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Geschwister: Rivalen oder Freunde

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Geschwister  

Rivalen oder beste Freunde?

27.04.2010, 08:33 Uhr | sca, ddp, t-online.de

Geschwister: Rivalen oder Freunde. Geschwister sitzen verstimmt Rücken an Rücken.

Streit zwischen Geschwistern ist ganz normal. (Bild: Archiv)

Auch wenn die Geburtenzahlen immer weiter abnehmen und die Zahl der Einzelkinder steigt, wachsen immer noch zwei Drittel der Kinder mit Geschwistern auf. Geschwistern kann man nicht entkommen, sie prägen uns ein Leben lang: durch Liebe oder Hass, Solidarität oder Rivalität, Harmonie und Streit. Welche Faktoren prägen das Verhältnis von Geschwistern? Welchen Einfluss spielt das elterliche Verhalten, Alter und Geschlecht?

Bruder oder Schwester

Die meisten Kinder wachsen in Deutschland nach wie vor mit einem Geschwisterkind auf. Dahinter steht nicht selten auch der Wunsch, dass ein Kind nicht alleine aufwachsen soll. Eltern wünschen ihren Kindern einen Bruder oder eine Schwester, damit sie jemanden zum Spielen haben und auch im späteren Erwachsenenleben nicht alleine sind. Geschwisterbeziehungen sind die längsten, dauerhaftesten Beziehungen im Menschen eines Leben. Sie haben etwas Schicksalhaftes, weil man sie nicht aussuchen kann, sondern in sie hineingeboren wird. Auch ist eine Beendigung der Beziehung nicht möglich, selbst wenn Geschwister seit 20 Jahren nicht mehr miteinander sprechen. Durch das "Aufwachsen in einem Nest" können die Beziehungen durch ein Höchstmaß an Intimität gekennzeichnet sein. Typisch ist darüber hinaus eine ambivalente Beziehung mit intensiven positiven und negativen Gefühlen, die oft nicht eingestanden werden.

Streit ist normal

Oft ist das Verhältnis der Geschwister dann aber stärker von Rivalität und Streit geprägt als die Eltern es sich wünschen. Geschwister wollen sich voneinander abgrenzen und ihren Platz in der Familie sichern. So kommt es zu Rivalitäten zwischen Geschwistern. Untersuchungen zeigen, dass sich Geschwister trotz eines gemeinsames Genpools von 33 bis 66 Prozent stärker voneinander unterscheiden als zwei zufällig ausgewählte Kinder. Geschwister wollen sich voneinander unterscheiden.

Die Rolle der Eltern

Das Verhalten der Eltern ist besonders wichtig für die Beziehung zwischen den Geschwistern. Eine sichere und verlässliche Bindung beider Kinder an die Mutter fördert die Anhänglichkeit zwischen den Geschwistern. "Generell festgehalten werden kann, dass es während der gesamten Kindheitsjahre ganz entscheidend von den Eltern abhängt, ob sich zwischen den Geschwistern eine positive, nahe, von Rivalität weitgehend ungetrübte Beziehung aufbaut und aufrechterhält". Ein permanentes Vergleichen der Kinder fördert die Rivalitäten zwischen den Geschwistern. Diese Vergleiche gehen häufig damit einher, dass Kindern ein "Etikett" aufgeklebt wird. Ein Kind mit dem Etikett "Problemkind" wird diesem nur schwer entwachsen können. Stattdessen sollten Eltern immer wieder die guten Eigenschaften betonen und ihr Augenmerk auf das Besondere des Kindes legen.

Gleichbehandlung nicht sinnvoll

Schaut der kleine Bruder neidisch auf den Gameboy des großen Bruders, fühlen sich Eltern oft unter Druck, weil sie glauben, die Kinder unbedingt gleich behandeln zu müssen. Eine Gleichbehandlung ist aber gar nicht möglich und auch nicht sinnvoll, weil die Kinder in verschiedenen Altersstufen unterschiedliche Bedürfnisse haben. Bemühen sich Eltern krampfhaft um Gleichbehandlung, verstärken sie das oft Problem, das sie eigentlich beseitigen wollten. Die Erwartung, immer das Gleiche zu bekommen, wie der Bruder oder die Schwester steige. Deshalb beobachteten die Kinder immer kritischer was der Andere bekommt. Unter dem Strich allerdings sollte eine Gleichbehandlung das Ziel sein.

Der Einfluss des Geschlechts

Die Geschlechtszugehörigkeit beeinflusst sehr stark, inwieweit sich Geschwister miteinander verbunden fühlen. Gleichgeschlechtlichkeit zwischen den Geschwistern fördert die wechselseitige Identifikation. Dies gilt verstärkt für Schwestern, deren Bindung vor allem im Erwachsenenalter stärker ist als zwischen Brüdern. Umgekehrt hängt ein niedriger emotionaler Zugang häufig mit Gegengeschlechtlichkeit zusammen.

Altersunterschied ist prägend

Insgesamt üben Geschwister mit engem Altersabstand einen größeren Einfluss aufeinander aus als solche mit einem großen Abstand von acht Jahren oder mehr. Ein geringer Altersabstand führt also in der Regel zu verstärkter Identifikation der Geschwister untereinander. Einige Studien weisen darauf hin, dass jüngere Geschwister eine stärkere Bindung an ihre älteren Geschwister aufweisen als umgekehrt. Gleichgeschlechtliche Geschwisterbeziehungen mit geringem Altersunterschied haben aber auch ein besonders großes Rivalitätspotential - das gilt vor allem für zwei nah aufeinander geborene Brüder. Diese Rivalität setzt sich nicht selten bis ins Erwachsenen-Alter fort. "Viele Brüder haben sich als Erwachsene nichts zu sagen" (zeit.de).

Geschwisterbeziehungen im Laufe des Lebens

Nach dem Auszug aus dem Elternhaus wird der Kontakt zwischen Geschwistern zunächst geringer. Sie wird zu einer eher freiwilligen Beziehung und ihre Gestaltung unterscheidet sich dahingehend, ob sie vom Kontakt zum Elternhaus abhängt (Treffen nur bei den Eltern) oder unabhängig davon ist. Mit dem Tod der Eltern ändert sich die Geschwisterbeziehung meistens noch einmal. Eine negative Veränderung entsteht vor allem bei Erbschaftsstreitigkeiten, eine positive Veränderung durch näheres Zusammenrücken der Geschwister. In höherem Lebensalter bekommen Schwestern außerdem noch mal eine besondere Bedeutung: Die positive Beziehung und Bindung an die Schwester hat eine zentrale Bedeutung für das Wohlbefinden für Männer und Frauen. In Familien mit Schwestern treten seltener Depressionen auf.

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