benachteiligten Jugendlichen arbeiten.

Wer kann teilnehmen?

Das Projekt "Weltwärts" richtet sich nach Angaben des BMZ an 18- bis 28-jährige Deutsche, die entweder einen Haupt- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder das Abitur haben. Sie sollten die Sprache des Gastlandes sprechen. "Grundkenntnisse reichen", sagt Michael Pahl vom Verein "AFS - Interkulturelle Begegnungen" in Hamburg. "Man sollte sich im Alltag verständigen können."  Wichtig sei vor allem, dass die Teilnehmer offen für neue Kulturen und andere Menschen sind, sagt Pahl. Denn nur so fänden sie sich in einer fremden Kultur zurecht. Außerdem müssten sie bereit sein, sich aktiv in die Projekte einzubringen. Von den Bewerbern wird erwartet, dass sie sich bereits in irgendeiner Form sozial engagiert haben - etwa im Sportverein oder in der Schule.

Mindestens sechs Monate

Mindestens sechs Monate sollte man sich Zeit nehmen, in vielen Projekten wird sogar eine zwölfmonatige Teilnahme verlangt. Männer, die statt Zivildienst einen Freiwilligendienst mit "Weltwärts" leisten wollen, müssen mindestens elf Monate mitarbeiten.

Ersatz für Zivildienst

Die Teilnehmer müssen für den Freiwilligendienst nichts zahlen, für die Auswahltreffen können laut BMZ aber Kosten anfallen. Von den Freiwilligen wird erwartet, dass sie sich bereits vor der Ausreise für ihr Projekt einsetzen und zum Beispiel über einen Unterstützerkreis Spenden sammeln. Am Ort erhalten sie ein Taschengeld von 100 Euro im Monat. Unfall-, Haftpflicht- und Auslandskrankenversicherung werden bezahlt.

Wie bewirbt man sich?

Ihre Bewerbung richten Interessierte direkt an die Entsendeorganisation. Sechs bis neun Monate Vorlauf sollten sie einplanen, sagt Pahl: "Bei uns gibt es keinen Bewerbungsschluss. Aber die Plätze werden nach Eingang vergeben. Und irgendwann sind sie voll." ICJA entsendet im Januar und im August oder September Teilnehmer. "Für 2009 sind alle Plätze weg. Für 2010 kann man sich aber noch bewerben", sagt Schwieger Hiepko. Bei ICJA müssen Interessierte umfangreiche Bewerbungsunterlagen ausfüllen, in denen sie unter anderem ihre Motivation schildern. Offene Fragen werden am Telefon besprochen. "Da wir mehr Bewerber als Plätze haben, versuchen wir die Besten für ein Projekt zu finden." Bei AFS gibt es Informationstage mit Einzel- und Gruppengesprächen.

Gut vorbereitet zum Einsatz

Zu den Auslandszeiten kommen noch Vorbereitungs-, Begleit- und Nachbereitungstage. Dort bekommen die Teilnehmer laut Michael Pahl Informationen zu den Projekten, zum Land und zur Kultur. Aber auch das Thema Entwicklungshilfe wird diskutiert. Bei ICJA beginnt der Auslandsaufenthalt mit einem Sprachkurs. 

Breite Palette: Von Sport bis Menschenrechte

Die Palette reicht dem BMZ zufolge von Projekten in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Nothilfe und Umweltschutz über Menschenrechte, Demokratieförderung und Sport. Häufig sind die Teilnehmer in der Kinder- und Jugendbetreuung eingesetzt, sagt Schwieger Hiepko. Manche Einsätze verlangen bestimmte Kenntnisse, können dafür aber als Fortbildung genutzt werden. "Etwa, wenn man als Assistant Teacher arbeitet und Englisch unterrichtet", sagt Pahl. Das ist für angehende Lehrer interessant.

Direkter Kontakt in Gastfamilien

Die Freiwilligen wohnen in den Projekten mit anderen internationalen Helfern oder - und das gilt für die Mehrheit - in Gastfamilien. "Das ist die beste Variante, weil man direkten Kontakt ins Land bekommt", sagt Schwieger Hiepko. Unterkunft und Verpflegung werden bezahlt.


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