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Haushalt: So helfen Kinder in Deutschland

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Haushalt  

So helfen Deutschlands Kinder im Haushalt

09.10.2009, 17:05 Uhr | Simone Blaß; ots

Haushalt: So helfen Kinder in Deutschland . Kleiner Junge mit Staubsauger in der Küche.

Nur fünf Prozent der Kinder in Deutschland helfen gar nicht im Haushalt. (Bild: Imago)

Die Zeitschrift "Eltern Family" wollte für ihre aktuelle Ausgabe von Deutschlands Kindern wissen, welche Aufgaben sie im Haushalt übernehmen und startete eine Exklusiv-Umfrage: Nur fünf Prozent der Kinder sagen, dass sie fast gar nicht helfen. Das eigene Zimmer aufzuräumen liegt hingegen mit 41 Prozent ganz vorn.

Zimmer aufräumen: Haushaltstätigkeit Nummer eins

1882 Schülerinnen und Schüler von neun bis 19 Jahren antworteten auf die Frage "Was machst du im Haushalt?". So lauteten die häufigsten Aussagen:


Eigenes Zimmer aufräumen41 Prozent
Hilfe beim Abwasch38 Prozent
Staubsaugen27 Prozent
Müll wegbringen21 Prozent
Putzen20 Prozent
Hilfe beim Kochen und Backen18 Prozent
Versorgung der Familien-Tiere17 Prozent
Rasenmähen15 Prozent
Waschen14 Prozent
Bügeln14 Prozent
Staub wischen9 Prozent
Einkaufen9 Prozent
Eigenes Bett machen5 Prozent
Betten machen5 Prozent
Straße oder Terrasse fegen5 Prozent
Gartenarbeit5 Prozent
Blumen gießen5 Prozent
Auto putzen5 Prozent

"Ich muss unseren Papagei duschen"

Manche Kinder putzen aber auch ganz anders: "Ich muss unseren Papagei duschen", sagt eine zwölfjährige Realschülerin in der Umfrage. Vier weitere konkrete Aussagen lauteten: "Ich bringe unsere Schildkröte ins Außengehege" (elfjähriger Hauptschüler), "Wir haben eine Punkteliste. Man muss sieben Punkte in der Woche machen und 40 im Monat" (neunjähriger Grundschüler), "Ich helfe freiwillig im Haushalt, damit ich später allein wohnen kann" (15-jährige Förderschülerin), "Wir haben 'Familienaufgaben', von denen sich jeder von uns jeden Tag eine aussuchen darf. Das ist gut, denn so ist es nicht langweilig, weil man nicht immer das Gleiche machen muss" (zwölfjährige Gymnasiastin).

Kleine Kinder wollen helfen

Eltern können durchaus schon früh beginnen Kinder in die Haushaltsarbeit mit einzubeziehen. Besonders kleinere Kinder möchten schon früh helfen. Gerade Zweijährige wollen am liebsten an den täglichen Hausarbeiten beteiligt werden und sind stolz, wenn sie helfen dürfen. Kleine Aufgaben kann man ihnen dann durchaus schon übertragen und die Hilfe dann Stück für Stück ausbauen. Natürlich dauert alles etwas länger und es kann auch mal zu dem einen oder anderen Malheur kommen, aber der Stolz, den das Kind dabei empfindet, wiegt den anfänglichen Mehraufwand deutlich auf.

Haushaltsplan gemeinsam verabschieden

Bei der Frage "Wer macht was?" sollte man die Kinder unbedingt mit einbeziehen. Zunächst stellt man eine Liste mit Aufgaben zusammen, die erledigt werden müssen. Dann kann man gemeinsam überlegen, welche der Aufgaben sich bereits für Kinder eignen, wobei größere Kinder zwar nicht mehr als die anderen übernehmen sollten, ihr Teil aber durchaus etwas komplizierter sein darf. Man sollte darauf achten, dass bei der Verteilung der Aufgaben etwas Abwechslung ins Spiel kommt und bisweilen auch mal eine kleine Schwierigkeit eingebaut ist. Die Erledigung solcher Aufgaben macht stolz und bringt Abwechslung in die Alltagspflichten.

Wenn jeder hilft, profitieren alle davon

Die Kinder sollten die Möglichkeit haben, selbst vorzuschlagen, welchen Teil der Hausarbeit sie übernehmen möchten. Sucht sich das Kind eine zu schwere Aufgabe heraus, dann kann man sie entweder mit ihm gemeinsam erledigen oder es bitten, sich etwas Einfacheres zu suchen. Es wird immer wieder vorkommen, dass Kinder auch sagen, dass sie überhaupt keine Aufgabe übernehmen wollen. Dann sollten Eltern ihnen klarmachen, dass jeder seinen Teil dazu beitragen muss, dass der Haushalt funktioniert und im Falle des Falles die Aufgaben einfach verteilt werden. Und dazu sollten die Eltern dann auch stehen! Kinder zur Mithilfe im Haushalt zu bewegen, ist nicht immer einfach. Wenn sie aber das Gefühl vermittelt bekommen, wirklich gebraucht zu werden und es sich nicht nur um eine erzieherische Maßnahme handelt, dann wird man auf deutlich weniger Widerstand stoßen.

Aufgaben schriftlich festhalten

Es kann auch sinnvoll sein, einen "Dienstplan" zu erstellen. Das sollte man am besten gemeinsam tun. Man kann ihn dann schön bunt gestalten, womit er bereits ein bisschen von seinem offiziellen Charakter verliert. Letztendlich dient er einfach nur dazu, den Überblick nicht zu verlieren und am Ende des Tages beziehungsweise der Woche festzustellen, wie und ob die einzelnen Aufgaben erfüllt wurden. Was durchaus auch mal belohnt werden darf. Mit größeren Kindern kann man auch eine Art Vertrag schließen, in dem nicht nur die zu erfüllenden Aufgaben festgehalten werden, sondern auch die daraus entstehenden Privilegien, zum Beispiel Ausgehen dürfen oder ein gemeinsamer Schwimmbadbesuch. Dabei ist es wichtig sich schon vorher zu überlegen, wie man reagieren wird, wenn das Kind seine Aufgaben nicht in diesem Rahmen erfüllt hat. Denn auch die Sanktionen sollten bereits im Vorfeld festgelegt sein, wie beispielsweise den Besuch von Freunden nicht erlauben, wenn das Zimmer immer noch nicht aufgeräumt ist. Wichtig hierbei ist, dass die Kinder den Zusammenhang zwischen dem Nichterfüllen der jeweiligen Aufgabe und der daraus entstehenden Konsequenz begreifen.

Mitarbeit im Haushalt darf Sport und Spiel nicht verdrängen

Grundsätzlich sollten Eltern selbst davon überzeugt sein, dass die Entscheidung, die Kinder regelmäßig im Haushalt mithelfen zu lassen, auch richtig ist. Wichtig ist dabei, dass die Erledigung der Aufgaben nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Es muss genügend für Spiel und Sport übrig bleiben und darf nicht ausarten. Denn nur so erhält man auch den gewünschten Effekt. Das Kind lernt, dass jeder in einer Gemeinschaft seine Aufgaben hat, die erfüllt werden müssen, damit das Zusammenleben funktioniert. Und dass dann mehr gemeinsame Zeit übrig bleibt. Es lernt Selbstdisziplin, indem es dazu angehalten wird, bestimmte Aufgaben auch zu einem bestimmten Zeitpunkt auszuführen. Schließlich macht es wenig Sinn, wenn die Haustiere statt täglich nur freitags gefüttert werden oder der Garten dann gegossen wird, wenn es regnet. Bei anderen Aufgaben, bei denen der genaue Zeitpunkt nicht ganz so wichtig ist, kann das Kind dann im Rahmen der vorgegebenen Zeit, zum Beispiel einer Woche, selbst entscheiden, wann es was erledigen möchte.

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