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Scheidungskinder: "Der unsichtbare Vater"

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Trennungskinder  

Scheidungskinder: "Der unsichtbare Vater"

27.02.2009, 10:34 Uhr | mmh, dpa

Kinderoper nach einem Buch von Amelie Fried. (Bild: dpa)Kinderoper nach einem Buch von Amelie Fried. (Bild: dpa) Die Bestsellerautorin Amelie Fried hat in ihrem Kinderbuch "Der unsichtbare Vater" die Probleme von Scheidungskindern beschrieben. Jetzt wird das Buch in Stuttgart als Kinderoper erstmals auf die Bühne gebracht. Fried, die vom Mai 2009 an die ZDF-Nachfolgesendung von Elke Heidenreichs "Lesen!" moderiert, erklärt in einem Interview, wie sie auf das Thema kam, welche Rolle Scheidungseltern spielen und dass Opern nicht ihr Business sind. Sie sagt: Kinder sind Sache von Männern und Frauen und Arbeitgebern und dem ganzen Rest der Gesellschaft.


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Woher stammt der Stoff Ihres Buches "Der unsichtbare Vater"? Haben Sie Trennung und Scheidung selbst erlebt?
Mir selbst ist als Kind so etwas glücklicherweise erspart geblieben und ich bin zuversichtlich, dass mein Mann und ich es auch unseren Kindern werden ersparen können. Aber in meinem unmittelbaren Umfeld gab es zu der Zeit, als das Buch entstand, viele Trennungen.

Sind viele Scheidungseltern Egoisten, für die das Kindeswohl zweitrangig ist?
Ich habe erlebt, dass Paare sich anständig getrennt haben und dabei sehr stark an ihre Kinder gedacht haben. Ich habe auch andere Fälle erlebt. Ich würde das nicht verallgemeinern wollen. Ehrlich gesagt: Mir ging es in meinem Buch auch nicht darum, das Verhalten von irgendjemandem moralisch zu bewerten. Ich habe einfach versucht, eine Geschichte zu erzählen aus der Perspektive eines Kindes - und in diesem Fall verhält sich eben die Mutter so, wie sie sich verhält, und der Vater so, wie er sich eben verhält. Ich glaube, die Situation nach einer Trennung ist sehr schwer und viele Erwachsene machen es nur so gut, wie sie es eben können.

Werden Scheidungskinder denn gesetzlich genug geschützt? Sehen Sie da Handlungsbedarf?
Das können Sie gesetzlich nicht regeln. Manche Erwachsene sind nicht in der Lage, das Wohl des Kindes an die erste Stelle zu setzen. Ich bedaure das sehr, aber es steht mir nicht zu, das zu beurteilen

Nach Jahren des Rückgangs steigt seit 2007 wieder die Zahl der Geburten in Deutschland. Was glauben Sie, warum ist das so?
Dafür gibt es wohl mehrere Gründe. Mag schon sein, dass diese zwei Monate Väterzeit eine gewisse Rolle spielen. Darauf würde ich mich jetzt aber nicht so verlassen. Ich glaube, dass sich in der Generation der jungen Männer ein Bewusstseinswandel vollzogen hat, dass es schön ist, Vater zu sein, dass es auch nicht unmännlich ist, wenn man der Familie zuliebe mal auf das eine oder andere verzichtet. Auch die Arbeitgeber mussten in den vergangenen Jahren Stück für Stück erkennen, dass sie über die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter nicht einfach hinweggehen können. Junge Männer möchten einfach mehr für ihre Familie da sein. Wenn sich das in die Richtung weiterentwickelt, würde mich das freuen. Das läuft einfach nicht mehr, dass man sagt, Kinder sind Frauensache. Kinder sind Sache von Männern und Frauen und Arbeitgebern und dem ganzen Rest der Gesellschaft.

Haben Sie einen Einblick in die Opernproduktion "Der unsichtbare Vater" gewinnen können?
Ich habe mit der Komponistin vor einiger Zeit telefoniert, und die hat mir am Telefon schon mal Proben von der Musik vorgespielt. Das klang sehr vielversprechend. Ich weiß sonst nicht genau, was mich erwartet, bin aber sehr neugierig und gespannt.

Können Sie sich vorstellen, dass weitere Bücher von Ihnen vertont und auf die Bühne gebracht werden - und Sie vielleicht auch selber den Anstoß dazu geben und dabei mitwirken könnten?
Also, meistens läuft es so, dass jemand kommt und etwas machen möchte - so war es auch beim "Unsichtbaren Vater". Ich werde mich da jetzt sicherlich nicht reinhängen und versuchen, jedes meiner Bücher als Oper vertonen zu lassen. Ich verstehe davon auch zu wenig; das ist nicht mein Business. Es gab ja auch schon andere Umsetzungen. Mein Buch "Hat Opa einen Anzug an?" wurde zum Beispiel als Puppentheaterstück in Freiburg und anderswo gespielt. Da gibt es immer mal künstlerische Umsetzungen. Wenn die mir einen guten und seriösen Eindruck machen, gestatte ich das auch.

Einige Ihrer Romane sind ja auch fürs Fernsehen verfilmt worden. Stehen Sie da mit am Set und achten darauf, dass der Geist Ihres Buches nicht verloren geht?
Um Gottes willen. Erstens glaube ich, dass sich das Team da herzlich bedanken würde. Und ich glaube auch, das steht mir nicht zu. Wenn ein Autor aus meiner Romanvorlage ein Drehbuch schreibt, dann ist das eine eigene künstlerische Leistung, und wenn dann ein Regisseur kommt und daraus einen Film macht mit Schauspielern, dann ist das wieder eine eigenständige künstlerische Leistung. Natürlich achte ich darauf, dass der Geist meiner Geschichte in dieser Umsetzung erhalten bleibt, aber ich würde mich da nie ins Tagesgeschäft einmischen. Ich denke, dass sich meine Romanstoffe mehr für eine Verfilmung eignen als für ein Opernlibretto. Jetzt als Nächstes macht ja Veronica Ferres die Verfilmung von "Rosannas Tochter". Sie spielt die Hauptrolle. Im April soll gedreht werden und da bin ich natürlich sehr gespannt.


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