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Triple P – liebend gern erziehen

06.04.2009, 12:11 Uhr | Simone Blass

. Gewalt in der Erziehung out?

Gewalt in der Erziehung out? (Bild: Imago)

Triple P steht für Positive Parenting Program. Es handelt sich dabei um einen der wenigen Elternkurse, deren Erfolg wissenschaftlich belegt ist. Kurz gesagt geht es darum, eine liebevolle Beziehung zu den Kindern aufzubauen und zu erhalten und damit auch ihre Entwicklung zu fördern, Den Eltern werden dazu Mittel an die Hand gegeben, mit schwierigen Situationen konstruktiv und nicht verletzend umzugehen. Der Schwerpunkt aber liegt hier auf der Prävention.

Liebe ist die beste Basis

Kinder erziehen ist definitiv nicht einfach. Und es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, auf die die meisten Eltern nicht vorbereitet waren und in die sie hineinwachsen. Die Liebe zu ihren Kindern leitet sie dabei meist sehr gut an. Beste Voraussetzungen, um mit Triple P seine Kompetenzen noch zu stärken und eventuell aufkommendes Problemverhalten bereits im Keim zu ersticken.

Elterlichen Stress reduzieren

Ziel von Triple P ist es, eine gute Eltern-Kind-Beziehung zu fördern und elterlichen Stress zu reduzieren. Denn Kinder, die viel Zuwendung und eine positive Erziehung erfahren, können ein gutes Selbstbild aufbauen, ihre Fähigkeiten optimal entwickeln und selbstständig werden. Davon war Prof. Dr. Kurt Hahlweg von der Universität Braunschweig überzeugt, als er Triple P Ende der 90er Jahre in Deutschland einführte. Entstanden ist das Programm in langjähriger Forschung an der australischen Universität Queensland, entwickelt von dem Verhaltenstherapeuten und Professor für klinische Psychologie Matthew Sanders und seinen Mitarbeitern.

Darauf basiert Triple P

Kinder brauchen eine Umgebung, in der sie sich sicher bewegen können, in der sie Anreize finden und die ihnen Möglichkeiten zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten bietet. Das ist eine der Hauptgrundlagen für das Positive Parenting Program. Hinzu kommen eine anregende Lernatmosphäre, in der die Kinder durch die Eltern ermutigt werden, etwas selbst auszuprobieren, konsequentes Verhalten, das vorhersehbar ist und realistische Erwartungen an das Kind und an sich selbst. Was auch beinhaltet, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse nicht immer hinten anstellen dürfen. Denn nur ausgeglichene Eltern können auch gelassen reagieren.

Fallen im Erziehungsalltag erkennen

Letztendlich geht es darum, positives Verhalten zu stärken und Eskalationsfallen oder zufällige Belohnung von unerwünschtem Verhalten zu vermeiden. Viele Eltern ignorieren es z.B. unbewusst, wenn sich ihr Kind angemessen verhält, statt es dafür zu loben. Das Problem, das daraus entsteht, ist, dass das Kind lernt, nur dann wirklich beachtet zu werden, wenn es sich unangemessen verhält. Negative Aufmerksamkeit ist ihm aber lieber als gar keine. Um solche kleinen Fallen des Alltags auch zu erkennen, wird im Rahmen des Triple P-Programms erst einmal empfohlen, ein Verhaltenstagebuch zu führen und damit genau zu erkennen, wie oft eventuell problematisches Verhalten auftritt und wie darauf reagiert wird. Die Reflexion des eigenen Verhaltens ist dabei sehr wichtig, denn sehr häufig liegen die Ursachen für eventuelle Probleme direkt im familiären Umfeld, im Umgang miteinander.

Eine gute Beziehung zum Kind auszubauen benötigt Zeit

Das Kind loben und ihm Zuneigung und Aufmerksamkeit schenken ist bereits die Basis für eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Wichtig aber ist auch, und das wird bei Triple P immer wieder betont, dass man so genannte ‚wertvolle‘ Zeit mit seinem Kind verbringt. Das heißt nicht, dass man ganze Tage darauf verwendet. Es genügt, sich immer mal wieder über den Tag verteilt eine kurze Zeitspanne von nur wenigen Minuten zu nehmen, in denen das Kind im Mittelpunkt des eigenen Interesses steht und alles andere erst einmal kurz warten muss. Sie zeigen Ihrem Kind dadurch, dass Sie sich für das interessieren, was es macht oder was es zu sagen hat. Klare Familienregeln, angemessenes Umgehen mit Problemverhalten und der Unterschied zwischen der ‚Stillen Zeit‘ und der ‚Auszeit‘ sind ebenfalls Thema bei Triple P. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Eltern wieder auf die positiven Seiten der Kinder zu lenken.

Kritische Stimmen

Gerade die ‚Stille Zeit‘ ruft bei Kritikern immer wieder Widerstand hervor. Aber auch die Tatsache, dass Triple P sowohl Eltern als auch Kindern relativ wenig Freiraum lässt, stößt oft nicht unbedingt auf Gegenliebe. Das Wort ‚Dressur‘ wird hiermit durchaus in Verbindung gebracht. Allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass Triple P nur ein Werkzeug ist, das den Eltern an die Hand gegeben wird, um z.B. schwierige und das Familienleben belastende Situationen besser in den Griff zu bekommen und ihnen langfristig durch Verstärkung positiven Verhaltens entgegenzuwirken. Und dazu ist es ein sehr sinnvolles und eben bewiesenermaßen auch wirkungsvolles Werkzeug. Niemand wird gezwungen, die einzelnen Strategien im Ganzen umzusetzen. Im Gegenteil, es ist durchaus möglich, sich einige Aspekte herauszupicken bzw. bewusst zu machen und mit diesen dann den eigenen Erziehungsstil zu ergänzen. Schließlich muss der auch zur Familie passen. Sowohl zu den einzelnen Charakteren als auch zum Temperament.

Angebot nach Bedarf

Triple P besteht übrigens aus verschiedenen Bausteinen, die individuell und je nach Familienbedarf genutzt werden können. Es gibt kurze Broschüren für bestimmte Altersspannen, in denen man sich grundsätzlich informieren kann, dazu Videos und ein Arbeitsbuch, in dem man das Programm zuhause für sich einmal testen kann. Es gibt aber auch zahlreiche Formen von Elternkursen, von der Kurzberatung zu einem speziellen Thema über das Einzeltraining bis hin zur Gruppenarbeit. Und auch Fachleute aus den verschiedensten Gebieten der Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern können sich im Rahmen des Programms weiterbilden lassen.


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