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Erziehung: Trödelnde Kinder unterstützen

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Trödeln  

Wenn Kinder ständig trödeln

| rev, ddp

Erziehung: Trödelnde Kinder unterstützen. Feste Strukturen im Alltag können helfen, das Trödel-Problem in den Griff zu bekommen.

Feste Strukturen im Alltag können helfen, das Trödel-Problem in den Griff zu bekommen. (Bild: Imago)

Kinder können sich in Zeitlupe bewegen. Vor allem dann, wenn man ganz schnell los möchte, brauchen sie plötzlich für jeden Handgriff Ewigkeiten. Und während die Kleinen ihre Socken in aller Ruhe fünfmal aus- und wieder anziehen, bekommen ihre Eltern merklich schlechte Laune. "Kinder trödeln oft unbewusst, weil sie Träumereien nachhängen oder weil sie unangenehme Ereignisse hinauszögern möchten", sagt Albert Wunsch, Dozent für Erziehungswissenschaft an der Katholischen Hochschule Köln.

Taktisches Trödeln

Manche Kinder hätten jedoch auch gelernt, dass ihnen das Trödeln Vorteile verschafft. "Oft helfen die Eltern ihrem Kind irgendwann bei seinen Aufgaben, damit es schneller fertig wird. Dann kann es passieren, dass das Kind beim nächsten Mal gezielt trödelt, damit es wieder unterstützt wird", erklärt Wunsch.

Routinen im Alltag können helfen

Er empfiehlt Eltern, trödelnden Kindern Strukturhilfen anzubieten. Beispielsweise könne man die Kleidung am Abend vorher gemeinsam herrichten und in der Reihenfolge zurechtlegen, in der sie angezogen wird. Schon kleine Kinder könnten sich gut an einer Uhr mit großen Zeigern orientieren. "Daran kann das Kind genau sehen, wann es fertig sein muss", sagt Wunsch. Man sollte sich zudem bemühen, sich im Tagesablauf immer an bestimmte Rituale und Reihenfolgen zu halten. "Was man jeden Tag macht, macht man irgendwann fast automatisch", erklärt der Erziehungsexperte.

Konsequenz zeigen

Um das Trödel-Problem in den Griff zu bekommen, kann es auch sinnvoll sein, gemeinsam mit dem Kind nach Lösungen für den Konflikt zu suchen. "Man sollte das Kind nach seinen Ideen fragen, wie sich die Situation besser gestalten lässt", sagt Wunsch. Oft ergäben sich dadurch verblüffende Erkenntnisse, beispielsweise, dass das Kind im Bad nur so lange braucht, weil die Geschwister es ablenken. Wichtig sei, dass man in diesem Gespräch auch die Konsequenzen aushandle. Die Beschäftigung mit der Frage "Was soll passieren, wenn Du nicht pünktlich bist?" verdeutliche Kindern, wie wichtig dieses Thema ist. Eltern müssten allerdings auch bereit sein, die vereinbarte Konsequenz umzusetzen. "Dann muss das Kind eben mal ohne Frühstück aus dem Haus, oder es hat einen Schultag lang seine Hausschuhe an", sagt Wunsch.


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