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Betreuungsgeld  

Betreuungsgeld mindert Bildungschancen

03.12.2009, 13:12 Uhr | dapd, dpa

Betreuungsgeld mindert Bildungschancen. Betreuungsgeld ist laut einer Studie kontraproduktiv (Foto: imago)

Betreuungsgeld ist laut einer Studie kontraproduktiv (Foto: imago)

Das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld mindert nach einer Studie die Bildungschancen vor allem von Kindern aus sozial schwachen Familien. Diese Kinder, aber auch Kinder aus Zuwandererfamilien, profitierten besonders vom Besuch frühkindlicher Bildungseinrichtungen, heißt es in der Studie der Bertelsmann Stiftung. Außerdem würden internationale Erfahrungen belegen, dass Kinder aus diesen Familien oft zu Hause bleiben, wenn Betreuungsgeld gezahlt wird. Die Koalition will 2013 ein Betreuungsgeld von rund 150 Euro im Monat einführen.

Sozial benachteiligte Kinder profitieren vom Krippenbesuch

Die Chance, auf ein Gymnasium zu kommen, erhöht sich laut Studie bei Krippenkindern aus Migrantenfamilien um 55 Prozent. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Hauptschulabschluss haben, steigt die Wahrscheinlichkeit demnach sogar um 100 Prozent. Die Studie belege, dass die Verbesserung des Krippenangebots ein wichtiger und wirksamer Schritt für ein chancengerechtes Bildungssystem wäre, sagte Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung. Das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld schaffe dagegen gerade für sozial schwache Familien den Anreiz, ihre Kinder nicht in die Krippe zu bringen. "Bildungspolitisch ist das ein Schildbürgerstreich", sagte Dräger.

Langzeitbefragung als Grundlage

Erstellt wurde die Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vom Schweizer Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS). Als Grundlage dienten demnach die Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) der Jahrgänge von 1990 bis 1995. Das SOEP ist eine seit 25 Jahren laufende Langzeitbefragung von mehr als 10.000 deutschen Haushalten, die Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit gibt.

Offener Brief gegen Betreuungsgeld

Am Mittwoch hatten sich 16 Organisationen in einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel und die neue Familienministerin Kristina Köhler gegen die Einführung des Betreuungsgeldes ausgesprochen. Die Organisationen, darunter Pro Familia, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Deutsche Kinderschutzbund, lehnen die geplante Leistung sowohl als Barzahlung als auch Gutscheinlösung ab. Stattdessen fordern sie von der Bundesregierung, sich auf den Ausbau der Kleinkindbetreuung zu konzentrieren.

"Sozialpolitischer Rückschritt"

In dem Brief heißt es, das im Koalitionsvertrag ab dem Jahr 2013 vereinbarte Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro monatlich für zu Hause betreute Kleinkinder von unter drei Jahren sei ein sozial- und gleichstellungspolitischer Rückschritt. "Das Betreuungsgeld widerspricht den Prinzipien einer modernen Gesellschaft in hohem Maße", schreiben die beteiligten Verbände. Wahlfreiheit für die Eltern werde dadurch hergestellt, dass genügend qualitativ hochwertige und gebührenfreie oder kostengünstige Ganztagsbetreuungsplätze zur Verfügung stehen.


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