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Erziehung: Wann Petzen für Kinder erlaubt ist

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Nicht gleich schimpfen  

Wann Kinder petzen dürfen

19.02.2016, 17:19 Uhr | Simone Blaß, t-online.de, dpa, tze

Erziehung: Wann Petzen für Kinder erlaubt ist. Erziehung: Es gibt Situationen, in denen Kindern das Petzen unbedingt erlaubt ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt Situationen, in denen Kindern das Petzen unbedingt erlaubt ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schon das Wort "petzen" hat einen fiesen Klang. Aber wenn Kinder andere anschwärzen, muss das nicht immer schlecht sein. Erstens hängt es vom Entwicklungsstand eines Kindes ab, zweitens gibt es Situationen, in denen Petzen ausdrücklich erlaubt ist.

Wenn ein Kind andere verpetzt, reagieren viele genervt. Eltern sollten nicht schimpfen, sondern nachfragen: Geht es wirklich nur um Kleinigkeiten? Oder ist etwas Gemeines passiert und jemand braucht Hilfe? "Wichtig ist, dass das Kind die Sicherheit hat: Wenn etwas ist oder ich beunruhigt bin, kann ich um Hilfe bitten", sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). 

Verpetzt ein Kind ständig andere wegen Kleinigkeiten, sollten Eltern das in einem ruhigen Moment, ansprechen. Dabei können sie vorschlagen: Versuch' doch mal, ob du sowas nicht allein klären kannst. Eltern sollten sich verkneifen zu fragen "Wer hat denn angefangen?" Oft wissen das die Kinder sowieso nicht mehr. 

Minderwertigkeitsgefühl und Machtspiele

"Wenn ein Kind petzt, kann das viele Gründe haben", weiß auch Erziehungsberater und Autor Jan-Uwe Rogge. Als Beispiele nennt er Rivalität, Minderwertigkeitsgefühls, aber auch Machtspiele. Er führt aus: "Wenn ein Kind ein anderes anschwärzt, um sich selbst ins bessere Licht zu rücken, müsse man sich fragen: Warum holt das Kind sich auf diese Weise Aufmerksamkeit? Wie kann ich sein Selbstwertgefühl anders stärken?"

"Mamaaa, der Leon hat mich gehauen!"

Oft zeigt das Petzen, dass das Kind Schwierigkeiten hat, Konflikte selbst zu lösen. Dann ist es wichtig, gemeinsam nach Wegen zu suchen und dem Kind zu helfen, selbst aktiv zu werden. Durch aktives Zuhören lassen sich die Motive des Kindes meist schnell herausfinden. Gleichzeitig signalisieren Eltern, dass sie ihr Kind in seinen Bedürfnissen ernst nehmen. 

Wenn sich Petzen bei Geschwistern häuft, können die Gründe tiefer sitzen. Oft bringt erst das Verhalten der Eltern die Kinder dazu, sich gegenseitig zu verpetzen. Zum Beispiel, weil sich einer benachteiligt fühlt und Zuwendung sucht, oder weil Neid durch die Eltern unbewusst verstärkt wird. 

Besser ist es, den Kindern ohne Wertung zuzuhören und ihnen zu helfen, eine Lösung zu finden, mit der alle leben können. Rogge rät zu beobachten, welches Kind dieses Mittel am häufigsten einsetzt, "Wenn ein Kind spürt: Ich bekomme nur dadurch Aufmerksamkeit, dann muss man versuchen, das durch positive Rituale überflüssig zu machen."

Kinder für das Petzen nicht ausschimpfen

Der Bestsellerautor, der unter anderem "Den großen Erziehungsberater" geschrieben hat, warnt ausdrücklich davor, das petzende Kind zu ignorieren oder mit ihm zu schimpfen. Manchmal sei Petzen unter Geschwistern ein Zeichen dafür, dass die Eltern sich zu sehr in die alltäglichen Streitereien einmischen. Damit nehmen sie  den Kindern die Chance, selbst Lösungen zu finden, was jedoch notwendig ist, um Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Rogge weist darauf hin, dass Petzen mit dem Beginn der moralischen Entwicklung eines Kindes zusammenhängt. Bei Konflikten zwischen Kindern mit sehr großem Altersunterschied bitten die Kleinen durch das Petzen um Vermittlung. Das gilt vor allem für Kleinkinder. Bei Grundschulkindern hat das Petzen einen völlig anderen Stellenwert: Ein Freund ist dann ein guter Freund, wenn Geheimnisse für sich behalten kann. 

Petzen kann Gefahr abwenden

Wichtig ist, dass die Kinder in der Lage sind, zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu unterscheiden. Es gibt viele Situationen, in denen es gut ist, wenn ein Kind sich jemandem anvertraut. Zum Beispiel, wenn sich ein anderes Kind nicht an wichtige Absprachen hält und in Gefahr begibt. Oder wenn ein Fremder ihm einbläuen will: "Das darfst du auf keinen Fall deinen Eltern sagen." Eltern sollten mit ihrem Nachwuchs vereinbaren, ihnen in solchen Fällen immer sofort Bescheid zu geben.

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