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Reisen für Jugendliche: Sprachen lernen und die Welt entdecken

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Reisen für Jugendliche  

Sprachen lernen und die Welt entdecken

24.02.2010, 09:09 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Jugendliche Surfer am Strand.Kinder und Jugendliche verreisen auch gerne ohne Eltern. (Bild: Imago) Der Fall der 13-jährigen Laura aus Holland, die alleine die Welt umsegeln wollte, sorgte jüngst für viel Medienwirbel und ist sicher ein sehr krasses Beispiel für die Abenteuerlust junger Menschen. Aber irgendwann ist es bei den meisten Jugendlichen soweit: Sie haben keine Lust mehr auf Urlaub mit Mami und Papi. Immer häufiger nehmen auch schon jüngere Kinder alleine an Freizeiten teil. Die Möglichkeiten sind vielfältig, von Jugendfreizeiten, über Sprachreisen bis zu selbst organisierten Trips. Für Eltern entstehen viele Fragen, insbesondere wenn ihr Kind zum ersten Mal alleine unterwegs ist. Welche Möglichkeiten gibt es? Wie ist die rechtliche Situation? Wird mein Kind vielleicht Heimweh haben und wie soll ich dann reagieren?

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Ein gelungener Urlaub?

Wenn die Kinder größer werden, gehen die Interessen von Eltern und Kindern bei der Urlaubsplanung meist weit auseinander. Die unterschiedlichen Vorstellungen über einen gelungenen Urlaub lassen sich nur schwer vereinbaren. Und irgendwann entsteht dann bei den Kindern oder Jugendlichen die Idee, alleine zu verreisen. Statt wandern oder Strandurlaub mit den Eltern wollen sie lieber mit Freunden oder Gleichaltrigen verreisen und auf „eigene Faust“ etwas erleben. Auch jüngere Kinder können schon an betreuten Freizeiten teilnehmen, Angebote gibt es schon für Kinder ab fünf Jahren, dann meistens übers (verlängerte) Wochenende.

Betreute Ferien 

Eine gute Möglichkeit für die ersten Urlaube ohne Eltern sind betreute Reisen. Die Jugendlichen müssen nur wenig alleine planen, sind aber unter Gleichaltrigen und gleichzeitig haben Sie erwachsene Ansprechpartner. Dabei wird vieles geboten: Von Freizeitangeboten wie Basteln, Fotografie, Spiele, Sport und Feten bis zum Abenteuerurlaub mit Trekking, Radtouren, Zeltlager, Segeln oder Kajaktouren. In sogenannten Workcamps, die von Jugendgemeinschaftsdiensten angeboten werden, können Kinder und Jugendliche bei Naturschutzprojekten Hand anlegen oder andere Kulturen in sozialen Projekten kennen lernen.

Den richtigen Anbieter finden

Es gibt verschiedene Anbieter: Pfarrgemeinden, in größeren Städten die Bezirksämter, der Deutsche Gewerkschaftsbund oder freie Träger beziehungsweise Sozialverbände (zum Beispiel Arbeiterwohlfahrt). Auch viele kommerzielle Anbieter umwerben Jugendliche mit ihren Reiseangeboten, etwa RUF-Jugendreisen oder Youngtour Jugendreisen. Adressen erhalten Sie über die Jugendämter oder die Dachorganisation für den Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland, das „BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V.“ in Berlin. Dort sind kirchliche, gemeinnützige und kommerzielle Veranstalter organisiert, die sich für Qualität bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche einsetzen. Der „Arbeitskreis Ökologische Kinder- und Jugendfreizeiten“ bündelt Angebote verschiedener Jugendverbände, die zum Teil jenseits des Mainstreams liegen. Bei der Auswahl der Freizeit sollten Eltern den Betreuerschlüssel genauer unter die Lupe nehmen: Für acht bis 15 Kids (je nach Alter) sollte eine Person zuständig sein. Über die Qualifikationen der Betreuer können Sie sich beim Reiseveranstalter informieren. Ein Erste-Hilfe-Kurs, eine Rechtsbelehrungskurs und eine fahrtenspezifische Vorbereitung sind Mindestanforderungen, die jede Betreuerin und jeder Betreuer erfüllen sollte.

Sprachreisen: Urlaub, der bildet

Eine gute Alternative, die den Spaß mit dem Nützlichen verbindet, sind Sprachreisen nach England, Frankreich oder Spanien. Die Jugendlichen wohnen in Gastfamilien oder in Gästehäusern, manchmal auch in Ferienhäusern gemeinsam mit anderen Jugendlichen. Für die Unterbringung in einer Gastfamilie spricht natürlich, dass man nebenbei noch Sitten und Bräuche des Landes kennen lernt. Für die Vermittlung gibt es spezielle Organisationen, die auch bei Problemen z.B. mit der Gastfamilien helfen.


Und was sagt das Gesetz?

Es gibt kein Gesetz, dass Kindern oder Jugendlichen Urlaub ohne Eltern verbietet. Eltern sind aber laut Gesetz verpflichtet, sich um ihre minderjährigen Kinder zu kümmern und „nach besten Kräften“ Schadensfälle zu verhindern. Diese Aufsichtspflicht gilt auch im Urlaub. Bei betreuten Freizeiten kann diese Aufsichtspflicht einem Betreuer übertragen werden. Da Jugendliche unter 18 Jahren noch nicht voll geschäftsfähig sind, ist es sinnvoll, Buchungen von Hotelzimmern oder Campingplätzen von zu Hause vorzunehmen und möglichst auch schon zu bezahlen. Da nicht an allen Campingplätzen der Aufenthalt von alleinreisenden Minderjährigen erwünscht ist, sollten Sie dies ebenfalls im Vorfeld klären.

Wann eine Vollmacht der Eltern erforderlich ist

Wollen sich Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren alleine oder mit Freunden auf den Weg machen, ihre Reise alleine planen und sich nicht  einer betreuten Gruppe anschließen, können Sie als Eltern die Aufsichtspflicht nicht wahrnehmen. Deshalb brauchen Ihre Kinder in diesem Fall eine schriftliche Erlaubnis der Eltern. Bei eventuellen Polizeikontrollen, beim Camping oder der Buchung eines Hotelzimmers, beim Mieten eines Mofas und bei der Einreise in ein anderes Land muss diese Vollmacht vorgezeigt werden. Auch viele Reisebüros verlangen eine Einverständniserklärung der Eltern. Bei Reisen ins Ausland sollten Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter ebenfalls eine Vollmacht schreiben, aus der hervorgeht, dass Sie mit der Reise einverstanden sind. Diese sollte aus einer Ausweiskopie eines Elternteils, Telefonnummer und Unterschrift bestehen, dem Reiseziel, dem An- und Abreisedatum und einem Text, dass er/sie das Okay für die Reise gibt.

Mitreisende - Vertrauen - Absprachen

Neben den gesetzlichen Regelungen, sind aber noch andere Punkte wichtig oder sogar fast noch wichtiger. Kennen Sie die Personen, mit denen Ihr Kind verreisen will, sind sie zuverlässig und welchen Einfluss haben diese auf Ihren Sohn oder Tochter? Wenn Ihr Kind bei jemandem im Auto oder auf dem Motorrad mitfährt, sollte der Fahrer oder die Fahrerin ausreichend Fahrpraxis haben, zuverlässig sein und vor allem immer nüchtern fahren! Haben Sie daran Zweifel, sollten Sie die Reise überdenken! Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, ob Sie Ihrem Kind die Reise wirklich zutrauen. Überschätzt Ihr Kind vor lauter Vorfreude seine eigenen Fähigkeiten oder wird es in der Lage sein, kleine Probleme zu lösen oder unvorhergesehene Situationen zu meistern? Ist es in der Lage, sich das zur Verfügung stehende Geld einzuteilen? Ist Ihr Kind zuverlässig genug, sich an Absprachen mit Ihnen zu halten? Denn vor der Abreise sollten Sie unbedingt einige Absprachen mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter treffen. Eltern sollten die genaue Reiseroute und den Übernachtungsort (Jugendherberge, Hotel, Campingplatz) kennen. Vereinbaren Sie eine regelmäßige Kontaktzeit per Telefon, SMS oder E-Mail (alle drei Tage zum Beispiel). Weisen Sie Ihr Kind daraufhin, dass diese unbedingt eingehalten werden müssen.

Heimweh - Vorbeugen und richtig helfen!

Viele Eltern sorgen sich, dass ihr Kind Heimweh bekommen könnte, wenn es das erste Mal (länger) alleine verreist. Sicherlich kann das auch bei der tollsten Freizeit mit dem spannendsten Angebot vorkommen, zum Beispiel wegen Konflikten mit anderen Kindern oder aufgrund des ungewohnten Tagesablaufes in Verbindung mit Schlafmangel. Ein hoher Betreuerschlüssel, eine kleine Reisegruppe und eine überschaubare Reisedauer von acht bis zehn Tagen sind Kriterien, die das Entstehen von Heimweh - gerade bei der ersten Reise - unwahrscheinlicher machen.

Wie sich Eltern richtig verhalten

Allerdings sollten Eltern sich klarmachen, dass ihr eigenes Verhalten vor und auch während der Reise Einfluss darauf hat, wie das Kind sich fühlt. Deshalb sollten Eltern darauf verzichten, ihrem Kind schon vor Reiseantritt anzubieten, es bei Heimweh oder anderen Problemen abzuholen. Wichtig ist vor allem bei jüngeren Kindern, genau zu schildern, wie die Reise ablaufen wird. Dann können sie sich leichter auf ungewohnte Situationen einstellen. Während der Reise sollten Telefonate und Besuche tabu sein, absolut erwünscht dagegen sind Postkarten oder Briefe, wenn sie auf Sätze wie „hier ist es so still ohne dich“ oder „hoffentlich fühlst du dich nicht so einsam“ verzichten. Vertrauen Sie darauf, dass die Betreuerinnen und Betreuer sich bei auftretendem Heimweh bei Ihnen melden werden. Ob Eltern ihre Kinder direkt abholen oder versuchen, sie zum Bleiben zu „überreden“, hängt sicher auch davon ab, wie sie ihr eigenes Kind einschätzen. In der Regel aber ist ein "Erfolgserlebnis", nämlich das Heimweh ausgehalten zu haben und bis zum Ende geblieben zu sein, die bessere Lösung.

 


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