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Erziehung: Alles anders als die eigenen Eltern machen?

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Erziehungsstile  

Alles anders machen als die eigenen Eltern?

22.01.2010, 10:09 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Erziehung: Alles anders als die eigenen Eltern machen?. Großeltern, Eltern und Kinder sitzen auf einem Sofa.

Eignet sich der Erziehungsstil der Eltern auch für die eigenen Kinder? (Bild: Archiv)

Wenn Männer und Frauen Eltern werden, bekommt die Erziehung durch die eigenen Eltern eine neue Bedeutung und muss einer neuen Bewertung standhalten. Taugt der Erziehungsstil der Eltern auch für die eigenen Sprösslinge? Manche Mütter und Väter finden, dass ihre Eltern sie gut erzogen haben und wollen es ganz genauso machen. Andere Eltern wollen vor allem die Fehler ihrer Eltern vermeiden und ihre Kinder nicht so streng erziehen oder auf Schläge verzichten. Aber gelingt dieser Ausbruch aus den gelernten Verhaltensweisen tatsächlich? Wollen Eltern in der Erziehung heute alles anders und besser machen? Oder imitieren die meisten den Erziehungsstil ihrer Eltern doch?

Bloß nicht wie meine Eltern

"Ich hatte leider keine so schöne Kindheit, meine Eltern - auch wenn sie es sicher nur gut gemeint haben - haben so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte", schreibt eine Mutter in einem Elternforum. Bei Erziehungsfragen überlege sie immer zuerst, was ihre Eltern gemacht hätten, um sich dann für das Gegenteil zu entscheiden. Bei Eltern, die bewusst anders erziehen wollen, ist oft die Rede davon, dass ihre eigenen Eltern nicht zugehört, geschlagen oder ihre Kinder mit Liebesentzug bestraft haben.

Oder doch wie die eigenen Eltern?

Viele Eltern berichten auch Positives aus ihrer Kindheit, das sie in ihrer eigenen Erziehung wiederholen und an ihre eigenen Kinder weitergeben wollen. So berichtet Mirjam, eine 38-jährige Mutter von drei Kindern, ihre Eltern hätten bei schulischen Leistungen sehr gelassen reagiert und nicht jeden Vierer in Mathe oder Fünfer in Englisch zum Drama gemacht. Katja, Mutter von zwei Söhnen, fünf und sieben Jahre alt, erinnert sich an die Lebensfreude und positive Einstellung ihrer Mutter, die sie an ihre Kinder weitergeben möchte.

Auswirkungen auch auf Enkel

Viele Verhaltensweisen werden aber auch ungewollt oder unbewusst übernommen. Somit wirkt sich das elterliche Verhalten auch auf die Enkel aus. Dies gilt für negatives und in noch stärkerem Maße für positives Verhalten. So greifen Erwachsene, die mit feindseligem Verhalten wie Aggressivität und Wut oder Schlägen aufgewachsen sind, häufiger zu diesen Erziehungsmethoden. Und manchmal wird dann nichts aus den guten Vorsätzen und Idealen, weil es schwierig ist, aus den erlernten Verhaltensmustern auszubrechen - vor allem in Stresssituationen. "Negatives Elternverhalten wie Feindseligkeit führt zu negativer Elternschaft in der nächsten Generation nicht durch Beobachtung, sondern weil es zulässt, dass sich problematisches Verhalten in der Jugend verfestigen kann", sagt Kerr von der Oregon State Universität, Leiter einer Studie über verschiedene Generationen. "Wenn man sein Kind mit Wut und Drohungen kontrollieren will, lernt es, so mit seinen Freunden, Lehrern und schließlich mit den eigenen Kindern umzugehen."

Wollen Eltern alles anders machen?

Insgesamt aber sind die Generationen in den letzten Jahrzehnten enger zusammengerückt. Die Shell Jugendstudie 2009 zeigt, dass 71 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen zwölf und 25 Jahren heute ihre Kinder „genau so“ (15 Prozent) oder „ungefähr so“ (56 Prozent) erziehen würden, wie ihre Eltern es getan haben. Nur 28 Prozent wollten ihre Kinder einmal „anders“ oder „ganz anders“ erziehen. Noch Mitte der 80er hatten mit 48 Prozent fast die Hälfte der Jugendlichen den Ansporn, ihre Kinder einmal „anders“ oder „ganz anders“ erziehen zu wollen.

Veränderte Erziehungsstile

Diese positivere Bewertung der Erziehung hängt auch mit den Erziehungsstilen zusammen, die sich in den letzten Generationen tiefgreifend verändert haben. Kindheit und Kinder haben eine neue Bedeutung bekommen. An die Stelle von Disziplin, Gehorsam und körperliche Strafen, die in der Erziehung früherer Generationen dominierten, ist ein Erziehungsstil getreten, der auf Diskussion, Überzeugung und Kompromisssuche setzt. Laut Generationenbarometer 2009, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach, wurde jeder zweite 60-Jährige und Ältere noch mit Ohrfeigen bestraft, während dies nur bei 23 Prozent der Unter-30-Jährigen zutraf. Umgekehrt berichtet ein steigender Anteil, dass die Eltern auf Fehlverhalten vor allem mit Diskussion reagierten: Zwei Drittel der Unter-30-Jährigen, aber nur 34 Prozent der 60-Jährigen machten diese Angabe.


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