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Autorin Nöstlinger: Kinderliteratur hat heute einen schweren Stand

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Kinderliteratur  

Kinderliteratur hat schweren Stand

13.03.2009, 10:56 Uhr | mmh, dpa

Autorin Nöstlinger: Welt erklären und Kinder schlauer machen.Autorin Nöstlinger: Welt erklären und Kinder schlauer machen. (Bild: Imago) Die Kinder- und Jugendliteratur hat nach Ansicht der Schriftstellerin Christine Nöstlinger heute einen schwereren Stand als vor 30 oder 40 Jahren. "Weil es den Verlagen heute auch schlechter geht", sagte die 72-jährige Österreicherin. "Früher konnten Kinderbuchverleger noch viel mehr riskieren als heute - viel kleinere Auflagen produzieren und sich weniger darum scheren, ob ein Buch gut verkauft wird", erklärte die Autorin von Romanen wie "Wir pfeifen auf den Gurkenkönig" oder der "Gretchen Sackmeier"-Trilogie.

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Andere gesellschaftliche Situation

"Außerdem war die gesellschaftliche Situation eine andere." Nach 1968 habe man sich viel mehr Gedanken über die Erziehung von Kindern gemacht. "Da war viel mehr möglich. Heute gilt als gutes Kinderbuch das Buch, das am meisten verkauft wird. Es fragt ja kaum jemand mehr, was steht in dem Buch überhaupt drin. Die Devise lautet: Was Kindern gefällt und was sie gern lesen, ist ein gutes Buch", kritisierte Nöstlinger, die bereits mehr als 100 Romane für Kinder und Jugendliche geschrieben hat.


Kinder galten als Zukunftshoffnung

"Kinder galten vor 30 oder 40 Jahren als Zukunftshoffnung. Wenn ich mir heute im Fernsehen Diskussionen anschaue, dann höre ich nur, wie furchtbar die Kinder sind und wie man mit ihnen zurecht kommt", so die Autorin, deren jüngstes Werk der kulinarische Krimi "Pudding-Pauli rührt um" für Kinder ab zehn Jahren ist.

Kinder haben immer noch die gleichen Probleme

Kinder hätten heute immer noch die gleichen Probleme wie früher: "Eltern, Schule und Beziehungen zu anderen Kindern. Aber da hat sich natürlich einiges verändert", sagte Nöstlinger. "In gutbürgerlichen Familien - falls es das noch gibt - mit einem gewissen Bildungsniveau hat sich sicher für die Kinder sehr viel zum Besseren hin verändert: Es herrscht ein freundschaftlicheres und toleranteres Verhältnis der Eltern zu den Kindern. Natürlich werden Kinder dieser Schichten auch viel mehr am Einkommen der Eltern beteiligt als früher", sagte die Schriftstellerin, die zwei Enkel im Alter von zehn und 13 Jahren hat.

Ärmere Schichten: Situation verschlechtert

In ärmeren Schichten dagegen habe sich für die Kinder "allerhand zum Schlechten hin verändert", erklärte die Autorin. "Teilweise gibt es eine Hilflosigkeit der Eltern, wie mit Kindern überhaupt umzugehen ist. Kinder sitzen acht Stunden am Tag vor dem Computer oder dem Fernseher und die Eltern finden eigentlich nicht viel dabei und wissen auch gar nicht, wie sie die Kinder davon wegbringen sollten."

Es war nicht alles besser, aber klarer

Sie sage nicht, dass früher alles besser gewesen sei. "Aber es waren klarere Verhältnisse und die Kinder haben ein bisschen mehr Struktur und Regeln im Zusammenleben gehabt, an die sie sich halten konnten oder auch nicht. Es gibt heute, glaube ich, viele Familien, in denen es diese Regeln gar nicht mehr gibt." Mehr Struktur im Alltag bedeute jedoch nicht mehr Strenge und Autorität, erklärte Nöstlinger. "Autorität ist so ein Wort - ich mag auch den Begriff Erziehung nicht. Aber wir wissen ja inzwischen längst, dass es eine Kinderbetreuung oder Kinderbegleitung auf dem Weg zum Erwachsenwerden ohne Autorität nicht gibt. Denn jeder Erwachsene stellt für ein Kind eine Autorität dar. Wenn die Autorität ein positives Vorbild ist, dann ist das sehr gut. Wenn die Autorität nur irgendetwas Böses ist, das Gebote und Verbote setzt, dann ist sie nichts wert", sagte Nöstlinger.

Welt erklären und Kinder schlauer machen

"Ich versuche, den Kindern ein Stück von der Welt zu erklären und sie vielleicht ein bisschen schlauer zu machen." Ans Aufhören denkt die 72-Jährige noch lange nicht. "Arbeiten will ich, solange ich kann, solange mein Hirn mitspielt." Zurzeit schreibt Nöstlinger am zweiten Band der "Pudding-Pauli"-Krimireihe.

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