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Alkohol-Prävention  

Jugendliche als Alkohol-Testkäufer

05.03.2009, 18:10 Uhr | mmh, dpa

Bisher war es zu einfach für Jugendliche illegal Alkohol an der Tankstelle zu bekommen. (Bild: Imago)Bisher war es zu einfach für Jugendliche illegal Alkohol an der Tankstelle zu bekommen. (Bild: Imago)Im Kampf gegen illegalen Alkoholverkauf an Jugendliche werden immer mehr junge Leute als Testkäufer eingesetzt. Bundes- familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) war noch 2007 mit solchen Plänen gescheitert. In anderen Ländern wie der Schweiz, Schweden oder in Großbritannien werden die Probekäufer schon seit längerem mit Erfolg eingesetzt. Eine andere Präventionsmaßnahme sind Schulungen von Tankstellenmitarbeitern, die immer noch häufig Alkohol an Jugendliche verkaufen. Eine Selbstverpflichtungserklärung der Pächter unterstützt dies.

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Zusammenarbeit von Städten und Polizei

Vor allem in Niedersachsen haben sich viele Städte mit der Polizei zusammengetan und schicken Jugendliche zum gezielten Alkoholkauf. Das Innenministerium gab im Herbst des vergangenen Jahres den Anstoß dazu. In allen großen Städten wie Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Göttingen und Osnabrück gab es schon mehrfach Testkäufe. In einem Großteil der Versuche (oft 60 bis 70 Prozent) war es für die Jugendlichen kein Problem, an Alkohol zu kommen. Die Polizei und der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderten mehrfach, die Testkäufer überall einzusetzen. In Bremen sollen nach einem früheren Versuch erneut Tester losgeschickt werden. Vereinzelt wurde das Modell auch in Nordrhein-Westfalen genutzt.

Tests als Ausnahme

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen in Deutschland überhaupt keinen Alkohol kaufen, Hochprozentiges gibt es erst ab 18 Jahren. Kritiker sagen, die Jugendlichen würden durch die Testkäufe zu illegalem Handeln angestiftet. Unter bestimmten Voraussetzungen sind die Tests trotzdem möglich. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing (SPD) nennt Begleitung der Jugendlichen durch Beamte, die Schulung der Testkäufer und ein Mindestalter der Tester von 15 Jahren.

Strengere Alterskontrolle an Tankstellen

Viele Jugendliche starten bereits im Vollrausch in die Disco-Nacht. Bei immer mehr Minderjährigen enden die Exzesse im Krankenhaus. Die Tankstellen in Deutschland wollen den Alkohol-Hahn jetzt zudrehen. Ausweiskontrollen sollen bei jugendlich aussehenden Kunden zur Gewohnheit werden. Ab Jahresende sollen Jugendliche in den Shops dann auch nicht mehr billig Hochprozentiges kaufen können. Mit dieser Selbstverpflichtung wollen die Tankstellenverbände Verkaufsverboten zuvorkommen.

Tanke billiger als Disco

Grölende Jungen und Mädchen, zerschlagene Flaschen und Erbrochenes sind vor allem am Wochenende Alltag zwischen Brennpunkt-Tankstellen deutscher Städte und Nachtlokalen. "Zwischen 22 und 24 Uhr wird Alkohol an Tankstellen gekauft, weil er billiger als in der Disco ist", räumt der Chef des Bundesverbands mittelständischer Mineralölunternehmen, Gerd Deisenhofer, freimütig ein. Beim "Vorglühen" vor der eigentlichen Fete zählt das Mitmachen.

Vorbildcharakter der Pächter

Die Tankstellen sind nicht die einzigen Bezugsquellen. Bei der Vorstellung des neuen Aktionsplans der Verbände ist viel vom Vorbildcharakter für den gesamten Handel die Rede. Doch der Druck soll steigen.

Krasse Fälle nehmen zu

In Berlin gabelte die Polizei kürzlich im Verlauf einer Nacht fünf 15-Jährige auf - so sturzbetrunken, dass sie nicht mehr gehen konnten. Ein Mädchen lag reglos auf dem Bürgersteig. Mehr als 23.000 unter 20-Jährige werden inzwischen im Jahr mit Alkoholvergiftung in die Klinik gebracht. Ohne den einfachen Griff zum Alkohol würden viele mit dem massiven Trinken gar nicht erst anfangen, sagen Suchtexperten und Verhaltenspsychologen. Wegen der Gefahren für die Jugend und wachsender Kriminalität von Betrunkenen soll in Baden-Württemberg nachts an Tankstellen, Bahnhofskiosken und Supermärkten bald gar kein Alkohol mehr verkauft werden dürfen.

Versprechen mit Hintergedanken

Deisenhofer gibt zu, dass die Branchenversprechen für mehr Jugendschutz nicht ohne Hintergedanken kommen. "Wenn wir das nicht schaffen, muss der Gesetzgeber handeln", warnt er. Die Pächter sollen also ihr Personal schulen und die Regeln bekanntmachen, nach denen es für unter 16-Jährige gar keinen Alkohol gibt und bis zum Alter von 18 Jahren keinen Schnaps. Kassierer, die nachts allein in der Tankstelle sind, müssten lernen, standfest zu bleiben, wenn sich 17-Jährige vor ihnen aufbauen und Wodka verlangen.

Laschheit vorgeworfen

Kassen, die beim Einscannen von Hochprozentigem piepsen, und weniger verkaufte Flaschen führen zu Kosten und Einbußen. Getränke machen rund ein Drittel des Bruttoverdiensts in den Tankstellen-Shops aus. Krankenkassen rechnen gegen: Allein 15 Millionen Euro koste die Behandlung bewusstlos betrunkener Jugendlicher im Krankenhaus pro Jahr - von den Folgekosten und dem Leid bei Abhängigkeit und Krankheit ganz zu schweigen. Suchtexperten, Grüne und Kinderschützer werfen der Bundesregierung Laschheit vor. Selbstverpflichtungen brächten wenig, meinen sie. Und selbst die Drogenbeauftragte der Unionsfraktion, Maria Eichhorn (CSU), meint: "Da Autofahren und Alkoholkonsum nicht zusammengehören, sollte über eine generelle Beschränkung des Alkoholverkaufs an Tankstellen nachgedacht werden."

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