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Studie  

Kinderhandy bereitet Eltern Sorge

09.10.2009, 14:23 Uhr

Handys sorgen immer wieder für Spannungen in der Familie.Handys sorgen immer wieder für Spannungen in der Familie. (Bild: Archiv)Das Mobiltelefon ist bereits Teil des Lebensalltags von Kindern und Jugendlichen geworden, sorgt jedoch auch immer wieder für Spannungen in der Familie. Zu diesem Schluss kommt eine Erhebung im Auftrag des österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). 98 Prozent der 500 befragten Eltern sahen es als ihre Aufgabe, ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät zu vermitteln. Tatsächlich geschieht Handyerziehung durch vertrauensvolle Gespräche jedoch kaum. Ein Drittel der Eltern sprach sich für eine Kontrolle von Fotos, SMS oder Videos auf dem Handy der Kinder auch ohne deren Wissen aus. "Das Handy ist das erste Medium, das Kindern alleine gehört. Daraus ergeben sich Konfliktpotenziale", erklärt ÖIAT-Geschäftsführer Bernhard Jungwirth.

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Eltern in Sorge

45 Prozent der Befragten gaben an, dass das Handy bereits mindestens einmal Anlass für Familienkonflikte war. Hauptstreitpunkte sind zu hohe Handyrechnungen, Telefonate zu unerwünschten Tageszeiten sowie Anlässe, bei denen das Kind elterliche Anrufe ignoriert. Reibereien verursacht häufig auch der Wunsch eines neuen Handys. Darüber hinaus gaben viele Eltern ihre Sorge um Risiken in der Handynutzung zum Ausdruck. Vorherrschend ist dabei der Diebstahl des Handys, die Kosten an sich oder auch ungeeignete Inhalte, die über das Gerät ausgetauscht oder konsumiert werden. Dazu gehören Gewalt- und Pornovideos, Belästigungen wie Cybermobbing oder unangenehme Folgen von "Sexting", der privaten Verbreitung von erotischem Bildmaterial des eigenen Körpers per MMS, oder auch die Risiken, die der unkontrollierbare Internetzugang am Gerät mit sich bringt.

Ausspionieren ähnlich wie Verletzung des Briefgeheimnisses

Besonders brenzlig wird die Situation, wenn Eltern Kinder verdächtigen, gewalttätige oder pornografische Videos auf dem Handy zu speichern, erklärt der Wiener Kinder- und Jugendanwalt Anton Schmid. "Jugendliche ab 14 Jahren machen sich durch Besitz, Weitergabe oder Überlassen von solchen Daten strafbar, während bei Jüngeren das Jugendamt verständigt wird. Kommen Eltern den Kindern auf die Schliche, ist das Gesetz in der Regel ohnehin schon gebrochen. Allerdings werden Jugendliche den Eltern kaum mitteilen, was sie erhalten haben, um unangenehmen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen." Auf dem Gebiet bestehe Rechtsunsicherheit, vor allem da ein Ausspionieren des Handys des Kindes durch ein Elternteil rechtlich mit einer Verletzung des Briefgeheimnisses vergleichbar sei. Wie auch das Löschen von Dateien sei dies nur dann vertretbar, wenn das Kindeswohl deutlich über dem Wert des Briefgeheimnisses stehe, so Schmid.

Kinder in multimediale Welt begleiten

Im Anlassfall sei jedoch die Suche nach einem Gespräch weitaus zielführender als drastische Maßnahmen wie Handyverbot oder Ausspionieren, so das Credo der Experten. "Das mobile Netz wird sich in Zukunft noch mehr in Richtung Breitband entwickeln und Kinder werden noch multimedialer. Wichtiger als dieser Fortschritt ist für Kinder jedoch, ordentlich in diese neue Welt begleitet zu werden", betont Elisabeth Mattes, Unternehmenssprecherin des Netzbetreibers mobilkom austria. Jugendanwalt Schmid rät zur Vertrauensbindung von Klein auf. "Das Handy ist für Jugendliche das wichtigste Instrument zum Kontaktaufbau mit Angehörigen der Peer-Groups. Eltern sollten das Thema lieber locker angehen und nur dann 'Stopp!' signalisieren, wenn strafrechtliche Grenzen überschritten werden." Nützliche Maßnahmen zur Vermeidung hoher Telefonrechnungen seien etwa das gemeinsame Festlegen von monatlichen Höchstbeträgen. Wichtig sei auch, dass sich Eltern ausreichend über die Thematik informieren, da ihre Kinder oft über mehr technisches Wissen verfügen als sie selbst. "Indem man Kinder als Elternteil bittet, Funktionen zu erklären, hat man einen idealen Anknüpfungspunkt für Gespräche geschaffen", rät Schmid.

Jedes dritte Grundschulkind hat Handy

Die ÖIAT-Befragung verdeutlicht darüber hinaus, wie sehr das Handy den Alltag von Kindern bestimmt. Jedes dritte Grundschulkind besitzt bereits ein eigenes Mobiltelefon, wobei das Durchschnittsalter für das erste eigene Handy zehn Jahre beträgt. Mehr als drei Viertel der Jugendlichen haben das Handy immer dabei, vier von fünf tauschen per Handy Musik, Videos oder Fotos aus, jeder dritte hat schon per Handy im Internet gesurft. Den meisten Eltern geht es beim Kauf darum, dass das Kind im Notfall Hilfe holen kann, mit zunehmendem Alter und der damit verbundenen größeren Freiheit rückt schließlich die stete Erreichbarkeit in den Vordergrund. Jeder vierte befragte Elternteil gab allerdings an, dass die Anschaffung infolge des Drängens des Kindes geschah, daneben tauchte auch der soziale Druck durch die Peer-Group oder das Verfügen eines Statussymbols als Begründung auf.

Falsche Sicherheit

Ab welchem Alter ein Kind ein Handy tatsächlich braucht, ist nach Meinung von Antje vom Berg, Referentin für Medienkompetenz bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf stark von dessen Lebenssituation abhängig. "Allgemein geht man davon aus, dass Kinder im Grundschulalter und davor noch kein Mobiltelefon benötigen", sagt die Expertin. Sie warnt Eltern davor, sich in falscher Sicherheit zu wägen. "Manche denken: Mein Kind hat ja jetzt ein Handy, da kann ich es auch mal alleine lassen", sagt vom Berg. Gerade bei jüngeren Kindern könne man sich aber noch nicht darauf verlassen, dass das Handy ihnen in realen Notsituationen wirklich hilft.

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