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Benehmen leicht gemacht: So lernt Ihr Kind gute Manieren

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Benehmen leicht gemacht  

So lernt Ihr Kind gute Manieren

01.03.2012, 09:33 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Benehmen leicht gemacht: So lernt Ihr Kind gute Manieren. Kindern schlechtes Benehmen abzugewöhnen erfordert viel Geduld. (Quelle: imago)

Kindern schlechtes Benehmen abzugewöhnen erfordert viel Geduld. (Quelle: imago)

Pupsen, popeln, rülpsen, hauen und schwindeln - Kindern schlechtes Benehmen abzugewöhnen erfordert Geduld und gute Nerven. Viele Eltern fühlen sich mittlerweile überfordert, ihren Kindern ganz normale Regeln zu vermitteln. Zu verunsichert sind sie, weil sie nicht die harten Maßnahmen ihrer Eltern oder Großeltern anwenden wollen. Zugegeben, den Mund mit Seife auswaschen, wenn das Kind ein Schimpfwort benutzt oder gleich eine Ohrfeige verpassen, wenn der Finger in der Nase verschwindet, sind nach heutigen Maßstäben keine Erziehungsmittel - zu Recht. Doch Kinder lernen gute Umgangsformen nicht nur auf die "harte Tour", sondern durch einfaches Vorleben. Und schon Kleinkinder können wichtige Grundregeln in punkto Höflichkeit und Manieren lernen, sie wollen es sogar. Wir verraten Ihnen, wie Ihr Kind gutes Benehmen ganz einfach lernt.

Kinder zeigen Manieren, die sie von zu Hause kennen

Eigentlich ist es ganz einfach: Ihr Kind lernt nichts, was Sie nicht vorleben! Sie und Ihr Umfeld dienen dem Kind als Vorbilder, woher sonst sollte es gutes Benehmen auch lernen? Bedanken sich die Eltern nicht, wird sich das Kind nicht bedanken. Schmatzen die Eltern bei Tisch, wird das Kind auch schmatzen. Fordern Sie in der Öffentlichkeit ein anderes Benehmen, versteht Ihr Kind dies nicht und benimmt sich so, wie es das von zu Hause gewöhnt ist. Ist Ihnen das peinlich, überdenken Sie Ihre eigenen Manieren. Allerdings sollten Sie sich auch nicht verunsichern lassen. Benutzt Ihr Kind mit zwei Jahren eher den Ärmel als ein Taschentuch oder flucht ohne rot zu werden, dann heißt das nicht, dass Ihr Erziehungsstil falsch ist oder Sie Schuld an dem Verhalten Ihres Kindes sind! Das sind ganz normale Phasen in der Entwicklung, die wieder vergehen, wenn Sie authentisch bleiben und Ihre Werte auf positive Weise vermitteln.

Einsicht ist besser als Strafe

Ein Kind zu zwingen, Umgangsformen zu zeigen, die es nicht gut findet oder nicht kennt, wird keinen langfristigen Erfolg zeigen. Erklären Sie deshalb Ihr Verhalten: Warum ist es wichtig, pünktlich bei der Oma zu sein? Weil Oma sonst traurig ist, da der Kaffee kalt geworden ist. Warum räumen wir unsere Schuhe in den Schuhschrank? Weil Papa sonst darüber stolpert, wenn er müde von der Arbeit nach Hause kommt. Ihr Kind versteht diese einfachen Erklärungen und wird sie schnell verinnerlichen, wenn es positive Resonanz auf sein Verhalten bekommt.

Sei höflich zu mir und ich bin höflich zu dir

Unter guten Manieren verstehen die meisten Menschen, dass die allgemein gültigen Verhaltensregeln eingehalten werden. Dazu zählt aufmerksames, hilfsbereites und respektvolles Verhalten gegenüber anderen Menschen. Eltern können nicht früh genug anfangen, ihren Kindern diese Dinge "beizubringen". Doch dazu gehört, dass sie die Kinder als vollwertige Mitglieder der Familie sehen, auch wenn sie noch sehr klein sind. Wenn Sie Ihr Kind versehentlich geschubst haben, entschuldigen Sie sich - sie würden das von Ihrem Kind auch verlangen. Sind Sie aus Versehen auf ein Spielzeug getreten, ist das ebenfalls ein Anlass, sich zu entschuldigen. Durch die Entschuldigung spürt Ihr Kind Ihre Wertschätzung - und wird diese an Sie zurückgeben. Das ist der erste Schritt. Ist Ihr Kind höflich zu Ihnen wird es über kurz oder lang auch höflich zu anderen Erwachsenen und Kindern sein.

Bitte, danke, gern geschehen

Kinder lernen spielerisch gutes Benehmen. Das kann schon mit dem "Heb-auf"-Spiel beginnen: Das Baby schmeißt den Löffel vom Tisch, die Mama hebt ihn auf und gibt ihn mit einem "Bitte" oder "Gern geschehen" zurück. Ist das Kind älter, wird es die Zauberwörter "Bitte" und "Danke" gerne im Spiel nutzen, wenn es sieht, dass sich Mama oder Papa darüber freuen. Bekommt es ein strahlendes Lächeln von der Wustverkäuferin, wenn es nach dem Erhalten des Wurststückchens "Danke" sagt, wird es das beim nächsten Metzgereibesuch auch sagen. Kinder haben feine Antennen für die zwischenmenschlichen Beziehungen - nach und nach lernen sie dadurch, was richtig oder falsch ist beziehungsweise was gut oder was schlecht ankommt.

Kinder mögen keinen Druck

Gutes Benehmen beim Sprössling zaubert vielen Eltern ein Lächeln ins Gesicht, scheinbar haben sie ja alles richtig gemacht. Doch klappt es einmal nicht so gut und das Kind benimmt sich daneben, sollten Sie trotzdem ruhig bleiben. Denken Sie daran: Zwingen können Sie Ihr Kind nicht. Fühlt sich Ihr Kind gegängelt und durch ständiges Ermahnen bevormundet, wird es sich womöglich weigern höflich zu sein - und Ihre ganze Erziehungsarbeit ist zunichte gemacht.  Betonen Sie das Positive. Mit Sätzen wie, "Das macht man nicht" oder "Wie sagt man?" erreichen Sie auf Dauer wenig. Hat sich Ihr Kind artig für etwas bedankt, können Sie im Nachhinein darauf hinweisen, wie sehr sich die Person gefreut hat und wie "erwachsen" das Kind sich verhalten hat. Vermeiden Sie verallgemeinernde Sätze wie, "Heute warst du aber brav" - das ist für Kinder schwer zu begreifen. Besser ist, bestimmte Verhaltensweisen zu loben, wie beispielsweise "Das war aber toll, wie du dem Kind die Schippe gegeben hast" oder "Prima, dass du deine Gummibärchen geteilt hast".

Wie mache ich Mama sauer?

Kinder testen sich und ihre Umwelt aus. Hat es mit dem "Danke" diesmal nicht geklappt, klappt es das nächste Mal. Auch wenn Sie enttäuscht sind, versuchen Sie, sich den Ärger nicht anmerken zu lassen. Rülpst Ihr Kind mitten im Cafe, beim Treffen mit der besten Freundin, will es vielleicht Ihre Reaktion testen. Reagieren Sie gereizt, ungehalten und werden womöglich rot, spürt es Macht über Sie. Möglicherweise probiert es diesen Mechanismus beim Besuch der Schwiegermutter gleich noch mal aus. Wenn Sie locker bleiben, das Fanta-Glas mit einem einfachen, "Oh, ich glaube du hast genug getrunken", zur Seite stellen, wird es dieses Spiel uninteressant finden und nicht weiter versuchen, Sie damit zu provozieren. Dass man am Tisch und in der Öffentlichkeit nicht laut rülpst, weiß Ihr Kind sehr genau.

Popeln und pupsen

Mit dem Finger in die Nase und dann in den Mund? Ganz schön eklig. Doch Kinder empfinden das noch nicht so. Sie erforschen ihren Körper und haben dabei selten eine Schamgrenze. Schließlich haben sie gerade gelernt, dass sie aufs Töpfchen gehen, da muss man doch erforschen, was da alles rein kommt. Natürlich sollten Eltern ihren Kindern Grenzen setzen und vermitteln, dass es kein gutes Benehmen ist, im Beisein anderer zu popeln, rülpsen oder pupsen. Doch ist es wichtig, dass Sie Gründe dafür nennen. Das gehört sich nicht? Warum nicht? Wenn Sie Ihrem Kind dagegen erklären, dass ein Pups stinkt und, dass andere Menschen das nicht gerne riechen, versteht Ihr Kind diese Antwort schon eher. Fängt Ihr Kind an, in der Nase zu bohren, erklären Sie ihm, dass Sie das nicht sehen möchten, und dass es, wenn es schon nicht aufhören möchte, doch bitte in sein Zimmer gehen soll. Wenn es fertig ist, kann es gerne wieder zu Ihnen kommen - nach dem Händewaschen!

Spielregeln für gute Manieren

Franziska von Au empfiehlt in ihrem Buch "Knigge für Kinder" Spielregeln einzurichten. Diese Spielregeln gelten für alle Familienmitglieder und geben den Kindern Halt in Situationen, in denen sie unsicher sind. Auf diese Weise lernen sie Sicherheit, Geborgenheit und Selbstvertrauen, so die Autorin.

  • Bieten Sie ihm gute Beispiele und seien Sie Vorbild.

  • Alle Beteiligten (Familie aber auch Gäste) müssen sich an die Regeln halten.

  • Binden Sie andere Erwachsene, wie Großeltern, Freunde und Lehrer mit ein.

  • Machen Sie Ihrem Kind deutlich: Konsequenzen sind keine Strafen. Konsequenzen folgen aber auf Missachtung der Spielregeln.

  • Formulieren Sie Ziele und Anforderungen statt Verbote. Nicht "Du lässt ständig deine Sachen herumliegen" sondern "Bitte räum jetzt auf. Wir wollen gemeinsam dein Zimmer putzen".

  • Nutzen Sie kurze eingängige Sätze und loben Sie, statt zu schimpfen.

  • Verwenden Sie stets das Zauberwort "Bitte".

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