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"Hotel Mama": Wann Jugendliche aus dem Elternhaus ausziehen

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Ausziehen  

Endlich ausziehen - oder doch lieber "Hotel Mama"?

| rev; Simone Blass; www.destatis.de, t-online.de

"Hotel Mama": Wann Jugendliche aus dem Elternhaus ausziehen. Junge Erwachsene in Deutschland ziehen im Durchschnitt erst mit 25 Jahren zuhause aus.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Junge Erwachsene in Deutschland ziehen im Durchschnitt erst mit 25 Jahren zuhause aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der typische Nesthocker, so hat die Erziehungswissenschaftlerin Christiane Papastefanou festgestellt, ist: männlich, ledig, gebildet und mit Eltern versehen, die es sich auch sehr gut leisten können, ihr Kind bis ins Erwachsenenalter zu beherbergen. Eine lange Ausbildung, Arbeitslosigkeit oder befristete Arbeitsverträge führen im Allgemeinen dazu, dass Deutschlands Jugendliche sich oft erst mit Mitte zwanzig zu einem Auszug entscheiden. Und im Durchschnitt ziehen junge Männer später von zuhause aus als Frauen. Diesen Trend belegen auch jüngste Zahlen.

Günstig und komfortabel: Das "Hotel Mama"

Die eigenen vier Wände - das ist der große Traum vieler Jugendlicher. Allerdings bietet eine eigene Wohnung nicht nur viele Freiheiten, sondern bringt auch jede Menge Kosten und Arbeit mit sich. Für zahlreiche junge Frauen und Männer ist deshalb das sogenannte "Hotel Mama", also der Verbleib im Elternhaus, eine Alternative, die sie gerne in Anspruch nehmen. Ein stets gefüllter Kühlschrank, immer frische Wäsche und ein geputztes Bad sind Vorzüge, auf die viele nicht so schnell verzichten wollen. Kommen dann noch knappe Finanzen hinzu kann sich der Auszug weiter verzögern.

Junge Frauen ziehen früher aus als Männer

Das Alter, in dem junge Menschen das Elternhaus verlassen, weicht innerhalb von Europa deutlich voneinander ab. Nur eines ist in allen EU-Ländern gleich, wie Eurostat und das Statistische Bundesamt bekannt gaben: In allen Staaten entschließen sich Frauen früher zum Auszug als ihre männlichen Altersgenossen. 2007 lebten von den 18- bis 24-jährigen Frauen noch gut zwei Drittel (68 Prozent) bei den Eltern, während es bei den gleichaltrigen Männern sogar 80 Prozent waren.

Italienische Männer ziehen erst über 30 Jahren aus

Ganz besonders früh standen Jugendliche in Finnland auf eigenen Füßen. Dort hatte sich die Mehrheit der 18- bis 24-Jährigen bereits eine eigene Wohnung gesucht: Nur 24 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe und 41 Prozent der jungen Männer lebten noch bei den Eltern. Doch auch Deutschlands Jugend zieht im EU-Vergleich früh von zu Hause aus. 59 Prozent der 18- bis 24-jährigen Frauen und 73 Prozent der Männer teilten sich den Haushalt noch mit ihren Eltern. Im Durchschnitt zogen deutsche Frauen mit 23.9 Jahren und Männer mit 25,1 Jahren aus. In den Ländern Italien, Slowenien und Malta sind diese Zahlen weitaus höher: Dort lebten 90 Prozent oder sogar noch mehr weiterhin im Elternhaus. In Italien beispielsweise ziehen Männer durchschnittlich erst mit 30,9 Jahren aus, Frauen mit 29,5. Auch in Spanien und Griechenland leben junge Frauen und Männer noch sehr lange im Elternhaus.

Eltern auf dem "Abstellgleis"

Aber nicht nur für die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ist der Auszug aus dem Elternhaus ein großer Lebenseinschnitt - auch für die Eltern: Die eigentlich jung gebliebenen Eltern, die sich mit Teeniethemen wunderbar auskennen und die immer das Haus voller Leute hatten, sind auf einmal mit sich alleine. Die Wohnung ist leer, die Großpackungen aus dem Supermarkt sind überflüssig. Da fühlt man sich schnell alt und ungebraucht. Fällt diese Phase dann noch mit dem Beginn der Rente zusammen oder lebt man allein, dann ist der Begriff „Abstellgleis“ nicht weit.

Neue Lebensinhalte

Es ist nicht einfach, die neue Situation in den Griff zu bekommen und sich wieder darauf einzustellen, dass man plötzlich viel mehr Zeit für sich hat und eventuell auch viel mehr Zeit mit dem Partner allein verbringt. Es gilt, sich neu zu organisieren. Andere Strukturen und Rituale zu entwickeln und Positionen zu verteilen. Paaren, die sich auch in den vergangenen Jahren ihre Hobbys erhalten haben oder die sich immer darum bemüht haben, auch Zeit miteinander ohne Kinder zu verbringen, fällt es meist leichter mit der neuen Situation umzugehen.

Wie Eltern auf den Auszug der Kinder reagieren

Die Reaktionen auf plötzlich leerstehende Kinderzimmer sind unterschiedlich, im Großen und Ganzen aber in zwei grobe Gruppen aufteilbar. Manche verändern nichts und die Tochter oder der Sohn schlafen bei Besuchen Jahre später immer noch in der Bettwäsche mit dem ehemaligen Rockidol, neben sich den Teddy. Andere Eltern fangen sofort an, alles auch äußerlich zu verändern. Sich ein Arbeits- oder Hobbyzimmer einzurichten. Und damit auch sich selbst klarzumachen, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Wenn die Kinder keine Kinder mehr sind

Es fällt schwer, sich bewusst zu machen, dass die eigenen Kinder zwar immer die eigenen Kinder bleiben werden, dass sie jetzt aber ihr Leben selbst in die Hand genommen haben. Dauernde Ratschläge und Einmischungen sind nun erst recht nicht mehr erwünscht. Man kann es noch so gut meinen: Die Partnerwahl, der Lebensstil oder die Erziehung der Enkel sind Sache der Kinder. Einfacher fällt das, wenn die Kinder beruflich und damit wirtschaftlich absolut selbstständig sind und bereits eine eigene Familie haben. Es gelingt dann beiden Seiten eher, das Gefühl von Gleichwertigkeit aufrechtzuerhalten.

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