Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Erziehung >

Haustiere sind Seelentröster für Kinder

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Erzieher und Kumpel auf vier Beinen  

Haustiere sind Seelentröster für Kinder

20.05.2016, 15:20 Uhr | Simone Blaß, dpa

Haustiere sind Seelentröster für Kinder. Kinder und Haustiere: Nicht nur kuscheln, sondern auch Verantwortung übernehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wichtige Lektion für Kinder: Nicht nur kuscheln, sondern auch Verantwortung für das Haustier übernehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Kann ich auch ein so süßes Kaninchen haben?" Fast jedes Kind liegt seinen Eltern irgendwann mit dem Wunsch nach einem Haustier in den Ohren. Wenn die Voraussetzungen stimmen, hat das für Kinder viele positive Effekte, die den Aufwand für die Versorgung rechtfertigen könnten. Haustiere lehren Verantwortung, sind Spielkameraden und Seelentröster. 

Das Bedürfnis, ein Lebewesen zu streicheln und zu umsorgen, leben Kinder zuerst mit dem geliebten Plüschtier aus. Oft folgt der Wunsch nach einem lebendigen Haustier. Die Voraussetzungen sind, dass alle Familienmitglieder es akzeptieren, und dass das Kind den artgerechten, verantwortungsvollen Umgang mit dem Tier lernt. Nur dann entsteht eine Bindung, deren positive Auswirkungen in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurden.

Trennen sich die Eltern, kann etwa ein Hund für Scheidungskinder zum emotionalen Anker werden. Außerdem hilft der Kontakt zum Tier, Stress abzubauen und wirkt sich damit positiv auf das Wohlbefinden des Kindes aus.

Hunde machen stark für die Schule

Der emeritierte Professor Reinhold Bergler erforschte am Institut für Psychologie der Universität Bonn den Zusammenhang zwischen Haustieren und der Schulleistung sowie dem Sozialverhalten von Kindern. So fördere der Umgang mit Hunden die sozialen Kompetenzen: "Die Kinder sind viel geübter darin, die zahlreichen Nuancen nichtsprachlicher Kommunikation zu erkennen und im Alltag anzuwenden. Sie haben weniger Schulprobleme, agieren bei Streitereien eher schlichtend und zeigen eine große Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Sie verfügen über eine größere emotionale Stabilität und das wirkt sich natürlich auf die Schulleistungen aus", so die Studienergebnisse von Bergler.

Seelentröster für Scheidungskinder

Im Rahmen der Studie "Der Hund als Prävention und Therapie für Kinder in Scheidungskrisen" konnten Bergler und sein Team nachweisen, dass betroffene Kinder weniger stark unter Verlustängsten leiden, wenn sie bereits vorher einen Hund hatten. Das Tier vermittele Geborgenheit und lindere Kummer, es sei ein Vertrauter, dem das Kind seine Sorgen erzählen könne. Untersucht wurde das erste Jahr nach der Scheidung, in dem die emotionalen Belastungen am stärksten sind. 

"Bei Kindern ohne Hund kommt es in dieser schwierigen Situation oft zu aggressivem Verhalten wie Zerstörungswut oder extreme Reizbarkeit, kombiniert mit starken psychosomatischen Beschwerden und Albträumen", so Professor Bergler. 

Haustiere schulen Einfühlungsvermögen und Verantwortung

Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen und dieses intensiv betreuen, entwickeln sich oft in ihrer ganzen Persönlichkeit positiver. Sie sind aktiver, leiden weniger unter Einsamkeit und übernehmen mehr Verantwortung. Auf hyperaktive Kinder wirkt ein Haustier beruhigend und ausgleichend. 

"Tiere sind aber nicht nur zum Streicheln da, sondern haben eigene Rechte", betont die Autorin Cornelia Nitsch, die Sachbücher zum Thema Kindererziehung schreibt. Um die Bedürfnisse des Tieres zu erkennen, braucht es Sensibilität und Einfühlungsvermögen. So lernen Kinder, die Bedürfnisse eines anderen zu akzeptieren: Zum Beispiel, wenn die Katze einfach geht oder die Krallen ausfährt, sobald sie keine Lust mehr auf Streicheleinheiten hat.

Ab wann kann ein Kind sich um ein Tier kümmern?

Die zentrale Frage vor der Anschaffung des Tieres lautet: Wer kümmert sich darum? "Ein Kind allein kann kein Tier halten", warnt Kathrin Fichtel vom "Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft". Die Verantwortung liegt am Ende immer bei den Eltern. Trotzdem lässt sich der Nachwuchs je nach Alter in die Pflege einbeziehen. "Ich finde, das sollte eine Familienaufgabe sein", meint Nitsch. Alle Familienmitglieder müssen mit dem Haustier einverstanden sein. Dann wird die Pflege zur echten Gemeinschaftsaufgabe und sorgt für Zusammenhalt. 

Ab welchem Alter man einem Kind ein Tier anvertrauen kann, lässt sich nicht so einfach beantworten, denn es hängt von der persönlichen Reife des Kindes und seinem Charakter ab. Ein Grundschüler kann bereits ein Tier mit ein bisschen Unterstützung selbstständig betreuen. Kindergartenkinder brauchen die Hilfe der Eltern noch in größerem Maße. Zwar kann ein Dreijähriger nicht alleine füttern, das Futter holen kann er aber schon.

Das passende Haustier finden

Welches Haustier das richtige ist, hängt nicht nur von Platz, Zeit und Geld ab, sondern auch vom Charakter des Kindes. Ein Hund kann schüchternen Kindern zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen. Fische wirken auf viele beruhigend. Mit Ratten lässt sich wunderbar spielen und schmusen. Ein Hamster braucht dagegen tagsüber seine Ruhe und ist für Kinder weniger geeignet.

Es ist wichtig zu zuklären, ob die Haltung in der Wohnung erlaubt ist und wer sich um das Tier kümmert, wenn man in den Urlaub fährt. Ein Haustier ist auch eine Frage des Geldes: Ein Kleintier ist nicht sonderlich kostenintensiv, ein Hund dagegen schon. Er braucht Futter, Tierarztbesuche können sehr teurer werden, hinzu kommen Hundesteuer und Haftpflichtversicherung.

Die Lebenserwartung des Tieres spielt ebenfalls eine Rolle: Hamster werden nur wenige Jahre alt, das Kind wird den Tod des Tieres also recht früh verkraften müssen. Schildkröten leben dagegen mehrere Jahrzehnte, hier ist langfristige Planung nötig. Das Wohlbefinden des Tieres sollte immer im Vordergrund stehen, betont Fichtel: "Das Tier kann nur positive Effekte haben, wenn die Haltung artgerecht ist."

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren! 

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Gezielter Schlag 
Hit im Netz: Mit seinem Hund darf sich niemand anlegen

Känguru hält den Vierbeiner im Schwitzkasten, das Herrchen schreitet ein. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal