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Schulverweigerer

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Schulverweigerer aus Glaubensgründen

25.11.2009, 16:10 Uhr | dpa

Immer wieder weigern sich Eltern, ihre Kinder aus religiösen Gründen in die Schule zu schicken. Sie boykottieren das staatliche Erziehungswesen, weil der Unterricht nicht ihrer Weltanschauung entspricht. Vielen Erziehungsberechtigten sind der Sexualkunde-Unterricht und die an öffentlichen Schulen gelehrte Evolutionstheorie ein Dorn im Auge. Einige Eltern sehen ihre Kinder zudem mit starren Regeln der Schule zu sehr unter Druck gesetzt.

Etwa 500 Kinder gehen nicht zur Schule

Der Verein Schulunterricht zu Hause schätzt, dass in Deutschland aus diesen Gründen etwa 500 schulpflichtige Kinder dem Klassenraum fernblieben. Mal streben ihre Eltern die Gründung einer Privatschule an, mal wollen sie die Kinder in der eigenen Wohnung unterrichten und lassen sich auch von Polizei und Justiz nicht zur Einhaltung der Schulpflicht zwingen.

Verbot von Heimunterricht

Mehrere deutsche Gerichte verboten den Heimunterricht, verhängten zur Durchsetzung der Schulpflicht Zwangsgelder oder entzogen den Eltern sogar das Sorgerecht. Der Bundesgerichtshof stellte im November 2007 in einer Entscheidung klar: "Eltern sind auch dann nicht berechtigt, ihre Kinder der Schulpflicht zu entziehen, wenn einzelne Lehrinhalte oder -methoden der Schule ihren Glaubensüberzeugungen entgegenstehen."

Sexualkundeunterricht unerträglich

In Paderborn (Nordrhein-Westfalen) hielt eine Gruppe von Baptisten ihre 15 Kinder jahrelang vom staatlichen Unterricht ab. Die tiefgläubigen Aussiedler aus Kasachstan hielten nicht nur den Sexualkunde-Unterricht für unerträglich. Die Beschäftigung mit fremden Religionen könne zudem ihre Kinder vom rechten christlichen Weg abbringen. Nach langem Rechtsstreit wanderten sie nach Österreich aus, wo sie die Kinder in eine christliche Privatschule schickten.

Auf der Flucht

In Hamburg las ein Elternpaar seinen drei Töchtern lieber zu Hause aus der Bibel, um ihnen Mitschüler aus zerrütteten Familien zu ersparen. Nach Geldstrafen und Erzwingungshaft für den Vater scheiterte dieser auch mit einer Klage gegen die Schulpflicht vor dem Bundesverfassungsgericht. Als den Eltern der Entzug des Sorgerechts drohte, setzte sich die Familie aus der Hansestadt ab.

Bewahrung vor "missratenen Mitschülern"

In Bayern leistete die urchristlich orientierte Gruppe "Zwölf Stämme" jahrelang verbissenen Widerstand gegen die Schulpflicht. Um ihre mehr als 30 Kinder vor "moralisch missratenen Mitschülern" zu bewahren, nahmen einige Väter auch Bußgelder und Haft in Kauf. Die Kinder wurden wiederholt von der Polizei zur Schule gefahren, bis Eltern und Behörden einen Kompromiss fanden. Die Religionsgemeinschaft versprach, die Kinder nach einem festen Lehrplan zu unterrichten und so die Schulpflicht zu erfüllen.

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