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Kinderbetreuung  

Großeltern sind keine Dauerbabysitter

30.07.2009, 15:26 Uhr | iri, dpa

Großeltern sind keine Dauerbabysitter. Grosseltern mit Enkelkinder auf Sofa und blättern in einem Buch.

Grosseltern sind keine Dauerbabysitter. (Bild: Archiv)

Ob Baby, Kleinkind oder Kindergartenrabauke: Der Nachwuchs kann Eltern ganz schön auf Trab halten. Umso besser, wenn Oma und Opa in der Nähe sind und aushelfen. Doch die wollen nicht immer Ersatzeltern spielen - schon gar nicht, wenn das stillschweigend erwartet wird.

Nicht verpflichtet zum Babysitten

Wenn das Kind erstmal da ist, gibt es viele Situationen, in denen der Wunsch nach Unterstützung durch Oma und Opa groß ist. "Viele junge Paare sind der Ansicht, dass sie die Eltern einspannen können, wie es gerade gut passt", sagt Andreas Hundsalz, Diplom-Psychologe und Leiter der städtischen Erziehungsberatungsstelle in Mannheim. Doch alles, was unter Zwang passiert, ist Gift für die Beziehung. "Großeltern stehen in keiner Verpflichtung", ergänzt Helga Gürtler, Diplom-Psychologin aus Berlin. "Oft arbeiten sie selbst noch und haben Verpflichtungen, die es zu berücksichtigen gilt."

Um Hilfe bitten

Ob, wann und wie lange die Großeltern aufpassen, sollte im Detail abgesprochen werden. "Man darf nicht die Erwartung haben, dass die Großeltern automatisch alles mitmachen", rät Hundsalz. Der Diplom-Psychologe Roland Kopp-Wichmann aus Heidelberg empfiehlt Eltern, immer freundlich nachzufragen: "Stellen Sie keine Forderungen, sondern bitten Sie um Unterstützung."

Ein "Nein" akzeptieren

Ein "Nein" gilt es ohne Diskussion zu akzeptieren. "Allerdings sollten Eltern schon nachfragen dürfen, warum die Großeltern nicht wollen", findet Kopp-Wichmann. "Vielleicht fühlen die sich mit dem Kind überfordert und wollen nichts falsch machen." Im Gespräch könne das Problem dann vielleicht aus der Welt geschafft werden.

Bei den Großeltern bedanken

Bei einem Wochenendausflug ohne Kinder oder dem Kinobesuch am Abend ist der Zeitaufwand für die Großeltern begrenzt. "Die meisten Großeltern sind gerne bereit, dann und wann auf die Enkelkinder aufzupassen", sagt Helga Gürtler. "Bedanken Sie sich aber trotzdem für die Fürsorge", rät Hundsalz. Ob eine Einladung zum Essen oder ein Strauß Blumen: "Es ist extrem wichtig, die Leistung der Großeltern wertzuschätzen und ihnen zu zeigen, wie sehr man sich darüber freut."

Nicht selbstverständlich einplanen

Berufstätige Eltern kennen das Problem: Ist das Kind krank, gerät der Alltag aus den Fugen. "Oma oder Opa springen in solchen Notfallsituationen in der Regel gerne ein", sagt Hundsalz. Wer aber glaubt, dass diese Rettung immer funktioniert, irrt. Wenn die Großeltern nach zehnmal "Ja" plötzlich einmal "Nein" sagen, fühlen sich Eltern oft vor den Kopf gestoßen. "Aber Großeltern haben das Recht, ihre Grenzen zu setzen", sagt Gürtler: "Omas und Opas sind meist zu vielem bereit, aber auch bei ihnen ist irgendwann Schluss."

Kein Dauerzustand

Die Betreuung der Enkelkinder sollte nicht zum unausgesprochenen Dauerzustand werden. Wenn das zweijährige Kind halbtags bei Oma und Opa bleibt, müssen die sich ausdrücklich dazu bereiterklären. "Sonst wird es zu viel und es drohen Konflikte", warnt Kopp-Wichmann.

Standpunkt verdeutlichen

Doch viele Großeltern haben Mühe, ihren Standpunkt darzustellen: "Es gibt genug, die lieber eine Kröte nach der anderen schlucken, statt deutlich über ihre Vorstellungen und Wünsche zu sprechen", sagt Gürtler. Das passiere oft aus Schuldgefühlen, ergänzt Kopp-Wichmann: "Da ist dieses Gefühl, an den Enkelkindern das nachholen zu müssen, was man bei den eigenen Kindern vielleicht verpasst hat." Doch die besten Gründe nützen nichts, wenn die Betreuung über den Kopf wächst: "In der Dauerbelastung entstehen negative Gefühle wie Wut und Groll, die sich irgendwann auch auf die Enkel niederschlagen."

Regeln aufstellen

Großeltern, die für die Betreuung der Enkelkinder oft angefragt werden, sollten klare Regeln aufstellen, raten die Experten übereinstimmend. Dabei spiele das eigene Ruhebedürfnis genauso eine Rolle wie der Wunsch nach eigenen Hobbys und Interessen. Dazwischen passen dann Zeiten mit den Enkeln: "So vermeiden Sie, dass Sie irgendwann bei jedem Telefonklingeln zusammenzucken", sagt Gürtler.

Nicht unter Druck setzen lassen

Und wenn die Kinder eine Absage nicht akzeptieren? "Lassen Sie sich nicht erpressen oder unter Druck setzen", rät Hundsalz. "Erklären Sie Ihre Entscheidung und bitten Sie um Verständnis." Denn wer immer wieder klein beigibt, sammelt Frust: "Irgendwann platzt die Bombe." Der Diplom-Psychologe ist sich sicher: "Großeltern, die entspannt und mit Freude auf die Enkel aufpassen, sind das allerschönste Geschenk für jede Familie."

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