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Mutterbindung  

Mütter prägen das Leben besonders stark

21.04.2009, 12:39 Uhr | iri, mmh, t-online.de, dpa

Mütter prägen das Leben ihrer Kinder besonders stark. In einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach erklärten 76 Prozent der Frauen und 73 Prozent der Männer, dass die eigene Mutter ihr Leben entscheidend beeinflusst hat. Den Vater halten 72 Prozent der Männer für stark prägend, aber nur 62 Prozent der Frauen.

Prägung passiert direkt nach der Geburt

Viele Mütter sagen, Erlebnisse während der Schwangerschaft, die Atmosphäre, Stimmungen, Musik würden das Kind prägen. Sanfte Musik, Sonnenlicht stimuliere die Ungeborenen. Forscher nennen die sensible Phase der allerersten frühkindlichen Prägung "Bonding". Das sind die wichtigen ersten beiden Stunden direkt nach der Geburt. Wickeln, Wiegen, Waschen sind zweitrangig. Das nackte Baby soll sofort Hautkontakt mit der Mutter spüren. Hebammen sagen, dass dann die wichtigen Mutterinstinkte geweckt werden, auch enthalte die erste Muttermilch wichtige Botenstoffe. Diese Prägung wird durch die bei der Geburt frei gesetzten Hormone unterstützt.

Trauma durch moderne Medizin

In modernen Kliniken kann durch Kaiserschnitt, Spritzen und Medikamente diese Phase der ersten Prägung gestört sein. Ein Trauma entsteht. Psychologen, Pädagogen und Hebammen führen viele spätere Verhaltensstörungen, Ängste und Verletzlichkeiten auf dieses Trauma zurück.

Verstand und Emotionen

Prägung betrifft aber nicht nur die Instinkte, wie man es etwa aus dem Tierreich kennt. Prägung betrifft beim Menschen Verhalten, Instinkte und Gefühle. Schon die kleinsten Kinder reagieren auf die Stimme der Mutter und drehen ihren Kopf in die Richtung aus der die Stimme kommt, das tun sie aber nicht aber bei anderen Personen. Die Mutter ist in der ersten Lebensphase die engste Bezugsperson, was durch Stillen noch verstärkt wird. Bei Menschenbabys ist es aus biologischer Sicht zudem lebensnotwendig, dass das Baby auf die Mutter geprägt wird, denn die Neugeborenen sind zu hilflos, um alleine zu überleben. Wenige Tierbabys könnten nach der Geburt alleine zurechtkommen.

Erste Vermittler der Welt

Eltern prägen die Eindrücke der Kinder in den ersten Lebensjahren, denn sie sind die Filter und Vermittler von äußeren Einflüssen auf die Welt des Kindes. Sie prägen beispielsweise auch das Essverhalten, das, was Kinder an Nahrungsmitteln kennen, damit spätere Vorlieben im Nahrungsbereich, einfach indem sie diese Lebensmittel anbieten.

Prägung über Generationen

Manche Psychologen führen die Prägung sogar über mehrere Generationen zurück. Es geht um bewusste, unbewusste und erworbene Verhaltensinformationen, die weitergegeben werden. Dieses Verhaltensmuster, das daraus entsteht, prägt das Handeln und Fühlen. Wichtige Weichen, Schalthebel und Muster werden schon früh durch diese Konditionierungen für das spätere Leben angelegt.

Ich heirate Papa

Aber beeinflusst auch der Vater die Kinder? Amerikanische Forscher fanden durch einen "Ähnlichkeits-Check" heraus, dass Töchter, die eine besonders enge Beziehung zu ihrem Vater hatten, solche Männer attraktiv und sympathisch fanden, die dem Vater ähnelten. War das Verhältnis nicht so eng, hatte die äußerliche Ähnlichkeit keinen Einfluss auf die subjektiv empfundene Anziehungskraft. Die Studienleiterin erklärte, dass für die sexuelle Prägung weniger die Bilder der nächsten Umgebung entscheidend seien, sondern vielmehr die Menschen, zu denen eine starke positive Beziehung bestehen. Söhne eifern ihren Vätern oft bei der Berufswahl nach: Ganze Familien-Dynastien von Rechtsanwälten, Ärzten, Lehrern und Bergbaurbeitern belegen dies. Oder sie übernehmen ein elterliches Unternehmen als Junior-Chef im Schatten des Vaters, an dem sie gemessen werden.

Prägung manchmal eine Last

Starke Frauen prägen ihre Töchter tief. Das kann bedeuten, dass sie sich immer im Schatten ihrer Mütter bewegen. Eine 40jährige, stark engagierte Mutter erzählte nach einem Schwächeanfall: "In der Reha habe ich erst gemerkt, dass ich nicht aus Erschöpfung von der vielen Arbeit zusammengeklappt bin, sondern wegen des Stress, den ich mir machte, um immer meiner aktiven und engagierten Mutter zu imponieren und nachzueifern." Nicht selten tragen Mütter und Töchter, die viel Zeit miteinander verbringen und viel nahe beieinander wohnen, gleiche Frisuren und kaufen Kleidung in den gleichen Geschäften. Prägung ist dies im strengen Sinn aber nicht. Prägung bedeutet, dem Nachwuchs die wichtigen Instinkte und Fertigkeiten zu vermitteln, um eine eigene Persönlichkeit zu werden und im Leben zu bestehen.

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