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Eltern vergleichen Kinder in ihrer Entwicklung

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Entwicklung  

"Mein Kind ist viel schlauer als deins!"

16.01.2012, 17:03 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Eltern vergleichen Kinder in ihrer Entwicklung. Eltern sollten sich nicht von anderen verrückt machen lassen und stattdessen sich über das freuen, was ihr Kind bereits kann.  (Quelle: t-online.de)

Eltern sollten sich nicht von anderen verrückt machen lassen und stattdessen sich über das freuen, was ihr Kind bereits kann. (Quelle: t-online.de)

Ihr Kind ist bereits acht Monate alt und kann noch nicht beidhändig greifen? Es ist eineinhalb Jahre alt und all die anderen Kleinkinder aus der Krabbelgruppe laufen schon, nur Ihres nicht? So etwas kann massiv verunsichern, schließlich könnte es ein Zeichen dafür sein, dass etwas mit dem eigenen Kind nicht stimmt. Doch in der Regel handelt es sich um Fehlalarm. Kinder entwickeln sich nun mal nicht nach Fahrplan - kein Grund also sich von kritischen oder gar herablassenden Blicken und Kommentaren von Verwandten oder anderer Eltern verunsichern zu lassen. Die Entwicklung von Kindern ist schließlich kein Wettkampf.

Die Entwicklung des Kindes aufmerksam verfolgen

Gerade, wenn man sein erstes Kind bekommt, dann achtet man oft penibel auf jeden Entwicklungsschritt und vergleicht ihn mit dem, was man in zahlreichen Ratgebern lesen kann. Schließlich hat man wenige Anhaltspunkte und ist schnell verunsichert, wenn das eigene Kind ein bestimmtes Können nicht zum erwünschten Zeitpunkt zeigt. Oder stolz, wenn es bereits sehr früh sitzen, krabbeln oder sprechen kann. Das ist auch gut so. Denn erstens ist es völlig normal, wenn man die Entwicklung seines Kindes aufmerksam verfolgt und sich daran erfreut und zweitens ergibt sich so die Möglichkeit, baldmöglichst zu erkennen, wenn etwas tatsächlich nicht stimmen sollte.

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Früherkennungsuntersuchungen bieten Sicherheit

Um das auszuschließen, ist ein Entwicklungskalender, wie ihn zum Beispiel die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anbietet, nicht schlecht. Hier kann man sich grob orientieren. Und eventuelle Auffälligkeiten bei der nächsten U-Untersuchung mit dem Kinderarzt besprechen. Im Rahmen der neun kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen geht es nämlich primär darum, Störungen in der körperlichen, der geistigen oder der sozialen Entwicklung so früh wie möglich zu erkennen.

Ein Schritt nach dem anderen

Aber man sollte sich auch nicht verrückt machen (lassen). Die Grenzen, innerhalb derer bestimmte Entwicklungsschritte auftauchen sollten, sind oft viel zu eng gesetzt und beziehen sich nur auf den Großteil der Kinder in diesem Alter. Was noch lange nicht bedeutet, dass die anderen Prozentsätze nicht mehr in den "normalen" Bereich fallen. Ein besonders guter Ratgeber ist hier der bekannte Kinderarzt Remo H. Largo, der in seinen Büchern immer wieder ausdrücklich darauf hinweist, dass man für jeden Entwicklungsschritt ein ziemlich großes Zeitfenster hat und man sich nicht durch die Umwelt verunsichern lassen sollte. Denn es kann durchaus mal sein, dass der kleine Mensch mit einem Entwicklungsschritt so beschäftigt ist, dass ein anderer einfach warten muss.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo

Grundsätzlich weisen zwar die verschiedenen Stadien der Entwicklung im Großen und Ganzen die gleiche Abfolge auf. Kein Kind wird zuerst in ganzen Sätzen sprechen und dann die Lautbildung üben. Was aber die Ausprägung und das zeitliche Auftreten betrifft, so reagieren die Kinder individuell. "Das eine Kind spricht die ersten Wörter gegen Ende des ersten Lebensjahres, die meisten Kinder mit 15 bis 24 Monaten, und bei einigen lassen die ersten Wörter bis in die Mitte des dritten Jahres auf sich warten. Es gibt kein Verhalten, das bei allen Kindern im selben Alter auftritt und gleich ausgeprägt ist", betont Largo in seinem Buch "Babyjahre". "Kinder sind nicht nur untereinander sehr verschieden, das einzelne Kind ist oftmals in sich unterschiedlich weit entwickelt, das heißt, die einzelnen Entwicklungsbereiche wie Sprache oder Motorik sind ungleich fortgeschritten."

Kommentare und Blicke können verunsichern

Wenn man sich das bewusst macht, dann kann man dem Einfluss von außen besser widerstehen. Denn es wird immer Kommentare von Verwandten, Freunden oder Bekannten geben, die einen verunsichern. Das dahingesagte "Du bist in diesem Alter schon lange gelaufen" oder die mitleidigen Blicke in der Krabbelgruppe, wenn das eigene Kind das einzige ist, das sich noch nicht vorwärtsbewegt, können einem ganz schön zusetzen. Bei Sätzen wie "Mein Kind ist ja viel schlauer als deins" oder "Meiner kann schon laufen" sollte man sich immer vor Augen halten, dass, wie Largo es ausdrückt, jedes Kind dann am besten gedeiht, wenn die Eltern sich an seinen Bedürfnissen orientieren. Man kann hier nichts erzwingen.

Den optimalen Zeitpunkt bestimmt das Kind

"Für jeden Entwicklungsschritt gibt es einen bestimmten Zeitpunkt, an dem das Kind innerlich bereit ist, diesen Schritt zu machen, und dies mit seinem Verhalten auch anzeigt. Diesen Zeitpunkt gilt es zu erfassen." Und sich bis dahin daran zu erfreuen, was das Kind schon kann. Und mal ehrlich, es kann ja auch ganz angenehm sein, wenn es sich mit dem Krabbeln und Laufen noch ein wenig Zeit lässt. Schließlich muss man ihm dann nicht dauernd hinterher rennen.

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