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Benimmregeln  

Kindern gutes Benehmen von Anfang an vorleben

| t-online.de, ddp

Kindern gutes Benehmen von Anfang an vorleben. Kleines Mädchen überreicht einer Frau einen Blumenstrauß.

Den Kindern beibringen, dass Begriffe wie 'Bitte' und 'Danke' zur Wertschätzung einer anderen Person dazugehören. (Bild: Imago)

Sätze wie "Hast Du auch schön 'Danke' gesagt?" oder "Wie lautet das Zauberwort mit zwei 't'?" hört man allzu häufig von Eltern. Mit solchen Formeln wollen viele ihre Sprösslinge zu gutem Benehmen erziehen. "Kinder wissen oft noch nicht, was sich gehört und was nicht", sagt der Stiltrainer Jan Schaumann aus Berlin, selbst Vater von zwei Kindern. Sie müssten erst noch die Regeln des Zusammenlebens lernen.

Kinder suchen sich Vorbilder

Deswegen sei es wichtig, dass Eltern ihren Sprösslingen das Verhalten nicht vorschreiben, sondern von Geburt an vorleben. "Wenn man sagt, du musst 'Danke' und 'Bitte' sagen, ist es von außen erzwungen und kommt nicht von dem Kind selbst", betont Schaumann. Eltern sollten demnach darauf achten, dass sie im Umgang mit anderen das Bitten und Danken nicht vergessen. Denn Kinder suchen sich Vorbilder und schauen sich ihr Verhalten von ihrer Umgebung ab. "Wo 'Danke' und 'Bitte' zum häuslichen Umgangston gehören und Eltern auch sonst gutes Benehmen vorleben, werden Kinder dies von klein auf übernehmen", unterstreicht der Experte.

Kind nicht bloßstellen

Wenn der eigene Sprössling tatsächlich einmal im Umgang mit anderen das Danken und Bitten vergisst, empfiehlt Schaumann, das Kind nicht vor anderen bloßzustellen. "Den Sohn oder die Tochter direkt darauf hinzuweisen, ist zwar gesellschaftlich korrekt, aber für das Kind nicht angenehm", erläutert er. Denn wie würde man sich selbst fühlen, wenn man vor anderen zurechtgewiesen werde?

Erklärendes Gespräch führen

"Deswegen ist besser, mit dem Sohn oder der Tochter hinterher darüber zu sprechen und zu erklären, dass Floskeln wie 'Bitte' oder 'Danke' zur Wertschätzung einer anderen Person dazugehören", rät der Experte. Man solle erläutern, dass sich beispielsweise die Tante mit dem Geschenk sehr viel Mühe gegeben habe, die man durch das Bedanken anerkenne. Ebenso könne man dem Kind raten, sich in die andere Person hineinzuversetzen und möglicherweise nachträglich noch eine Dankeskarte zu verfassen.

Gut benehmen - warum eigentlich?

"Der große Knigge" nennt drei Gründe, warum Eltern ihren Kindern gutes Benehmen beibringen sollten: Den Kindern zuliebe, den anderen zuliebe und sich selbst zuliebe. Kleinen Kindern mögen andere noch nachsehen, wenn sie sich einmal danebenbenehmen. Doch spätestens in der Schule wird sich schlechtes soziales Verhalten und Unhöflichkeit negativ auswirken. Womöglich durch schlechte Noten, mit Sicherheit jedoch durch ein gespanntes Verhältnis zu Mitschülern und Lehrern, eben zum sozialen Umfeld. Das trifft natürlich erst recht auch auf das spätere Arbeitsleben zu, wenn zum Beispiel schon kleinere Formfehler zum Scheitern beim Bewerbungsgespräch führen können. Denn grundsätzlich gilt: Wer anderen Freundlichkeit, Rücksicht und Hilfsbereitschaft entgegenbringt, wird diese Eigenschaften auch von anderen erfahren.

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