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Phtalate  

Gefährliche Weichmacher im Badespielzeug

21.07.2009, 12:35 Uhr | iri; ots, dapd

Viele Badetiere und Schwimmflügel enthalten giftige Weichmacher.Viele Badetiere und Schwimmflügel enthalten giftige Weichmacher. (Bild: Imago)Auch zehn Jahre nach dem EU-weiten Verbot finden sich noch immer gefährliche Weichmacher in Strandbällen, Gummienten oder Schwimmflügeln. Schlechte Qualität, hohe Belastung mit Schadstoffen und ablösbare Kleinteile: Die Experten von TÜV Rheinland LGA haben 25 aufblasbare Badeartikel aus fünf beliebten Urlaubsländern rund ums Mittelmeer getestet. Das Ergebnis: 17 der geprüften Produkte dürften innerhalb der Europäischen Union gar nicht verkauft werden, weil sie die Anforderungen der geltenden Sicherheitsnormen nicht erfüllen. "Wer in Urlaubslaune am Strand aufblasbare Badeartikel oder Schwimmtiere kauft, geht ein doppeltes Risiko ein. Einerseits ist die Qualität minderwertig. Das zeigt sich an schlechten Materialien und schlechter Verarbeitung. Andererseits sind Gefahren für die Gesundheit im Kauf gleich eingeschlossen - besonders für Kinder", so Dr.-Ing. Wilhelm Schubert, Geschäftsleiter bei TÜV Rheinland LGA in Nürnberg. Größtes Problem sei die nahezu durchgängig hohe Belastung mit Weichmachern.

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Testprodukte aus Mittelmeerländern

Gekauft wurden alle Freizeitartikel für fünf bis zehn Euro im Juni 2009 direkt am Strand in Griechenland, Italien, Kroatien, Spanien und der Türkei - dort, wo üblicherweise auch viele Urlauber und Familien mit Kindern Badespielzeug oder aufblasbare Freizeitartikel kaufen. Zu den getesteten Artikeln gehören Luftmatratzen, Schwimmtiere, Schwimmringe und Schwimmsitze für Babys und Kleinkinder.

Giftige Weichmacher

Die Prüfer von TÜV Rheinland LGA fanden in 21 der 25 untersuchten Produkte hohe Konzentrationen von Phthalat-Weichmachern, die über den für Spielzeug als Grenzwert vorgeschriebenen Konzentrationen lagen. Bestimmte Phthalate stehen im Verdacht, hormonell zu wirken und krebserregend zu sein. In sechs Produkten fanden sich Belastungen mit Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die ebenfalls über den in Deutschland empfohlenen Richtwerten für Verbraucherprodukte lagen. Feste, vom Gesetzgeber vorgeschriebene Grenzwerte gibt es für PAK nicht. PAK stehen ebenfalls im begründeten Verdacht, das Erbgut zu verändern, Krebs zu erzeugen und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. "Viele Hersteller und Importeure dieser Billigprodukte halten sich an keinerlei Empfehlungen oder Richtwerte für Schadstoffbelastungen. Anders sieht es bei großen Handelsorganisationen oder Discountern aus, die über eine funktionierende Qualitätssicherung verfügen", so Schubert.

Alle Luftmatratzen belastet

Besonders negativ waren die Ergebnisse bei Luftmatratzen: Alle sieben getesteten Luftmatratzen waren erheblich mit Phthalaten belastet. Trotzdem dürfen diese Artikel in Europa vertrieben werden, da es sich der Definition nach nicht eindeutig um Spielzeug handelt und deshalb keine festen Grenzwerte bei Phthalaten und PAK vorgeschrieben sind.

Mechanische Tests

Neben den chemischen Analysen der Kunststoffe führten die Prüfer von TÜV Rheinland LGA mechanische Tests durch. Hierbei ging es insbesondere um die Gefahr von Kunststoffventilen oder anderen Kleinteilen, die bei missbräuchlicher Benutzung durch kleine Kinder abreißen und verschluckt werden könnten. Dazu werden Drehmoment- und Zugprüfungen durchgeführt, die zwei Artikel nicht bestanden. Bei zwei Badeartikeln für kleine Kinder besteht zudem die Gefahr, dass sich die Kinder an einer befestigten Schnur strangulieren.

Gefährliche Baby-Schwimmsitze

Ein weiteres Problem stellt die für die EU unzulässige und teilweise gefährliche Gestaltung von Schwimmsitzen für Babys und Kleinkinder dar. Nach der geltenden europäischen Norm EN 13138-3 müssen solche Schwimmsitze unter anderem gewährleisten, dass die Kinder nicht kentern und im Notfall nicht im Sitz unter Wasser hängen bleiben. Eine kindliche Gestaltung ist bei einem Verkauf in der EU ebenfalls nicht zulässig, damit die Unterscheidung zu Spielzeug auf den ersten Blick möglich ist: Schwimmhilfen sind kein Spielzeug, sondern Lernhilfen. Bei sieben der getesteten Produkte werden diese Vorgaben missachtet.

Auf Kennzeichnung der Produkte achten

"Für ein unbeschwertes Badevergnügen müssen die Produkte einwandfrei sein", so der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister. Bei einer Kontrolle von 39 Badespielzeugprodukten durch das Hessische Landeslabor seien vor allem Billigprodukte aus China beanstandet worden. In acht der getesteten Spielzeuge wurden unzulässig hohe Mengen der sogenannten Phthalate gefunden. Weinmeister riet den Verbrauchern dazu, "beim Kauf eines Wasserspielzeugs lieber ein paar Euro mehr zu investieren und damit ein sicheres Produkt zu erwerben". Vor allem sollten sie auf die Kennzeichnung des Produkts als "phthalatfrei" oder "PVC-frei" achten.

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