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Feuerwerk mit Kindern: Sicheres Silvester für die Familie

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Gefährliche Faszination: Knaller, Böller, Feuerwerk

28.12.2009, 17:19 Uhr | AFP, sid, dapd, t-online.de

Kind mit Feuerwerks-Körpern.Gefährliche Faszination: Kinder und Feuerwerk. (Bild: Imago)Kinder sind fasziniert von Feuerwerk und wollen an Silvester unbedingt bis Mitternacht wach bleiben, andere haben schreckliche Angst vor dem Lärm. Ein bisschen Angst ist auch gut, denn jedes Jahr wieder passieren zahlreiche Unfälle mit dem Silvester-Feuerwerk, vor allem durch falsche Handhabung. Viele Gefahren können vermieden werden, oft schon beim Einkauf. Tipps für das sichere Silvester-Feuerwerk.



Gefährliche Faszination

Feuerwerk gehört in Deutschland traditionell zur Silvesterfeier. Doch jedes Jahr verursachen Raketen und Böller schwere Verletzungen, von denen allzu oft Kinder betroffen sind. Auf sie üben das Knallen und die bunten Funken einen besonderen Reiz aus. Doch gut 200 Kinder erleiden jährlich durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschäden. Damit der Start ins neue Jahr nicht im Krankenhaus endet, sollten beim Kauf und der Benutzung von Feuerwerkskörpern einige Dinge beachtet werden.

Beim Einkauf auf Kennzeichnung achten

Da Feuerwerk explosive Stoffe enthalten, muss es deshalb von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen werden. Geprüfte Produkte sind an der Kennzeichnung 'BAM-P I' oder 'BAM-P II' in Kombination mit einer vierstelligen Zahlenreihe zu erkennen. Ware der Klasse P I darf auch an Personen unter 18 Jahre verkauft werden, die P II-Produkte sind lediglich Erwachsenen vorbehalten. Raketen, Böller, Kanonenschläge und ähnliches gehören zur Klasse II und dürfen nur an Personen über 18 Jahren abgegeben und von ihnen benutzt werden. Anders ist dies bei Kleinstfeuerwerken der Klasse I. Darunter fallen beispielsweise Wunderkerzen oder Tischfeuerwerk. Feuerwerkskörper ohne amtliche Prüfnummer sollten in keinem Fall verwendet werden, da sie in der Regel den deutschen Sicherheitsstandards nicht genügen. Häufig lässt ihre Qualität zu wünschen übrig, so dass die Sprengkraft oft viel heftiger und die Gefahr einer Fehlfunktion deutlich höher ist.

Nicht zugelassene Ware: gefährlich und strafbar

Wer mit nicht zugelassenen Knallern hantiert, verhält sich zudem ordnungswidrig und kann für mögliche Personen- und Sachschäden haftbar gemacht werden.

Richtig und sicher abbrennen

  • Niemals selbst gebastelte Böller und Raketen benutzen.

  • Generell sollte man sich beim Kauf die Handhabung genau erklären lassen und die Gebrauchsanweisung genau durchlesen und auch befolgen.

  • Daheim sind die Feuerwerkskörper an einem kühlen und trockenen Ort zu lagern, der für Kinder nicht erreichbar ist.

  • Feuerwerk darf beim Zünden niemals in der Hand gehalten werden.

  • Für Raketen sind freistehende Flaschen als Haltevorrichtung ungeeignet, da sie umfallen könnten. Besser sind die Raketen in leeren Flaschen in Getränkekisten untergebracht.

  • Es ist ratsam, nur von freien Flächen oder Straßen die Raketen abzufeuern. Balkone stellen keinen geeigneten Startplatz da, weil darüber liegende Balkone oder Dachvorsprünge die Flugbahn einschränken können.

  • Sogenannte Blindgänger dürfen in keinem Fall noch einmal gezündet werden.

  • Bei einem Tischfeuerwerk ist laut der Eltern-Webseite www.das-sichere-kind.de auf eine feuerfeste Unterlage zu achten, zudem sollte es nicht in der Nähe von brennbaren Materialien wie Gardinen oder Weihnachtsbaum abgebrannt werden. Die wegspritzenden Funken können schnell ein Feuer entfachen. Deshalb ist ein Eimer mit Wasser in der Nähe zu postieren, um im Notfall schnell löschen zu können.

  • Da laute Silvesterknaller Gehörschäden auslösen können, sind vorsorglich Ohrstöpsel zu tragen.

  • Feuerwerk gehört grundsätzlich nicht in die Hände von Kindern. Trotzdem landen jedes Jahr auch Kinder mit Verbrennungen durch Feuerwerkskörper in der Notaufnahme. Häufig kommt es dabei zu Verletzungen, weil die Kleinen die Knaller zu lange in den Händen halten oder zu dicht am Feuerwerker stehen beim Zünden der Raketen zusehen.
  • Wunderkerzen haben ebenfalls ihre Tücken. Wenn Kleinkinder diese in den Mund stecken, besteht Vergiftungsgefahr. Eltern sollten ihren Nachwuchs deshalb sorgfältig über die Gefahren von Böllern und Wunderkerzen aufklären. Brandoberinspektor der Berliner Feuerwehr Stephan Fleischer rät: "Entzaubern Sie das Thema für Ihr Kind, indem sie es aufmerksam in das Abrennen des Feuerwerks in der Silvesternacht mit einbinden und ihm vermitteln, wie man es richtig macht."

  • Wer Silvesterfeuerwerk abbrennen will, sollte keinen Alkohol trinken, um einen Überblick über das Geschehen zu behalten.

  • Feuerwerkskörper sind getrennt von Streichhölzern oder Feuerzeugen aufzubewahren. Auf keinen Fall sind sie zusammen in Taschen von Kleidung zu verstauen. Denn beispielsweise Knallerbsen können sich durch Reibung selbst entzünden und so schwere Verbrennungen verursachen.

  • Nach dem Anzünden von Raketen und anderen Knallkörpern sollte man sich rasch vom Abschussort entfernen und einen Sicherheitsabstand einhalten. Erwachsene haben dabei besonders auf Kinder zu achten, da sie die Gefahren noch nicht richtig abschätzen können.

  • Sollte trotz aller Vorsicht etwas passieren, sind Brandverletzungen unter handwarmem Wasser zu kühlen, jedoch nicht länger als zehn Minuten. Bei schwereren Verletzungen ist der Notruf 112 zu wählen.

Feuerwerks-Branche kündigt Neuerungen an

In den Geschäften ist ab (dem morgigen) Dienstag wieder Silvester-Feuerwerk aller Art erhältlich. Die Verbraucher müssen in diesem Jahr allerdings tiefer in die Tasche greifen als noch 2008. Das teilt der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) auf seiner Internetseite mit. Die Unternehmen hoffen dennoch darauf, ihren Umsatz aus dem vergangenen Jahr von 109 Millionen Euro erneut zu erreichen. Der allgemeine Verkauf von Feuerwerk ist auf die letzten drei verkaufsoffenen Tage vor Silvester festgelegt. Der Verband kündigt für dieses Jahr einige Neuheiten an: So sollen sogenannte Verbundfeuerwerke, die nur ein einziges Mal angezündet werden, noch farbenprächtiger sein. Neu sei auch die Verbindung mehrerer solcher Feuerwerksbatterien, die mit einer einzigen Zündung ein fast professionelles Feuerwerk mit vielen Effekten ermöglichen sollen.

Hörschäden vorbeugen

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) hat vor Hörschäden durch den Krach von Feuerwerk gewarnt. Silvesterknaller hinterließen häufig Geräusche im Ohr, wenn ihre Explosion schon lange vorbei sei. Sie könnten Hörschäden wie Tinnitus oder sogar Risse im Trommelfell verursachen. Einen Abstand von zehn bis zwanzig Metern zu Knallfröschen, Böllern und Raketen empfahl deshalb Jürgen Viezens, DAK-Experte und Hals-, Nasen-, Ohrenarzt. Die DAK verglich den Geräuschpegel von manchen Silvesterknallern mit dem Lärm beim Start eines Düsenjets. Unter Umständen reiche ein Knall, um ein Hörtrauma auszulösen und irreparable Schäden anzurichten. "Je näher der Knaller am Ohr, desto schlimmer der Hörschaden", sagte Viezens. Die DAK wies darauf hin, dass Kinder und Jugendliche besonders gefährdet seien, weil sie zu nah am Explosionskörper blieben. Laut einer Untersuchung der Universität Gießen habe bereits jedes zehnte Kind bereits Hörschäden, die durch Knallgeräusche wie beim Jahreswechsel verursacht wurden.


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