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Haushalt  

Haushalts-Organisationsplan für Familien

25.03.2013, 18:15 Uhr | Jenni Zwick, dpa, t-online.de

Haushalts-Organisationsplan für Familien. Mädchen putzt.

Wer hilft wie viel im Haushalt? (Bild: Imago)

In den meisten Familien ist es das Streitthema Nummer eins: Wer hilft wie viel im Haushalt? Einig sind sich Pädagogen darüber, dass Kinder schon früh an Ordnung und Mithilfe bei der Hausarbeit herangeführt werden sollten, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Doch kann man einen Dreijährigen schon den Tisch abräumen lassen, ohne dass Geschirr zu Bruch geht? Oder darf eine Zehnjährige schon mit dem Bügeleisen hantieren? Mit diesen Tipps führen Sie Ihre Familie an "das bisschen Haushalt" heran.

Wer macht was?

Für viele Kinder ist es ganz klar: Sie arbeiten am meisten. Schließlich gehen sie zur Schule, machen ihre Hausaufgaben und räumen im besten Fall auch noch ihr Zimmer selbst auf. Und zusätzlich sollen sie auch noch andere Pflichten übernehmen? Nein, danke. Die Verbraucherzentrale rät in ihrer Broschüre "Zeitmanagement im Alltag" den Familienmitgliedern und sich selbst deutlich zu machen, wie die Arbeit im Haushalt verteilt ist. Mit einem kleinen Test können die Aufgaben analysiert werden. Dafür erhält jedes Familienmitglied einen Bogen Papier, auf dem alle Aufgaben aufgelistet sind, wie beispielsweise:

- Wer verdient das meiste Geld in der Familie?

- Wer macht sauber?

- Wer kocht?

- Wer spült?

- Wer kauft meistens ein?

- Wer bezahlt die Rechnungen?

- Wer bringt das Auto in die Werkstatt?

- Wer bereitet den Kindergeburtstag vor?

- Wer füttert Hund oder Katze?

- Wer benutzt das Auto hauptsächlich?

- Wer kümmert sich wann um den Garten?

- Wer stellt den Mülleimer raus?

- Wer fährt andere zum Sport, zur Schule?

Aufgaben nach Häufigkeit sortieren

Die Einschätzungen, wie viel Zeit für die jeweiligen Aufgaben benötigt wird, fallen vermutlich unterschiedlich aus. Kinder und Jugendliche können die Zeiten weniger gut beurteilen und sind wahrscheinlich überrascht, wie viel Mama und Papa im Alltag zu tun haben. Möglicherweise sind sie dadurch eher bereit, ihren Teil zum Haushalt beizutragen. Die gesammelten Aufgaben sortieren Sie danach, wie oft sie gemacht werden müssen - täglich, alle vier Tage, einmal die Woche, alle vier Wochen. Am Ende übertragen Sie diese Ordnung auf einen Monatskalender.

Zeitpläne erstellen

Die Familienmitglieder können entweder eine Wunschliste erstellen: Welche Aufgaben hätte ich gerne, welche weniger gerne? Oder Sie erstellen für die Aufgaben, die alle Familienmitglieder übernehmen können, kleine Zettelchen und verlosen die Aufgaben. Bei kleinen Kindern ist es ratsam zu den Aufgaben an sich auch einen genauen Zeitplan mit Uhrzeit zu erstellen. Beispielsweise montags und freitags zwischen zwei und drei wird das Altpapier in die Papiertonne gebracht. Das hilft ihnen, da sich Kinder nur schlecht selbst organisieren können. Bei älteren Kindern oder Jugendlichen reicht meistens ein freierer Zeitraum. Je genauer sich die Familie bei den Aufgaben abspricht, desto besser arbeitet sie als Team ohne Stress zusammen.

Leben mit (Haushalts)-Plan

Der Monatskalender kann farblich gestaltet werden, vielleicht haben die Kleinen Lust ihn zu verzieren und wird am besten an einem gut sichtbaren Ort aufgehängt. Nachdem eine Arbeit verrichtet wurde, bietet es sich an mit Smileys, unterschiedlich farbigen Häkchen oder bunten Aufklebern die Aufgabe als erledigt zu kennzeichnen. Da jeder die Aufgaben der anderen "überwachen" kann, wird es weniger Streit geben - vor allem bei Geschwisterkindern, die sich schnell von Bruder oder Schwester übervorteilt fühlen. Nach einer gewissen Zeit, etwa ein bis zwei Monate, können Sie in einer Familiensitzung den Familienplan neu absprechen und gegebenenfalls neu gestalten. Dadurch wird die Aufteilung der Hausarbeit für die Kinder ein Happening und Sie können unauffällig die Aufgaben verteilen, falls ein Kind mit der zugeteilten Arbeit über- oder unterfordert ist. Außerdem können ungeliebte Arbeiten nach einem Monat oder einem anderen Zeitraum weitergegeben werden, so dass jeder Mal dran kommt. Oder der erstellte Haushaltsplan kann für alle Familienmitglieder „auf Probe“ gelten und der nächste wird erst erstellt, wenn die Familienmitglieder unzufrieden damit sind.

An die Regeln halten

Wichtig ist natürlich, dass die Erfüllung der Aufgaben regelmäßig und konsequent durchgeführt werden. Dies gilt nicht nur für die Kinder - auch die Erwachsenen müssen sich an den Plan halten. Wenn Papa samstags das Auto putzen soll und stattdessen in diesem Zeitraum lieber mit dem Jüngsten ein Eis essen geht, ist der Streit vorprogrammiert. Nur wenn alle sich an die (Familien)-Regeln halten, wird sich das System einspielen und funktionieren.

Leben ohne Plan – aber mit Chefs

Manche Erwachsene und Kinder haben eine Aversion gegen Pläne, festgelegte Zeiten oder Smileys auf bunten Plakaten. Es gibt auch andere Möglichkeiten, Struktur und Ordnung in den Alltag zu bekommen. Wichtig ist, dass allen Familienmitgliedern klar ist, dass ein Miteinander nur mit gegenseitiger Unterstützung funktionieren kann. Auch ohne Organisationsplan können Sie klare Absprachen treffen, wer wann wofür zuständig ist. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - Sie als Familienleiter(in) kennen Ihr System am besten - Sie wissen, wie Ihre Familie tickt. Eine Variante könnte sein, kleine Chefs für die jeweiligen Aufgaben zu ernennen: Der Flurchef ist verantwortlich dafür, dass keine Schuhe und Jacken im Flur herumliegen, der Stromchef achtet darauf, dass nirgendwo unnötig das Licht brennt, der Papier- und Glaschef bringt das Altpapier und -glas raus, der Geschirrchef deckt den Tisch, der Gartenchef ist für die Pflege des Gartens zuständig. Nach einer Woche wird gewechselt und die Familienmitglieder dürfen sich ein neues „Amt“ auswählen. Oder haben Sie noch ein anderes System in Ihrer Familie gefunden? Dann nutzen Sie doch unsere Kommentarfunktion am Ende des Artikels.

Verteilung der Aufgaben

Kinder brauchen die Erfahrung, etwas zu können und etwas wert zu sein. Genau wie Erwachsene wollen auch sie gebraucht werden. Merken sie, dass Mama, Papa oder auch die größeren Geschwister ihre Arbeit honorieren und als wichtig empfinden, fördert das Helfen im Haushalt auch das Selbstwertgefühl der Kinder - nicht nur die Ordnung in der Wohnung. Falls Ihr Kind Aufgaben übernehmen möchte, die aus Ihrer Sicht noch nicht altersgemäß sind, sprechen Sie darüber. Verbieten Sie sie nicht gleich. Bei gefährlichen Arbeiten, wie beispielsweise Bügeln, können Sie Ihre Bedenken schildern und auf die Gefahren aufmerksam machen. Sie als Eltern haben natürlich das Zepter in der Hand und vergeben die Aufgaben schlussendlich.

Eigene Erfahrungen machen lassen

Doch ist es trotzdem ratsam, die Kinder ihre Erfahrungen machen zu lassen. Möchte eine Achtjährige beispielsweise lieber jede Woche das Bad putzen anstatt alle zwei Tage den Müll rauszubringen, lassen Sie sie den Versuch starten. Höchst wahrscheinlich wird ihr die Arbeit nach dem zweiten Mal zu viel und sie freut sich über die leichtere, von Ihnen aufgetragene Arbeit. Verwehren Sie ihr aber ihren Wunsch, demotivieren Sie sie und sie wird gegen den Haushaltsplan ankämpfen. Natürlich kann es anfangs sein, dass Sie an manchen Stellen noch einmal drüber wischen müssen, doch mit der Zeit werden auch die kleinen Helfer zu einer echten Hilfe heranwachsen. Welche Aufgaben sich für welches Alter eignen, hat die Verbraucherzentrale in einer speziellen Broschüre zusammengestellt.

Die Gesetzeslage

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) verbietet Kinderarbeit, erlaubt aber ausdrücklich die "Beschäftigung durch die Personensorgeberechtigten im Familienhaushalt". Kinder über 13 Jahre und Jugendliche, die zur Schule gehen, dürfen unter anderem beschäftigt werden mit "Tätigkeiten in Haushalt und Garten, Botengängen, der Betreuung von Kindern und anderen zum Haushalt gehörenden Personen" und "Einkaufstätigkeiten". Kinder und Jugendliche, die sich zu Hause ausgenutzt fühlen, haben laut dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) das Recht, sich an das Jugendamt zu wenden.

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