Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Erziehung >

Rollenbilder: Männer in der Sinnkrise II

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rollenbilder  

Die Verlierer der Evolution

14.04.2009, 18:06 Uhr | Spiegel Online; Henning Engeln, Spiegel Online

Keine klaren Rollenbilder mehr

Noch in den sechziger Jahren hatten es Männer einfacher. Es herrschten klare Rollenbilder: Frauen mussten in erster Linie den Haushalt führen und die Kinder versorgen, und sie waren sozial wie finanziell abhängig von den Männern. Doch dann wurden Geschlechterrollen in Frage gestellt - Eltern, Lehrer und Erzieher bemühten sich, Mädchen die gleichen Bildungschancen zu bieten, und förderten sie gezielt. Der Erfolg blieb nicht aus. Frauen haben inzwischen viele typische Männerberufe erobert, besetzen Führungspositionen, bekleiden bedeutende Ämter.

Mädchen in der Schule besser

In der Schule, so belegt es die Pisa-Studie, zeigen Mädchen inzwischen sprachlich deutlich bessere Leistungen als Jungs. Sie verstehen geschriebene Texte besser und können sie besser nutzen, um Aufgaben zu bewältigen. Manche Fachleute vermuten sogar, dass vor allem die schlechten Leistungen der Jungen zu Deutschlands miserablem Abschneiden bei der Studie geführt haben. In der naturwissenschaftlichen Grundbildung, früher eine Domäne der Jungs, liegen beide Geschlechter inzwischen gleichauf, und selbst in Mathematik haben die Mädchen den einstigen Rückstand fast aufgeholt.

Sind Frauen besser angepasst?

Sie stören auch weniger im Unterricht und arbeiten konstruktiver mit. Sie lesen mehr als Jungen (die lieber mit dem Computer spielen oder fernsehen) und haben eine kreativere Freizeitgestaltung: Sie nutzen nicht nur elektronische Medien, sondern verbringen ihre Zeit auch mit Tanzen, Sport, Musizieren oder Basteln. Sind die Frauen also in modernen Zeiten die überlegene Variante des Homo sapiens? Können sie nun ihre Qualitäten ausspielen, nachdem die Jahrtausende währende Unterdrückung durch die Männer fast vollständig überwunden ist?

Biologische Unterschiede wirken sich früh aus

Dass es biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, bezweifelt inzwischen kaum noch ein Forscher. Und die Differenzen beginnen früh: Bereits im Mutterleib strampeln weibliche Babys weniger als männliche. Und neugeborene Mädchen betrachten die Bilder eines menschlichen Gesichts länger als ein abstraktes Gebilde, während es bei den Jungen genau umgekehrt ist. Forscher schließen daraus, dass Frauen in der Regel eher an Gefühlen, Männer dagegen eher an abstrakten Systemen, also technisch, interessiert sind. Zahlreiche Untersuchungen belegen zudem deutlich unterschiedliche Vorlieben für Spielzeuge bei ein- bis zweijährigen Kindern. Mädchen bevorzugen Puppen, Plüschtiere oder Puppengeschirr. Ältere basteln, malen und verkleiden sich gern, zeigen mehr feinmotorisches Geschick.

Katastrophen ziehen Jungs an

Jungen widmen sich dagegen lieber Autos oder Robotern und werden von "katastrophenträchtigen" Objekten angezogen - etwa einer mit Wasser gefüllten Blumenvase oder einem vollen Aschenbecher. Solche Vorlieben treten schon in einem Alter auf, in dem sich die Kinder ihres eigenen Geschlechts noch nicht bewusst sind, und entwickeln sich offenbar unabhängig davon, ob die Eltern ihnen typische Geschlechterrollen vorleben oder nicht. Auch Kinder von Naturvölkern zeigen vergleichbare Vorlieben beim Spielen: Mädchen verwenden Objekte als Puppen, bevorzugen Tanz- und Ballspiele, während Jungen mit Gegenständen experimentieren, sich raufen und in Wettkämpfen messen. Die Münchner Psychologin Doris Bischof-Köhler zieht daraus den Schluss, dass es sich um eine spontane Wahl der Kinder handelt, die nicht in erster Linie von den Eltern ausgelöst wird, sondern auch eine genetische Basis hat. Viele Pädagogen und Erzieherinnen sind inzwischen ebenfalls davon überzeugt, dass Mädchen und Jungen von Geburt an unterschiedlich sind.

Risiko, Konkurrenz, Imponiergehabe

Jungen toben mehr, werden schneller handgreiflich, werfen weiter und treffen besser. Sie sind konkurrenzorientierter, risikobereiter, erkunden gern Unbekanntes, neigen zu Selbstüberschätzung und Imponiergehabe. Das lässt sie in der Schule leichter anecken. Mädchen dagegen sind fürsorglicher, sozial sensibler und kommunikativer - und damit für Lehrer im Umgang angenehmer. Frauen schließlich, so zeigen viele Tests, verfügen im Allgemeinen über bessere verbale Fähigkeiten als Männer. Die haben dafür Vorteile im quantitativ-mathematischen und im analytischen Denken.

>> Weiter zu Teil 3

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Gezielter Schlag 
Hit im Netz: Mit seinem Hund darf sich niemand anlegen

Känguru hält den Vierbeiner im Schwitzkasten, das Herrchen schreitet ein. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal