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Buch-Tipp - "Generation Wickeltasche": Das sind die neuen Mütter

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Mutterschaft  

"Generation Wickeltasche": Das sind die neuen Mütter

18.05.2010, 12:34 Uhr | rev, t-online.de

Buch-Tipp - "Generation Wickeltasche":  Das sind die neuen Mütter. Die Berliner Journalistin Nana Heymann (33) portraitiert die "Generation Wickeltasche", der sie selbst angehört. (Bild: Nico Klein-Allermann)

Die Berliner Journalistin Nana Heymann (33) portraitiert die "Generation Wickeltasche", der sie selbst angehört. (Bild: Nico Klein-Allermann)

Sonnenbrille im Haar, Designer-Handtasche über der Schulter und das Baby im sündhaft teuren "Bugaboo", dem "Jaguar unter den Kinderwagen": Das sind die "neuen Mütter". Sie leben in angesagten Stadtvierteln wie Berlin-Prenzlauer-Berg, Schanzenviertel (Hamburg) oder Agnesviertel (Köln), sind Mitte 20 bis Ende 30, sehen fast immer blendend aus und haben die Wickeltasche längst zur angesagten "It-Bag" gemacht - scheinbar perfekte Mamas. Nur scheinbar? Die Berliner Journalistin Nana Heymann (33) lässt sich problemlos dieser Gruppe zuordnen, trotzdem hat sie mit "Generation Wickeltasche. Die neue Lust am Muttersein - Begegnungen mit Frauen" ein Buch geschrieben, das hinter die elegante Fassade der "neuen Mütter" blickt.

Mini-Wildlederstiefel mit Lammfell-Fütterung - unverzichtbar!

Für ihr Buch "Generation Wickeltasche" hat sich Nana Heymann mit 33 jungen beziehungsweise werdenden Müttern getroffen, um über deren Leben als Mütter zu berichten. Eine davon ist die 30-jährige Silke: Silke wohnt als Künstleragentin in Düsseldorf und liebt shoppen. Bis 1000 Euro gab sie früher für ihre geliebten Taschen aus. Ein Hobby, das sie auch nach der Geburt ihrer Tochter Lilly weiterverfolgte - mit dem Unterschied: Seit Silke Mutter ist, geht sie vor allem mit Vorliebe für ihre inzwischen eineinhalbjährige Tochter shoppen. Dabei sind cognacfarbene Mini-Wildlederstiefel mit Lammfell-Fütterung für 150 Euro ein Muss. Schließlich hat die auch jedes Promi-Kind.

Mutterschaft als Lifestyle

Silke ist ein Beispiel für die neue Mutter-Generation, wie Heymann, selbst Mutter einer zweijährigen Tochter, sie beschreibt: Frauen, die hin- und hergerissen sind zwischen Kind, Job und Außenwirkung. Das Muttersein ist zum Lifestyle geworden. Es geht nicht mehr allein um die gute Erziehung des Kindes, sondern auch darum, sich selbst als perfekte Mutter zu inszenieren. Der Anspruch der Frauen ist hoch. Sie sind emanzipierter aufgewachsen als die vorangegangene Mütter-Generation, "familiäre Hierachien sind aufgebrochen", die Väter sind nicht mehr automatisch das allein entscheidende Familienoberhaupt. Die meisten der "neuen Mütter" versuchen deshalb Kind und Karriere miteinander zu vereinbaren. Sie denken: "Warum sollte jemand, der viel Zeit und Geld in eine gute Ausbildung investiert und später einen anständigen Job gemacht hat, sich plötzlich allein mit der Mutterrolle zufrieden geben?"

Hinter der Fassade

Doch nicht in jedem Fall haut es hin mit dem selbst gesetzten Ideal: Im Buch kommt beispielsweise auch eine Frau zu Wort, die aus einem der beliebten Szeneviertel zurück in die Provinz zieht, da sie an ihren zu hohen Ansprüchen scheiterte. Heymann erklärt dazu: "In ihren Augen haben die Vorzeigemütter einen Standard gesetzt, mit dem sie nicht mithalten konnte." Der soziale Druck, der auf vielen dieser jungen Frauen lastet, scheint enorm zu sein. Die Herausforderung allen ihren Rollen gerecht zu werden, ist für manche zu groß - und trotzdem sind die "jungen Mütter" immer topgestylt: "In meinen Gesprächen wurde oft deutlich, dass diese Fassade lediglich ein Schutzschild ist. Hinter den großen Sonnenbrillen lassen sich die Augenringe gut verstecken, das Designer-Outfit täuscht über Unfähigkeit und Überforderung hinweg. Wenn diese Vorzeigemütter ihre Kostümierung ablegen, plagen sie die gleichen Ängste und Sorgen wie andere Mütter auch."

Das Leben der "neuen Mütter": nicht immer einfach

"Mit Sicherheit passe ich in dieses Klischee": Nana Heymann, attraktiv und ebenfalls in Berlin-Prenzlauer-Berg ansässig, zählt sich selbst auch zu der Gruppe von Müttern, denen sie in ihrem Buch begegnet. Ihr Portrait der "Generation Wickeltasche" ist ehrlich und kritisch, es zeigt aber auch Frauen, die sich bewusst gegen den leichtesten Weg entschieden haben und keineswegs nur auf sich selbst konzentriert sind: Häufig haben die Mütter keine sicheren Jobs und die Erwartungshaltung der Elterngeneration, aber auch von eigener Seite, ist groß: "Die wissen eines ganz genau: Leben ist höllisch kompliziert." Und doch haben sie sich alle für ein Leben mit Kindern und Familie entschieden. Heymann erklärt dazu: "Ein Kind, eine Familie kann ja im Gegenteil auch vieles einfacher machen. Strukturierter. Überschaubarer. Vor allem schöner."

Buchtipp: "Generation Wickeltasche. Die neue Lust am Muttersein - Begegnungen mit Frauen" von Nana Heymann. Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf. Preis: 9,90 Euro.

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