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Schulleistungen: Vorurteile wirken sich auf Leistung aus

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Schulleistungen  

Vorurteile wirken sich auf Leistung aus

26.05.2009, 15:41 Uhr | rev, dapd

Schulleistungen: Vorurteile wirken sich auf Leistung aus. Geschlechtsbezogene Vorurteile haben Einfluss auf die schulischen Leistungen von Mädchen und Jungs.

Geschlechtsbezogene Vorurteile haben Einfluss auf die schulischen Leistungen von Mädchen und Jungs. (Bild: Imago)

In der Schule nehmen die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen im Laufe der Jahre zu. Eine Grund dafür sind geschlechtsspezifische Vorurteile, wie die jüngste Pisa-Sonderuntersuchung zeigt. Die Daten für die am Dienstag, den 26. Mai, in Paris veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stammen aus den internationalen Untersuchungen der Schulleistung (PISA) und anderen Studien in den OECD-Industrieländern.

Mathe: Kaum Leistungsunterschiede in der Grundschule

Nach der Studie erzielen Jungs und Mädchen in Mathematik gegen Ende der Grundschulzeit fast die gleichen Ergebnisse. Im Alter von 15 Jahren zeigt sich jedoch ein anders Bild: Dann schneiden Jungen in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen. Beim Lesen sind Mädchen bereits in der Grundschule überlegen. Dieser Unterschied verstärkt sich in der weiteren Schullaufbahn und ist in den Ergebnissen der Pisa-Studie ebenfalls deutlich zu erkennen. Dieses Muster spiegelt sich laut Sonderuntersuchung auch in der Motivation und den Einstellungen zu den verschiedenen Fächern wider: Mädchen lesen deutlich lieber als Jungen, sind aber gleichzeitig stärker um ihre Leistungen in Mathematik besorgt.

Vorbehalte bei mathematischen Problemen

Dass diese Unterschiede eher auf Stereotype als auf unterschiedliche Begabung zurückzuführen sind, legen die Ergebnisse aus dem Bereich "Problemlösung" nahe: Hier schneiden 15-jährige Mädchen ähnlich gut ab wie ihre männlichen Altersgenossen, während sie beim Lösen mathematischer Probleme hinter den Jungen zurückliegen. Die Studie schreibt diesen Unterschied dem Kontext zu, in dem mathematische Probleme in der Schule präsentiert werden, aber auch den Zweifeln der Mädchen an ihren mathematischen Fähigkeiten. Auch die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg und Beruf scheint mehr von Stereotypen als von den tatsächlichen Fähigkeiten abhängig zu sein. So studieren zum Beispiel Mädchen deutlich häufiger Lebenswissenschaften wie Biologie als Jungen, obwohl sich die Leistungen in diesem Bereich kaum unterscheiden.

Vorurteile nicht hinnehmen

"Viele Länder können mit Recht stolz darauf zu sein, dass Jungen und Mädchen in den schulischen Kernfächern die gleichen Leistungen erbringen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. "Wir dürfen aber nicht akzeptieren, dass Vorurteile wie 'Lesen ist nichts für Jungen' oder 'Mathe ist nichts für Mädchen' weiterbestehen. Solche Ansichten führen dazu, dass unseren Gesellschaften wichtiges Bildungspotential verloren geht."

Lehrer und Familie gefordert

Der Bericht zeigt auch, dass Lehrkräfte deutlich mehr für die Gleichberechtigung der Geschlechter tun können. Sie brauchen dazu aber auch die Unterstützung aus der Gesellschaft. Lehrer müssten sich der Erwartungen, die sie gegenüber ihren Schülern haben, bewusst werden, fordern die Autoren der Studie. "Sie müssen Strategien entwickeln, um das Selbstbewusstsein und die Motivation der Schülerinnen und Schüler in ihren schwachen Fächern zu stärken."

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