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Elterninitiativen zur Kinderbetreuung liegen im Trend

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Elterninitiativen - Kinderbetreuung selbst gemacht

01.02.2010, 12:21 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Elterninitiativen zur Kinderbetreuung liegen im Trend. Erzieherin mit Kindern auf Spielplatz.

Elterninitiativen zur Kinderbetreuung liegen im Trend. (Bild: Imago)

Luca ist zwei Jahre alt. Wenn seine Eltern zur Arbeit gehen, kommt Luca mit neun anderen Kindern in einer Krabbelstube unter. Seit mittlerweile zwanzig Jahren werden dort Unterdreijährige betreut. Als die Krabbelstube vor zwei Jahrzehnten gegründet wurde, gab es noch weniger Krippenplätze in Deutschland als heute. Also haben sich zehn Elternpaare mit viel ehrenamtlicher Arbeit zu einem Verein für Kinderbetreuung zusammen geschlossen. Die Kinder dieser „Pioniere“ gehen mittlerweile auf die Uni oder stehen schon im Arbeitsleben - die Einrichtung gibt es noch immer. Zur großen Freude von Luca (und seinen Eltern). Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen e.V. (BAGE) gibt es solche Elterninitiativen in Deutschland zirka 8.500-mal. Für die Kommunen sind diese Einrichtungen zur Kinderbetreuung eine willkommene Hilfe, die angestrebte Betreuungsplatzzahl zu erreichen. Dabei verlangt die Gründung von den Familien nicht nur Zeit – mindestens ein Jahr – sondern auch eine gute Organisation, um die zahlreichen formalen, rechtlichen und persönlichen Herausforderungen zu meistern.

Das verlangt der Gesetzgeber

Seit 1991 regelt das achte Buch des Sozialgesetzbuchs, auch Kinder- und Jugendhilfegesetz genannt, die Belange von Kinderbetreuung bundesweit. Dabei werden die Jugendämter angehalten, in Gründung befindliche Elterninitiativen nicht nur zu beraten, sondern die Selbsthilfekräfte aktiv zu fördern - auch finanziell (§25). Auf Länderebene regeln unterschiedliche Normen den Umgang Kinderbetreuungseinrichtungen.

Abgrenzung zu den nicht-privaten Einrichtungen

Lucas Krabbelstube ist wie die überwiegende Mehrzahl der Elterninitiativen in der Rechtsform des eingetragenen Vereins organisiert. Die politische Vertretung der Vereine wird über Dachverbände geregelt. Bundesweit kümmert sich die BAGE um die Belange dieser Vereine. Zur Gründung des Vereins werden sieben Personen benötigt, die im Gründungstreffen den Vereinszweck, die Vereinssatzung und die Namensgebung beschließen. Außerdem wird ein Vorstand gewählt. Dies wird im Gründungsprotokoll festgehalten. Von mindestens sieben Personen unterzeichnet, muss dieses beim Amtsgericht eingereicht werden. Dort muss auch der Eintrag ins Vereinsregister vorgenommen werden. Dies macht der Vorstand über einen Notar. Sämtliche Wechsel im Vorstand müssen im Vereinsregister geändert werden. Anders als kommerzielle Dienstleister sind Elterninitiativen gemeinnützige Einrichtungen, die als solche nicht steuerpflichtig sind. Die Gemeinnützigkeit ist beim Finanzamt zu beantragen. Abschließend wird eine Anerkennung als „Träger der freien Jugendhilfe“ nach §75 SGBVIII ausgesprochen. Der Verein kann damit seine Arbeit aufnehmen.

Finanzen und Finanzierung

Sobald die formalen Vorgaben der Vereinsgründung und die pädagogische Konzeption erfüllt sind, kann der Verein staatlich gefördert werden. Diese finanziellen Mittel müssen im Verein verwaltet werden. Dazu muss in der Regel ein Mitglied das Ehrenamt des Finanzwartes übernehmen. Eine finanzielle Förderung von in Gründung befindlichen Initiativen wird nur dann genehmigt, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist. Finanzierungshilfen sind sehr unterschiedlich je nach Bundesland, Öffnungszeiten oder betreuten Kindern und kann somit schlecht verallgemeinert werden. Die Mittel für Lucas Krabbelstube beispielsweise setzen sich aus einer Förderung der Stadt, des Landes und den Mitgliedsbeiträgen zusammen. So zahlt das Land in diesem Fall pro Kind 2400 Euro jährlich, der Elternbeitrag liegt bei jährlich 1920 Euro (ohne Nebenkosten wie Essen und Sonderausgaben) und von der Stadt erhält der Verein im Jahr eine Förderung von rund 39.760 Euro. Die übrigen Kosten werden durch Spenden von ortsansässigen Unternehmen oder Privatpersonen gedeckt.

Den Alltag regeln…

Heißt geeignetes Personal finden, engagierte Mitgliedsfamilien aufnehmen, Räumlichkeiten finden und pflegen, das pädagogische Konzept (weiter)entwickeln, Herausforderungen meistern. Viele Dinge gibt es zu beachten und Verantwortung zu verteilen.

Vorteile einer Elterninitiative  

  • Vereinsleben mit gemeinsamen Feiern und Gemeinschaftsgefühl
  •  Ehrenamtliche Beteiligung am Gemeinwesen
  • Einflussnahme auf die Entscheidungen die Erziehungsarbeit betreffend
  • überschaubare bis kleine Gruppengröße, was eine sehr individuelle Erziehungsarbeit ermöglicht
  • alternative Konzepte wie Waldkindergarten, bilinguale Krabbelstuben oder Einrichtungen mit Integrationsplätzen für behinderte Kinder

Tendenz hält an

Und so genießen Luca und seine Eltern heute die Weiterentwicklung von dem, was die Gründungsfamilien vor zwanzig Jahren an Ort und Stelle eingerichtet haben. Die Tendenz zur Gründung von Elterninitiativen wird im Zuge der politischen Zielsetzung, die Kinderbetreuung auch unter drei Jahren umfassend sicherzustellen, eher zunehmen. Adressen von Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft erhalten interessierte Eltern am leichtesten über Netzwerke der örtlichen Dachverbände. Weiterführende Links: http://www.bage.de/, http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gesetze,did=3278.html

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