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Taschengeld: So lernen Kinder den Umgang mit Geld

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Taschengeld  

Den Umgang mit Geld müssen Kinder erst lernen

30.03.2015, 11:54 Uhr | rw, ots, t-online.de, AFP, dapd

Taschengeld: So lernen Kinder den Umgang mit Geld. Taschengeld: Kinder und Jugendliche sollten früh lernen, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen. (Quelle: imago)

Kinder und Jugendliche sollten früh lernen, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen. (Quelle: imago)

Die Bilder gleichen sich Jahr für Jahr: Am letzten Werktag im Oktober tragen vor allem Kinder die mühsam vom Taschengeld abgesparten Scheine und Euro-Münzen zur Bank und bekommen dafür kleine Stofftiere, Sparschweine und Süßigkeiten geschenkt. Erstmals 1925 begangen, hat sich der Weltspartag inzwischen zu einer liebgewonnenen Tradition in Deutschland entwickelt, die schon die Jüngsten auf den richtigen, sparsamen Umgang mit Geld aufmerksam macht. Um diesen zu erlernen, müssen Kinder allerdings zunächst einmal Geld zur Verfügung haben. Doch wie viel Taschengeld ist angemessen? Was sollen Kinder davon bezahlen? Und brauchen sie wirklich ein eigenes Girokonto?

Kinder müssen früh den Umgang mit Geld üben. Im Hinblick auf die Finanzen im späteren Leben kann der Umgang und das Haushalten mit eigenem Taschengeld eine wichtige Lernlektion für Kinder sein. Sie lernen, was teuer und was billig ist, machen die Erfahrung, dass Geld schnell ausgegeben sein kann, wenn man es sich nicht einteilt und lernen, auf diese Erfahrungen gründende Entscheidungen zu treffen. Ist eine Anschaffung sinnvoll und nötig oder nicht? Wie wichtig dieser verantwortungsvolle Umgang ist, belegen Zahlen: Zehn Prozent aller 20- bis 24-Jährigen, die in Deutschland leben, haben Probleme mit Schulden. Frühes Taschengeld "garantiert zwar nicht, dass sie als Jugendliche nicht auch mal Fehler machen, aber die Anfälligkeit dafür sinkt durch den rechtzeitigen Umgang mit frei verfügbarem Geld enorm", sagt Jörg Lampmann, Leiter einer Erziehungsberatungsstelle in Hamburg im Gespräch mit welt.de. Zu diesem Effekt kommt es aber nur, wenn Eltern einige Bedingungen beachten.

Betrag festlegen und dann konsequent bleiben

Eine der goldenen Regeln heißt: Stecken Sie klar ab, wie viel Geld zur Verfügung gestellt wird und was genau davon bezahlt werden muss. Es ist wenig sinnvoll, dem Kind ein Taschengeld zu zahlen, und dann, sobald es ausgegeben ist, wieder in die eigene Brieftasche zu greifen, um dem Sprössling ein Eis zu kaufen. Bei älteren Kindern könne man beispielsweise eine bestimmte Summe im Monat in eine Dose stecken, von der sie sich Hosen und Pullover kaufen dürften, meint Erziehungsberaterin Claudia König aus dem hessischen Weyher. Im Geschäft könne das Kind dann frei entscheiden, ob es lieber zwei günstige Hosen oder einen etwas teureren Pullover kaufen wolle, verdeutlicht König. Man müsse dann allerdings auch damit umgehen können, dass das Kind einen Winter lang in der Sommerjacke herumläuft, weil es sich im Herbst lieber eine Markenjeans leisten wollte.

Taschengeldentzug ist tabu

Um einen möglichst hohen Lerneffekt zu erzielen, ist es außerdem wichtig, dass das Taschengeld immer pünktlich zu einem bestimmten Stichtag ausgezahlt wird, so dass die Kinder damit planen können. Keinesfalls sollten Eltern zur Strafe für irgendein Fehlverhalten die Zahlung des Taschengeldes verweigern (Taschengeldentzug: Ein untaugliches Mittel?). Denn nur wenn ein festgelegter Betrag auch planbar und verlässlich regelmäßig fließt, kann das Kind auch lernen ihn sich einzuteilen.

Die richtige Höhe des Taschengelds

Die Höhe des Taschengeldes sollte sich nach verschiedenen Faktoren richten. Der wichtigste ist sicherlich das Alter des Kindes. Es versteht sich schließlich von selbst, dass ein 16-Jähriger etwas mehr Geld zur Verfügung haben sollte als ein Zehnjähriger. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Höhe des Familieneinkommens eine entscheidende Rolle. Wenn zum Beispiel ein Elternteil arbeitslos wird, muss sich gegebenenfalls die ganze Familie etwas einschränken - auch der Nachwuchs. Es ist also von Fall zu Fall unterschiedlich, welcher Betrag für ein Kind der richtige ist. Zur Orientierung für Eltern geben die deutschen Jugendämter aber regelmäßig Empfehlungen heraus, wie viel Taschengeld für Kinder in welchem Alter angemessen ist. In Anlehnung an die Vorgaben der Jugendämter empfiehlt das Bundesfamilienministerium auf seinen Internetseiten folgende Taschengeldbeträge:

Alter Taschengeld
4 - 5 Jahre 50 Cent wöchentlich
6 - 7 Jahre1,50 bis 2 Euro wöchentlich
8 - 9 Jahre2 bis 3 Euro wöchentlich
10 -11 Jahre13 bis 16 Euro monatlich
12 -13 Jahre20 bis 22 Euro monatlich
14 -15 Jahre25 bis 30 Euro monatlich
16 -17 Jahre35 bis 45 Euro monatlich
18 Jahre 70 Euro monatlich

Erspartes Taschengeld aufs Girokonto

Bei solchen Beträgen sollte zum Monatsende eigentlich ein bisschen Geld zum Sparen übrig bleiben. Doch was sollen die Kinder dann mit ihrem Erspartem anfangen? In der heutigen Zeit ist Omas Sparstrumpf wohl nicht mehr das Gelddepot der Wahl. Besser geeignet scheinen da spezielle Kinder- und Jugendgirokonten, die von fast allen deutschen Banken angeboten werden. Über das Geld auf so einem Konto können Kinder frei verfügen, sie erhalten eine Bankkarte, mit der sie Kontoauszüge und Bargeld am Automaten ziehen können und bekommen auf ihr Guthaben Zinsen, wenn auch nur geringe.

Eltern behalten die Kontrolle über die Finanzen

Weil Minderjährige nicht voll geschäftsfähig sind, brauchen sie für die Eröffnung eines solchen Kinder- und Jugendgirokontos, das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten. Wenn ein Kind eigenmächtig über das Geld auf dem Konto verfügen will oder sogar eine Bankkarte haben möchte, braucht es dafür ebenfalls die Genehmigung der Eltern. Kinder- und Jugendkonten sind reine Guthaben-Konten, können also nicht ins Minus rutschen. Eltern können also sicher sein, dass ihre Kinder nicht in die Schuldenfalle geraten, während sie sich langsam daran gewöhnen, regelmäßig Kontoauszüge zu ziehen und sich das Geld auf dem Konto selbst einzuteilen.

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