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Spielzeugwaffen: Peng, du bist tot!

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Spielzeugwaffen  

"Peng, du bist tot!" - Faszination Waffe

12.04.2013, 16:16 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Spielzeugwaffen: Peng, du bist tot!. Das Interesse kleiner Jungen an Waffen stellt eine normale Entwicklungsphase dar. (Quelle: imago/INSADCO)

Das Interesse kleiner Jungen an Waffen stellt eine normale Entwicklungsphase dar. (Quelle: INSADCO/imago)

Es scheint kleine Jungen zu geben, die verwandeln alles in Pistolen und Gewehre, was ihnen in die Quere kommt. Stöcke, Duplosteine, Schaufeln - der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Viele äußern irgendwann auch den Wunsch nach Spielzeugpistole oder -gewehr. Woher kommt diese Faszination bei Kindern? Wie reagieren Eltern und Erzieherinnen richtig?

Faszination: Pistolen, Gewehre, Panzer & Co.

Studien zeigen, dass sich noch immer fast ausschließlich Jungen für Spielzeugwaffen interessieren und nur selten Mädchen. Kleine Jungs versetzen sich mithilfe dieser Spielzeuge in die Rollen (vermeintlich) starker männlicher Vorbilder, wie Wikinger und Piraten, die sie aus Filmen, Büchern und anderen Medien  kennen, aber auch der realen Welt, wie Polizisten oder Soldaten. Sie erproben mit Waffen das Angreifen und Verteidigen - im Spiel und mit klaren Regeln. Angreifer und Verteidiger wissen, was sie zu tun haben, niemand wird verletzt.

"Totsein" erproben

Die Unterscheidung von "Gut und Böse" ist ein wichtiger Aspekt des kindlichen Spiels.  Mit Waffen können sie entweder in "Freund - Feind"- oder in "Angriff - Abwehr"-Spielen die Unterschiede von "Gut und Böse" darstellen.  Die Kinder erhalten ein Gefühl von Macht und umgekehrt wird Gefühlen von Unzulänglichkeit oder Angst damit entgegengewirkt. Tatsächlich ist die Reaktion auf das Geballere oft begeisternd groß: Eltern reagieren aufgeregt und verbitten sich ausdrücklich, dass auf sie geschossen wird. Spielkameraden fallen leidend zu Boden. Manche Spiele mit Waffen, real oder imaginär, dienen auch dazu, das "Totsein" zu erproben und ihre dabei empfundenen Gefühle festzustellen. Im Spiel ist der Tod nicht schlimm, weil die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verwischen.

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Grund zur Sorge?

Den meisten Eltern, vor allem aber Müttern, bereitet das Interesse ihrer Kinder an Waffen erst mal Bauchschmerzen. Sie verbinden Waffen mit Tod, Krieg und notleidenden Menschen, mit Wut und Trauer. Der Wunsch nach einem Holzschwert, einer Plastikpistole oder einem Spielzeuggewehr stößt deshalb häufig auf wenig Gegenliebe. Aber obwohl die meisten Eltern dieses Spielzeug ablehnen, findet sich doch in fast jedem zweiten Haushalt eine Spielzeugwaffe. Auch Experten raten dazu, kleinen Jungs den Wunsch nach einer Wasserpistole oder einem Schwert zu erfüllen, wenn es ansonsten als einziges Kind ohne dasteht.

Normale Entwicklungsphase

Überhaupt ist das Interesse kleiner Jungen an Pistolen und Schwertern zunächst kein Anlass zur Sorge, sondern stellt bei Vier- bis Fünfjährigen eine normale Entwicklungsphase dar. Es ist nicht zu befürchten, dass das Spielen mit Waffen aggressives Verhalten von Kindern begünstige. Experten gehen davon aus, dass vielmehr das soziale Umfeld und die vorgelebten Verhaltensweisen und Konfliktlösungsmuster entscheiden, welches Aggressivitätspotential ein Kind entwickelt. Das gelegentliche Spielen mit Spielzeugpistolen oder Schwertern scheint dabei keine Rolle zu spielen.

Richtig reagieren

Wenn Eltern das Spiel mit Waffen nicht mögen, sollten sie ihrem Kind offen die Gründe dafür nennen. Statt darüber nur genervt die Nase zu rümpfen, sollten sie erklären, welche Assoziationen bei ihnen durch das Spiel hervorgerufen werden. Auch können sie diese Spiele als Aufhänger nutzen, um bei ihrem Kind das Interesse an historischen Ereignissen zu wecken. Oder sie bieten ihm Beschäftigungs-Alternativen an, wie Vorlesen, Malen oder Fahrrad fahren. Hellhörig sollten Eltern werden, wenn zerstörerische Gewalt das Spiel bestimmt, wenn Kinder also Dinge kaputt machen oder die oft unausgesprochenen Spielregeln verletzen, indem sie zum Beispiel tatsächlich mit Schwertern zu hauen und anderen Kinder (mit Absicht) wehtun.

Auch wenn das Spiel mit Waffen zur Hauptbeschäftigung wird, sollten Eltern und Erzieherinnen aufmerksam werden. Vielleicht verarbeitet das Kind dann Gewalterfahrungen, die es im Kindergarten mit anderen Kindern macht. Problematisch wird es auch dann, wenn das Spielzeuggewehr gegen "Ballerspiele" am Computer oder der Playstation eingetauscht wird. Denn hier wird Töten gespielt und ausschließlich auf das Recht des Stärkeren gesetzt.

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