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Kinder finden Arbeiten im Haushalt "uncool"

07.09.2010, 18:07 Uhr | cs, ots

Erziehung: Kinder finden Arbeiten im Haushalt "uncool". Kinder kneten Hackfleisch.

Motivation ist wichtig, damit Kinder sich an der Hausarbeit beteiligen. (Bild: imago)

Wie viel sollen Kinder im Haushalt helfen? Möglichst wenig - finden viele Kinder. Eltern dagegen freuen sich über jede Unterstützung. Außerdem finden viele Eltern es sinnvoll, dem Nachwuchs auf diese Weise beizubringen Verantwortung zu übernehmen. Doch während kleinere Kinder noch gerne mithelfen, verweigern die Älteren oftmals die Zusammenarbeit. Woran liegt das? Die Vorwerk "Familienstudie 2010" ist dieser Frage nachgegangen.

Mütter wünschen sich Entlastung

Mütter von Kindern unter 16 Jahren wünschen sich, dass "die Kinder besser Ordnung halten und sich auch mal an den Hausarbeiten beteiligen" (47 Prozent). Vor allem Mütter von 14 bis 15 Jahre alten Kindern (83 Prozent), von zehn- bis 13-Jährigen (57 Prozent), aber auch schon von sechs- bis neun-jährigen Grundschülern (43 Prozent) wünschen dies in hohem Anteil. Jede zweite Mutter, die die Familienarbeit persönlich als "sehr belastend" empfindet, verspricht sich eine deutliche Entlastung, wenn sich die Kinder stärker an der Hausarbeit beteiligen würden. Am stärksten würde es die Mütter entlasten, wenn die Kinder ihr Zimmer aufräumen, ihre eigenen Sachen wegräumen und auch die Hausaufgaben von alleine machen, ohne dass man Druck ausüben muss. Mehr Eigenverantwortung und Selbstständigkeit sind also gefragt.

Kinder finden Hausarbeit "uncool"

Nach den wichtigsten Gründen dafür gefragt, warum sich manche Kinder kaum oder gar nicht an der Hausarbeit beteiligen, antworteten 47 Prozent der Eltern, dass Kinder die Arbeit im Haushalt "uncool" finden. Was in diesem Zusammenhang unter "uncool" zu verstehen ist, wurde in der aktuellen Studie aus Sicht von Eltern und Großeltern hinterfragt. Die Eindrücke und Beobachtungen beider Generationen decken sich im Wesentlichen: Kinder, die sich der Mitwirkung an der Familienarbeit häufiger verweigern, haben ganz einfach keine Lust auf Aufgaben, die viele von ihnen als langweilig, wenig interessant, wenig spannend empfinden. Hier orientieren sie sich auch an ihrer Peergroup, ihrem Freundeskreis, der offensichtlich auch nicht mithelfen muss. Zudem erscheinen ihnen Arbeiten im Haushalt eher mühsam. Zudem bestätigen vor allem Eltern mit Kindern, die ihre Mithilfe verweigern, dass Kinder generell ungern Dinge tun, die ihnen von den Eltern vorgeschrieben werden (53 Prozent), und dass Kinder Hausarbeit als Aufgabe der Eltern ansehen (58 Prozent).

Motivation ist wichtig

Eltern, deren Kinder sich häufiger gegen eine Beteiligung an der Familienarbeit sperren, führen diese beiden Argumente deutlich häufiger an als Eltern, deren Kinder im Allgemeinen tun, wozu sie von den Eltern aufgefordert oder worum sie gebeten werden. Eltern gelingt es offensichtlich unterschiedlich gut, Kinder zu einer Mitwirkung an der Familienarbeit zu motivieren. Als wirksame "Erfolgsfaktoren" wurden Lob und Belohnung, aber auch moralische Appelle sowie Überzeugungsversuche, wie wichtig es ist, dass im Haushalt alle mithelfen, ermittelt. "Ihr habt uns Kinder gewollt, also müsst ihr auch die Folgen, sprich die Arbeitsbelastung durch uns, tragen." Dieser sehr zugespitzten Trotzhaltung der Kinder könnte eine frühzeitige Einbeziehung der Kinder und eine ganz selbstverständliche Beteiligung auch der Väter wirksam vorbeugen.

Die Mehrheit der Kinder hilft mit

Die meisten Kinder beteiligen sich im Allgemeinen an der Hausarbeit, zum Beispiel wenn ihre Eltern sie dazu auffordern oder darum bitten, ihr Zimmer aufzuräumen oder den Müll rauszubringen (65 Prozent). Aber 31 Prozent der Eltern von Kindern zwischen sechs und 17 Jahren klagen, dies sei häufig nicht der Fall. Jungen sowie Kinder aus den unteren sozioökonomischen Statusgruppen sperren sich offensichtlich in überdurchschnittlichem Anteil dagegen.

Eltern bei Söhnen nachsichtiger

Danach gefragt, ob sie im Konfliktfall eher nachsichtig sind oder aber hart bleiben und auf die Erledigung der erbetenen Arbeiten bestehen, antworten 62 Prozent der Eltern von Kindern zwischen sechs und 17 Jahren, dass sie in der Regel hart bleiben, 27 Prozent "bin eher nachsichtig". Als überdurchschnittlich nachsichtig erweisen sich dabei Eltern aus den unteren sozioökonomischen Statusgruppen. Offensichtlich zeigen Eltern gegenüber Söhnen eher Nachsicht als gegenüber Töchtern, wenn sich diese nicht an den Hausarbeiten beteiligen wollen. Dadurch wird in vielen Fällen schon in der Kindheit beziehungsweise frühen Jugend der Grundstein für ein später im Erwachsenenalter wenig partnerschaftliches Verhalten der Männer gelegt, was die Tradierung der klassischen Rollenverteilung begünstigt.

Diese Leistungen erwartet Eltern und Großeltern von Kindern ab dem Schulalter im Haushalt und in der Familie:

Sich selbst anziehen

88 Prozent

Die eigenen Sachen selbst wegräumen

82 Prozent

Das eigene Zimmer aufräumen

82 Prozent

Beim Tischdecken beziehungsweise Abräumen helfen

78 Prozent

Sich mehr um die Haustiere kümmern

55 Prozent

Müll rausbringen

52 Prozent

Hausaufgaben von alleine machen, dass man nicht immer Druck machen muss

49 Prozent

Sich mehr alleine beschäftigen

44 Prozent

Das eigene Bett machen

37 Prozent

Geschirr spülen beziehungsweise abtrocknen

34 Prozent

Beim Einkaufen mithelfen

32 Prozent

Auf kleinere Geschwister aufpassen

31 Prozent

Im Garten helfen

25 Prozent

Beim Putzen, Staubsaugen helfen

24 Prozent

Beim Kochen mithelfen

23 Prozent

Sich selbst das Frühstück machen

8 Prozent

Wäsche aufhängen

8 Prozent

Nichts davon

1 Prozent

Keine Angabe

3 Prozent

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