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Emotionale Intelligenz: Wie hoch ist der EQ Ihres Kindes?

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Emotionale Intelligenz  

Wie hoch ist der EQ Ihres Kindes?

23.05.2013, 17:22 Uhr | rev; ots, dapd, t-online.de

Emotionale Intelligenz: Wie hoch ist der EQ Ihres Kindes?. Emotionale Intelligenz: Schon früh sollte im emotionalen Austausch mit den Eltern die emotionale Intelligenz des Kindes gefördert werden. (Quelle: imago)

Schon früh sollte im emotionalen Austausch mit den Eltern die emotionale Intelligenz des Kindes gefördert werden. (Quelle: imago)

Sie führen schlaue Gespräche - zugleich kaspern sie herum wie Kinder. Bei Jugendlichen hinkt die emotionale Entwicklung offenbar der intellektuellen hinterher. Psychologen der Temple Universität (USA) gingen diesem Phänomen nun wissenschaftlich nach und konnten es in Tests mit 1000 Probanden im Alter zwischen 10 und 30 Jahren auch belegen, berichtet die "Apotheken Umschau". Während die Entwicklung der Intelligenz oft schon mit 16 Jahren abgeschlossen war, dauerte die Reifung der Gefühle bei Frauen wie auch bei Männern länger. Die Wissenschaftler zogen daraus den Schluss, die Jugendlichen hätten zwar die intellektuellen Voraussetzungen für überlegte Entscheidungen. Oft fehle es ihnen aber an sozialer und emotionaler Reife, um ihr impulsives Verhalten zu kontrollieren.

EQ wichtiger als IQ?

Mit seinem Buch "Emotionale Intelligenz" prägte der amerikanische Psychologe Daniel Goleman 1995 einen neuen Begriff: Neben dem IQ (Intelligenz-Quotient) war nun auch der so genannte EQ (Emotionaler Quotient) von Bedeutung. Lange galt der IQ als Maßstab für Erfolg. Wie sich jedoch herausstellte, ist der EQ noch viel ausschlaggebender. Er umfasst so unterschiedliche Fähigkeiten und Kompetenzen wie unter anderem Mitgefühl, Kommunikationsfähigkeit, Menschlichkeit, Taktgefühl oder Höflichkeit. Und er spielt bereits in der Kindheit eine wichtige Rolle.

Emotionale Intelligenz bezieht sich auf andere und sich selbst

Die Emotionale Intelligenz entscheidet darüber, inwieweit Kinder Beziehungen zu anderen Menschen gestalten und selbst erleben können. Es geht dabei also um den Umgang mit sich selbst wie auch um den mit anderen. Zum einen beschreibt emotionale Intelligenz, wie bestimmte Ereignisse emotional selbst verarbeitet und wie persönliche Gefühle nach außen zum Ausdruck gebracht werden. Zum anderen geht es darum, wie Menschen auf andere reagieren - zum Beispiel wie feinfühlig und aufmerksam ein Kind sich gegenüber emotionalen Regungen des anderen verhält.

Ein hoher EQ ist wichtig für den Schulerfolg

Schon für den Schulerfolg ist emotionale Kompetenz wichtig. Kinder, die mit ihren Gefühlen gut umgehen können, haben meist weniger Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen zu Gleichaltrigen. Hingegen fehlen solchen Kindern, die eher wenig Verständnis für das Gefühlsleben anderer entgegenbringen können, schnell die Bezugspersonen. Oft haben sie niemanden in ihrem Alter, der ihnen helfen kann, ihnen etwas ausleihen kann oder mit dem sie lernen könnten. Auch beteiligen sich Schüler mit wenig entwickeltem EQ schlechter im Unterricht: Kinder, deren Beziehungen zu Mitschülern angespannt sind, haben oft auch keine gute Lehrer-Kind-Beziehung. Laut der Psychologin Professor Maria von Salisch führe die Ablehnung der Mitschüler dazu, dass die betroffenen Kinder sich häufig einsam fühlen und ungern zur Schule gehen. Darunter leiden entsprechend die schulischen Leistungen.

Emotionale Intelligenz lässt sich früh trainieren

Deshalb ist es wichtig, dass schon im Vorschulalter die emotionale Intelligenz von Kindern gefördert wird. Dazu gehört unter anderem, dass Kinder lernen, ihre eigenen Gefühle in den Griff zu bekommen, ihre Aufregung zumindest teilweise zu kontrollieren und bei Einwänden oder Kritik anderer ruhig zu bleiben. Schon im Kindergarten kann es helfen, wenn Kinder möglichst oft Gelegenheit bekommen, über ihre Gefühle zu reden. Auf diese Weise trainieren Kinder nicht nur die Wahrnehmung eigener Gefühle, sondern auch Empathie, also die Fähigkeit sich in andere einzufühlen.

Emotionaler Austausch mit den Eltern

Emotionale Intelligenz entwickelt sich vor allem im kommunikativen Austausch mit den Eltern oder auch anderen Bezugspersonen wie Geschwistern, Spielkameraden und Großeltern. "Es ist enorm wichtig, auf Gefühlsäußerungen von Kindern angemessen zu reagieren. Denn um eine Vorstellung von sich selbst zu bekommen, braucht ein Kind die Spiegelung seiner Emotionen", erläutert die Verhaltensbiologin Gabriele Haug-Schnabel. Speziell in ungewohnten Situationen versichern sich Kinder bei ihren Bezugspersonen, wie sie reagieren sollen. Fällt beispielsweise ein Kind beim Spielen hin, blickt es zu seinen Eltern: Schauen diese besorgt und verängstigt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Kind zu weinen beginnt. Bleiben die Eltern aber ruhig und gelassen, steht das Kind vermutlich gleich wieder auf und tobt weiter herum. Später können außerdem - zum Beispiel im Kindergarten - auch Rollenspiele helfen, die emotionale Intelligenz auszubilden. Spielerisch können Kinder so üben, Gefühle am Gesicht, an der Stimme oder der Körperhaltung des anderen zu deuten.

Mutter-Kind-Beziehung hat entscheidenden Einfluss auf die emotionale Intelligenz

Wie Mütter und ihre Sprösslinge im Kindergartenalter miteinander umgehen, beeinflusst einer früheren US-Studie zufolge sogar grundlegend, wie die Kinder im späteren Alter das Verhalten ihrer Mitmenschen interpretieren. Ist die Beziehung vertrauensvoll, so gehen die Kinder im Grundschulalter engere Freundschaften ein. "Das Vorschulalter ist eine interessante Phase, denn das schnell wachsende Sprachvermögen ermöglicht es Eltern und Kindern, neue Erfahrungen zu teilen", sagt Untersuchungsleiterin Nancy McElwain von der Universität von Illinois. Besonders wichtig für das spätere Leben ist der Austausch des Nachwuchses mit der Mutter, wie die Studie an mehr als 1000 Kindern zeigt.

Offener Umgang mit Gefühlen fördert die emotionale Intelligenz

Die Forscher beobachteten die Interaktion, als die Kinder drei Jahre alt waren. Später untersuchten sie die Kleinen im Alter von vier oder fünf Jahren sowie in der ersten und in der dritten Klasse. "Wir fanden mehrere Wege, wie die Mutter-Kind-Beziehung die Qualität späterer Freundschaften beeinflusst", sagt McElwain. Jene Kinder, die mit drei Jahren eine sichere Mutterbindung hatten, sprachen im Alter von vier und fünf Jahren mit ihren Müttern offener über Gefühle. Und im Grundschulalter bewerteten sie das Verhalten Gleichaltriger differenziert. Sollten sie sich etwa vorstellen, ein anderer Schüler werfe ihnen einen Ball in den Rücken, so vermuteten sie dahinter nicht unbedingt böse Absicht. In der dritten Klasse bildeten diese Kinder dann engere Freundschaften. Die Forscher vermuten in der Zeitschrift "Child Development", dass ein offener Umgang mit den eigenen Gefühlen und insbesondere mit negativen Emotionen die soziale Kompetenz und die emotionale Intelligenz der Kinder stärkt. Dies fördere die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen.

Intellektuelle Entwicklung verläuft schneller als die emotionale

Grundsätzlich gilt jedoch, dass die emotionale Entwicklung weniger schnell voranschreitet wie die intellektuelle. Das fanden in einer neueren amerikanischen Studie mit 1000 Probanden im Alter zwischen 10 und 30 Jahren nun Psychologen der Temple Universität heraus. Nach dieser Untersuchung ist die Entwicklung der Intelligenz oft mit bereits 16 Jahren abgeschlossen, die soziale und emotionale Reifung jedoch noch nicht. Um allerdings überlegte Entscheidungen zu treffen und beherrscht zu handeln, ist gerade jene emotionale Intelligenz notwendig.

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