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Leseförderung mit Comics und Hörbüchern

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Comics  

"Die spinnen, die Römer"

02.12.2009, 13:57 Uhr | dpa

Leseförderung mit Comics und Hörbüchern. Leseförderung ist auch mit Comics und Hörbüchern möglich.

Leseförderung ist auch mit Comics und Hörbüchern möglich. (Bild: dpa)

"Peng", "Zosch", "Nimm das, du Schurke!" Comics in den Händen ihrer Kinder sehen viele Eltern etwa so gerne wie Schaumküsse auf dem Mittagstisch. Und Hörspielen oder Hörbüchern gegenüber sind sie oft zumindest skeptisch. Mit Lesen hat das schließlich nichts zu tun. Doch diese Väter und Mütter denken besser um. Denn geht es darum, den Nachwuchs zu Leseratten zu machen, sind Comics nur scheinbar Schund. Und auch die Wirkung von Hörmedien wird besser nicht unterschätzt.

"Lesen, was Spaß macht"

Der Begriff "Leseförderung" lasse sich enger oder weiter fassen, sagt Margit Müller von der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) in Frankfurt. "Ich persönlich bin mehr für die weitere Fassung und sage: Kinder sollen lesen, was ihnen Spaß macht." Laut Christoph Schäfer von der Stiftung Lesen in Mainz sind grundsätzlich alle Medien geeignet, um Kinder ans Lesen heranzuführen. Und dazu gehören eben auch Comics und Hörbücher beziehungsweise Hörspiele.

Comics nicht verbieten

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen sind Eltern, die Spaß an etwas vermitteln wollen, nicht gut beraten, wenn sie allzu sehr mit Verboten und Zwang arbeiten. Liebt ein Kind Asterix und Co. und seine Comics landen im Altpapier, während stattdessen ein "gutes Buch" auf dem Nachttisch liegt, kann das verheerende Wirkung haben: "Die Folge wäre allzu leicht komplette Leseunlust", so Müller. "Wenn Eltern sagen 'Du musst', werden viele Kinder nur noch bockiger."

Geschichten in Bildern und Texten

Zum anderen sind viele Comics beileibe nicht jene Vergeudung an Papier und Druckerfarbe, für die sie viele Eltern noch immer halten. Sie erzählen Geschichten in Bildern und Texten. Diese Verknüpfung beanspruche Gehirnareale, "die über jene beim reinen Lesen sogar hinausgehen", sagt Burkhard Ihme vom Interessenverband Comic (ICOM) in Stuttgart, einer Vereinigung von Autoren und Zeichnern.

Graphic Novels

Daneben gibt es die sogenannten Graphic Novels als Mischform. "Das sind 'vercomicte' Romane", erläutert Schäfer. Gleich zwei Titel - beide vom Autoren und Illustratoren Shaun Tan - waren jüngst für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Während es für "Ein neues Land" dabei blieb, heimste "Geschichten aus der Vorstadt des Universums" die Auszeichnung auf der Frankfurter Buchmesse ein. Allerdings sollten Eltern unbedingt darauf achten, altersgerechte Graphic Novels auszuwählen, denn es gibt auch recht brutale und zum Teil gewaltverherrlichende Titel.

Aufbau von Geschichten bei Hörbüchern lernen

Geht es um Hörbücher und -spiele, haben kritische Eltern in einem Recht: Die Kinder lesen nicht selbst. Doch nach Schäfers Überzeugung macht das nichts. Denn sie eignen sich dabei etwas an, das Fachleute auch hierzulande "literacy" nennen: das Verarbeiten, Kommentieren und Weitergeben von Erzählstrukturen. "Sie lernen, wie Geschichten aufgebaut sind, sich in fiktive Charaktere hineinzuversetzen und visuelles Vorstellungsvermögen." Auch Müller ist von der positiven Wirkung gutgemachter Hörbücher und -spiele überzeugt. Auf den CDs seien teils komplexe Sachverhalte spannend oder lustig aufbereitet. "Sie schaffen Möglichkeiten für Kinder, mit akustischen Mitteln Fantasieräume zu eröffnen." Das Kind sitzt vor der Stereoanlage, ist in seiner Fantasie aber mitten in der Geschichte.

Immer auch Bücher anbieten

Trotzdem können Eltern, deren Kinder Comics lieben oder von Geschichten zum Zuhören begeistert sind, ihrem Nachwuchs auch Bücher geben. Sie sollten das laut Schäfer sogar tun: "Man kann sich auf die Faszination des Mediums Comic allein nicht verlassen, wenn man Kinder ans Lesen heranführen will." Auch wenn die Hefte ebenso wie Hörbücher und -spiele das ihre zum Erwerb der Lesekompetenz beitragen: Alleine richten können sie es nicht.

Comics als Vorbereitung auf Bücher

Haben Vater oder Mutter das richtige Buch ausgewählt, werden sie die vielleicht überraschende Erfahrung machen, dass das Kind es regelrecht verschlingt - nicht etwa, obwohl es vorher Comics gelesen hat, sondern in vielen Fällen gerade deswegen: "Wenn Kinder im Comiclesen gut geübt sind, ist es für sie leichter, auch längere Texte zu erfassen", erklärt Christoph Schäfer. Beißt das Kind nicht gleich an, sollten die Eltern nicht aufgeben: "Man kann es ruhig immer wieder versuchen", ermuntert Margit Müller. Mit Zwang, den es ja zu vermeiden gilt, hat das noch nichts zu tun.

Eltern sollten viel vorlesen

Wer sich nicht sicher ist, welches Buch passen könnte, sollte dem Buchhändler um die Ecke vertrauen. Oder er schaut in die "Bücherbox", die in Buchgeschäften ausliegt. Diese Liste von rund 200 empfehlenswerten Titeln gibt der avj im jährlichen Rhythmus heraus. Ist das richtige Buch gefunden, können und sollten Eltern etwas tun, das mit Comics schwer möglich ist, wie auch Burkhard Ihme vom ICOM einräumt: vorlesen. Denn gerade für Kinder im Grundschulalter ist die intime Vorlesesituation mit den Eltern genauso wichtig wie das Lesen selbst.

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