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Kindererziehung: Wann Lügen sinnvoll sind

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Kindererziehung  

Dürfen Eltern in der Erziehung lügen?

27.04.2015, 11:47 Uhr | rev, dpa-AFX, ots

Kindererziehung: Wann Lügen sinnvoll sind. Ob Sex oder Christkind - Lügen sind bei Eltern ein beliebtes Mittel der Erziehung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Sex oder Christkind - Lügen sind bei Eltern ein beliebtes Mittel der Erziehung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eltern nehmen es in der Erziehung der Kinder nicht immer so genau mit der Wahrheit, wie sie es von ihren Kindern selbst einfordern. Zwar haben Eltern auch was das betrifft, eine wichtige Vorbildfunktion, jedoch kann ein wenig Flunkern die Erziehung hin und wieder erleichtern. Sollten Eltern ihren Kindern immer die Wahrheit erzählen oder ist es manchmal hilfreich, ja sogar notwendig, die Unwahrheit zu sagen? Warum lohnen sich Lügen manchmal? Wann sind sie gefährlich?

Wer kennt sie nicht: die Geschichten vom Osterhasen, vom Weihnachtsmann oder von der Zahnfee, von der man sich etwas wünschen darf, wenn der ausgefallene Milchzahn beim Gute-Nacht-Sagen unters Kopfkissen gelegt wird? Diese Episoden schaden keinem Kind, sondern regen die Fantasie an. Viele Kinder machen aus Neugier und Vorfreude auf ein Geschenk das Spiel mit, auch wenn sie die Lüge längst erkannt haben. Vor allem bei Anlässen wie Weihnachten nehmen die Einflussmöglichkeiten der Eltern auf ihre Kinder zu, weil der Nachwuchs aus Sorge, es könnte keine Geschenke geben, vieles glaubt und mitmacht.

Warnung vor der Lüge vom Christkind

Der Religionspädagoge Albert Biesinger warnt jedoch Eltern davor, Kindern Lügengeschichten über das Christkind zu erzählen. "Das Christkind kommt nicht durch's Fenster, und der Nikolaus kommt auch nicht aus dem Wald. Die Eltern wissen das und lügen ihre Kinder bewusst an", sagte der Tübinger Theologie-Professor. "Wenn man Kinder schon über das Christkind belügt, dann halten sie im schlimmsten Fall später den christlichen Glauben insgesamt für einen Spuk."

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Aus pädagogischer Sicht sei es viel besser, Kindern ehrlich zu sagen, wer die Geschenke besorgt hat. Familien rät er, eigene Rituale für Weihnachten zu entwickeln. "Dass es in einer Familie ein religiös stimmiges Weihnachtsritual gibt, ist ganz wichtig für Kinder." Zum Beispiel könne man jedes Jahr gemeinsam in den Kindergottesdienst gehen und später unter dem Christbaum noch einmal zusammen die Weihnachtsgeschichte lesen.

"Wenn Du Brokkoli isst, musst Du öfter pupsen"

Kleine Lügen können durchaus nützlich sein - zum Beispiel im Dienst der gesunden Ernährung. Hier darf schon einmal ein wenig geflunkert werden, damit die Kinder sich ausgewogen ernähren und somit eine Basis für die Gesundheit im Erwachsenenalter gelegt wird. Wenn Kinder keine Möhren mögen, könnte dieser Spruch helfen: "Wenn Du als Kind Möhren isst, wirst Du später durch Wände sehen können - wie Supermann." Oder, ein anderes Beispiel, das bei Jungs Wirkung zeigt: "Wenn Du Brokkoli isst, musst Du öfter pupsen."

Flunkertricks von cleveren Müttern

Im Übrigen können Lügen auch helfen, das Fehlverhalten von Kindern zu korrigieren. Wie in dem Beispiel der Mutter, die mit ihrem Auto anhält, sobald sich eines der Kinder während der Fahrt abschnallt. "Hat jemand seinen Gurt aufgemacht?", fragt die Mutter, um sogleich hinzuzufügen: "Das Auto funktioniert erst dann wieder, wenn alle ihre Gurte angelegt haben."

In einem anderen Fall erzählte eine Frau dem Nachwuchs, der Arzt habe ihre Ohren neu eingestellt, damit sie das Quengeln nicht mehr hören könne. Erst wenn die Kinder sie wieder in normalem Tonfall ansprechen würden, könne sie etwas hören. Eine Lüge, die erfolgreich war.

Wann Lügen unangebracht sind

Ganz anders verhält es sich jedoch bei Lügen, die helfen sollen, die kindliche Unschuld zu schützen. Das gilt für negative Aspekte im täglichen Leben, aber auch für peinliche Situationen im privaten Umfeld. Wer seinen Kindern zum Beispiel beim Thema Sex wiederholt Märchen erzählt, statt eine vernünftige Erklärung zu geben, darf sich nicht wundern, wenn er eines Tages von unangenehmen Fragen überrascht wird.

Besonders unangebracht seien Lügen, wenn sie zur Bildung von Familiengeheimnissen führen, wie etwa die Verheimlichung der Adoption gegenüber dem Kind. Pia Deimann, Entwicklungspsychologin an der Universität Wien, erklärt dazu: "In diesem Fall gibt es keinen anderen guten Weg als die Wahrheit, so sehr sie auch schwer fällt und Diskussionen auslöst. Die Aufgabe lautet allerdings, die Wahrheit freundlich zu gestalten", so die Experten.

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