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Erziehung: die richtigen Konsequenzen

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Erziehung  

Klare Konsequenzen sind sinnvoller als strenge Strafen

05.11.2016, 16:17 Uhr | dpa

Erziehung: die richtigen Konsequenzen. Wie viel Konsequenz benötigt gute Erziehung?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie viel Konsequenz benötigt gute Erziehung? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Anziehen, Aufräumen, Zähneputzen oder Hausaufgaben –  wenn die Kinder keine Lust haben, versuchen Eltern, sie mit Belohnung oder Androhung von Strafen zum erwünschten Verhalten zu bewegen. Erziehungsexperten raten stattdessen zu liebevoller, aber absoluter Konsequenz. 

"Strafen sind oft etwas sehr Willkürliches. Eltern verhängen Sanktionen meist in einem höchst emotionalen Zustand, die Strafen sind unangemessen und haben nichts mit der Tat an sich zu tun", beobachtet die renommierte Psychotherapeutin Gudrun Halbrock aus Hamburg. Sie hat in ihrer Praxis viele Jahren mit Eltern und Kindern gearbeitet.

"Wer bestraft wird, entwickelt selber Wut und wird kaum sein Fehlverhalten einstellen." Wenn er dies doch macht, dann nur, um der Bestrafung zu entgehen und nicht aus Einsicht. Die aber ist Voraussetzung, um ein bestimmtes Verhalten zu ändern.

Konsequenzen müssen unmittelbar folgen

Kindern Grenzen aufzuzeigen, klappt am besten mit klaren und kurzen Anweisungen. Eltern sollten diese nur einmal wiederholen - und dann handeln. Wirft ein Kind beispielsweise mit Spielzeug herum, können Mutter oder Vater sagen: "Du sollst mit dem Spielzeug nicht werfen." Wenn es nach erneuter Aufforderung nicht damit aufhört, sollten Eltern eingreifen und dem Kind das Spielzeug wegnehmen.

Sie können das zum Beispiel so erklären: "Ich habe dir ja gesagt, du sollst das Spielzeug nicht werfen. Ich nehme es dir jetzt weg und gebe es dir in ein paar Minuten wieder", erläutert Imke Anne Hirdes, Diplompsychologin in Hamburg. Ganz wichtig sei, dass die Konsequenz in einem logischen Zusammenhang mit dem Fehlverhalten steht. Drohen Eltern ihrem Kind in dem beschriebenen Fall mit Fernsehverbot, verstehen Kinder diese Verknüpfung oft nicht. 

"Eine Konsequenz ist eine logische Folge, die sich aus dem Verhalten des Kindes ergibt", sagt Christine Falk-Frühbrodt, Pädagogische Leiterin des Instituts für integratives Lernen und Weiterbildung in Teltow. Ein Beispiel: Das Kind trödelt bei den Hausaufgaben - und hat deshalb an diesem Tag keine Zeit mehr, sich mit Freunden zu treffen. Kommt ein Kind auch nach mehrfacher Aufforderung nicht oder zu spät zu Tisch, muss es das Essen eben kalt essen oder bis zur nächsten Mahlzeit warten.

Grenzen geben auch Sicherheit

Eltern fällt es oft schwer, Grenzen zu setzen. Dabei ist dies ein Ausdruck von Fürsorge. Sinnvolle Beschränkungen geben Kindern Sicherheit und Orientierung, auch wenn sie vom Kind womöglich als Strafe empfunden werden, weiß Falk-Frühbrodt. Sie hat einen Tipp für Eltern: 

"Wer sagt 'Weil du die Hausaufgaben so endlos in die Länge gezogen hast, musst du jetzt zu Hause bleiben' und seine Worte mit einem anklagenden Tonfall und Gesichtsausdruck verstärkt, wird auf den Wutanfall des Kindes nicht lange warten müssen." Besser sei ein ehrlich gemeintes "Schade! Jetzt ist es so spät geworden, dass du keine Zeit mehr für deine Freunde hast."

Erziehungsexperten raten Eltern, stets deutlich zu machen, dass sich die Konsequenzen nur auf ein bestimmtes Verhalten des Kindes, nie aber auf seine Person beziehen. 

Regeln in der Familie aufstellen

Die Experten sind sich darin einig, dass Konsequenzen zuvor angekündigt werden müssen. Voraussetzung hierfür sei, dass den Kindern bestimmte Regeln und Grenzen bekannt sind. Eine gute Methode ist der "Familienrat". Mit Kindern ab etwa vier Jahren können Eltern schon eine Menge Regeln gemeinsam festlegen. Eltern sollten dabei aber nicht jedes Detail diskutieren, sondern auch klare Ansagen machen.

Lob allein reicht nicht 

Eine Erziehung, die ausschließlich auf Lob setzt, halten die Expertinnen für illusorisch. Es sei normal, dass Kinder Grenzen testen. Kinder müssen auch Rücksicht und Gemeinschaftsgefühl lernen. Dazu sind  sowohl positive als auch negative Rückmeldungen unerlässlich. 

Merken Eltern, dass sie mit ihren Sanktionen über das Ziel hinausgeschossen sind, sollten sie dies eingestehen und sich bei den Kindern entschuldigen. "Viele Eltern denken, sie machten sich damit unglaubwürdig", sagt Gudrun Halbrock, "aber das hat überhaupt nichts mit Inkonsequenz zu tun. Kinder sollen ja lernen, Verantwortung für Fehler zu übernehmen. Und das tun sie immer noch am besten am Modell der Eltern."

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