Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Erziehung >

RTL-Doku Kindeswohl

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Erziehungsshow  

Empörung über RTL-Doku

05.06.2009, 10:17 Uhr | mmh, dapd, t-online.de, dpa

"Erwachsen auf Probe": Wirklich schon reif für ein Baby? (Bild: RTL)"Erwachsen auf Probe": Wirklich schon reif für ein Baby? (Bild: RTL)Empörung und Enttäuschung: Die RTL-Doku "Erwachsen auf Probe" erhitzt die Gemüter, sie beschäftigt Gerichte und Verantwortliche vieler gesellschaftlicher Gruppen, Verbände, Jugendschützer, Politiker und vor allem Eltern. Viele sehen das Kindeswohl gefährdet. t-online-Leser haben abgestimmt, ihre überwiegende Meinung ist: Nein, niemals würde ich ein Kind an solche Probe-Eltern für eine derartige Sendung "verleihen". Es stehen noch drei Folgen der Doku aus. Fazit: Aufrütteln und informieren ja, aber nicht so.

Forum RTL-Show unverantwortlich? - Diskutieren Sie mit!
Foto-Show Erwachsen auf Probe
Test Überprüfen Sie Ihren Erziehungsstil
Fernsehen Eltern befürworten TV-Konsum ihrer Kinder
Fernsehen Wie viel TV ist sinnvoll?

Voting zeigt die Empörung

In der RTL-Sendung sollen Teenagerpaare mit geliehenen Kindern in die Elternrolle schlüpfen, dazu stellen echte Eltern ihre Babys und Kleinkinder zur Verfügung. Zahlreiche Verbände und Politiker haben die Sendung scharf kritisiert, sie sehen das Wohl der Kinder gefährdet. "Nein, wie kann man nur?! Ich finde das unverantwortlich. Ich würde mein Kind auf keinen Fall verleihen", fast 70 Prozent der 2500 Teilnehmer unseres Votings sind dieser Meinung. "Nein. Prinzipiell finde ich die Idee zwar nicht schlecht, aber ich hätte doch zuviel Angst, dass was passieren könnte", so entschieden mehr als 20 Prozent und nur verschwindend wenige, nämlich zwei Prozent würden ihre Kinder den RTL-Probe-Eltern bedenkenlos anvertrauen, sieben Prozent mit starken Vorbehalten. In der RTL-Sendung sollen Teenagerpaare mit geliehenen Kindern in die Elternrolle schlüpfen, dazu stellen echte Eltern ihre Babys und Kleinkinder zur Verfügung. Zahlreiche Verbände und Politiker haben die Sendung scharf kritisiert, sie sehen das Wohl der Kinder gefährdet.

Kommentare eindeutig

Auch die Foreneinträge unserer Leser sprechen eine klare Sprache. Da wird die Sendung als "Verblödungsshow" bezeichnet, in der wehrlose Kinder für hohe Einschaltquoten als Darsteller "missbraucht" worden seien und Teenager bloßgestellt. Es wird kritisiert, dass es um hohe Einschaltquoten geht, die um jeden Preis erreicht werden sollen. "RTL ist ein Wirtschaftsunternehmen, da zählt nur eins: Einschaltquoten!" Dabei wird auch die Informationspolitik von RTL kritisiert. Der Sender behauptete, den echten Eltern nichts dafür bezahlt zu haben, dass sie die Kinder zur Verfügung gestellt haben. Tatsächlich aber flossen sogenannte "Aufwandsentschädigungen", deren Höhe verschweigt RTL allerdings.

Thema wichtig - Umsetzung verfehlt

Dabei liegt es gar nicht am Thema. Das Problem "Teenager-Schwangerschaft" beziehungsweise "Reife für ein Kind" aufzugreifen, finden viele Leser gut, so heißt es in einem Kommentar: "Die Form der Großfamilie ist fast ausgestorben, früher haben in der Großfamilie die Kinder in der Praxis gelernt, wie man mit Kleinkidnern umgeht. Viele Jugendliche haben noch nie gesehen wie ein Säugling gewickelt wird, für sie sind Babys wie Puppen. Dem Erfinder dieser Babypuppe ein Danke. Jeder Jugendliche sollte schon in der Schule als Projektwoche, solch eine Puppe als Aufgabe bekommen und das Thema der Verhütung bekommt einen anderen Blickwinkel. Leider sind erst solche Sendungen nötig um aufzurütteln." Ähnlich klingt auch dies: "Normalerweise müsste das zum Pflichtfach werden bei Jugendlichen, die sich mit dem Gedanken beschäftigen ein Kind haben zu wollen dann bräuchte man keine Babyklappen und solchen Mist."

Auch Fans der Sendung

Die hohe Einschaltquote kommt sicherlich nicht nur durch die Kritiker zustande. Die Sendung hat auch Fans, einer schreibt: "Ich finde es ist eine tolle Sendung zur Abschreckung der Jugendlichen! Es ist doch eine Chance für die Jugendlichen....vielleicht überlegen sie nochmal ob sie wirklich ein Kind jetzt schon wollen! Und zu den Eltern: Es ist doch ihre Sache ob sie ihre Kinder abgeben oder nicht. Es ist ja nicht so, dass den Babys etwas passieren kann...sie stehen doch immer unter Beobachtung! Ich finde RTL hat sich eine gute Sache überlegt...Ich steh auf diese Sendung!" Vielleicht hilft auch Abschreckung in Form der vorgeführten Teenager, überlegt ein anderer User: "Was RTL da macht, finde ich diesbezüglich vorbildlich im Sinne der Vorbeugung! Den Ernstfall zu testen, konnte schon immer helfen aufzuklären und vorzubereiten, um etwaige Missverständnisse oder falsche Vorstellungen auszuräumen oder zu verhindern. Der Kinderschutzbund hat diesbezüglich wohl noch nicht genug zu tun! Ob dabei Kinder ausgeliehen werden oder als Statisten mitwirken ist nicht so schwerwiegend wie die Tatsache, dass immer mehr minderjährige Mädchen Kinder kriegen! Hier hilft nur eine intensive Aufklärung, die ruhig etwas abschreckend sein kann."

Perspektive zurechtgerückt

Andere weisen daraufhin, dass doch auch viele Babysitter minderjährig seien, und Eltern ihnen ihre Kinder anvertrauen. Auch in sogenannten "Kinderparadiesen" von Einkaufszentren, Fitness-Studios oder Möbelmärkten jobben "ungelernte" Kräfte als Kinderbetreuer. Viele sehen das Ziel erreicht: Teenager werden abgeschreckt, erfahren, dass zwar KInderkriegen eine Leichtigkeit ist, Kinder zu erziehen aber ein sehr anspruchsvoller 24-Stunden-Job.

Gesetzlicher Schutz


Auch die Politik sieht sich aufgerufen, Kinder vor den Medien zu schützen. Im Zusammenhang mit der Sendung "Erwachsen auf Probe", plant die nordrhein-westfälische CDU eine Gesetzesinitiative zum Schutz von Kindern in den Medien. Demnach sollen Babys und Kleinkinder nicht mehr ohne Genehmigung der Jugendhilfe in Dokumentationen gezeigt werden dürfen, sagte der medienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Jarzombek, der "Rheinischen Post". "Die Würde der Kinder darf nicht dem Streben nach einer hohen Einschaltquote geopfert werden", sagte er. "Es kann nicht sein, dass die Babys in TV-Produktionen wie Puppen behandelt werden." Damit wolle die Union jetzt einen Antrag zur Neuausrichtung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen bei Medienproduktionen in den Landtag einbringen. Ohne die Zustimmung des Jugendamtes soll die Mitwirkung von Babys in Doku-Soaps dann nicht mehr möglich sein.

Familienminister schalten sich ein

Auch die Jugend- und Familienminister der Länder haben ein Verbot von TV-Sendungen mit Säuglingen und Kleinkindern gefordert. "Wir fordern die Bundesregierung auf, bei der geplanten Novellierung des Jugendarbeitsschutzgesetzes eine entsprechende Gesetzeslücke zu schließen." Nach dem Vorschlag der Jugendminister wäre die Mitwirkung von Kindern unter drei Jahren bei Fernsehproduktionen dann nur noch mit Zustimmung des zuständigen Jugendamts möglich. Das Bedürfnis der Sender nach hohen Einschaltquoten dürfe nicht zu einer Gefährdung für das Kindeswohl werden, sagte die Ministerin. Die Jugend- und Familienminister forderten zudem die Landesmedienanstalten auf, sich intensiv mit der Wirkung von Sendungen wie "Erwachsen auf Probe" zu beschäftigen. Dabei müssten sowohl die gesellschaftlichen Auswirkungen als auch die Wirkungen auf die beteiligten Kinder in den Blick genommen werden, sagte Trauernicht. Darüber hinaus wollen die Jugend- und Familienminister frühe Hilfen für sozial schwache Familien mit Kleinkindern verbessern. "Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll hierzu Vorschläge entwickeln, um bestehende Regelungslücken in diesem Bereich bis 2011 zu schließen", sagte die Bremer Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD), die den Vorsitz der Konferenz inne hatte. So soll die Einsatzdauer von Hebammen in den Familien auf bis zu sechs Monate ausgeweitet werden.

Lesen Kinder für Bücher begeistern
Newsletter Immer top-informiert mit dem Eltern-Newsletter

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal