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Kinderbetreuung: Familienministerin will mehr männliche Erzieher

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Kinderbetreuung  

Schluss mit dem Männermangel

20.07.2010, 08:54 Uhr | t-online.de, dpa

Kinderbetreuung: Familienministerin will mehr männliche Erzieher. Junge Erzieherin mit zwei Kindern.

Noch immer dominieren Frauen in Kitas und Kindergärten. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Auch wenn klassische Rollenbilder in unserer modernen Welt eigentlich ausgedient haben sollten: Bei der Job-Wahl scheint es sie noch zu geben, klassische Männer- beziehungsweise Frauenberufe. So ist beispielsweise der Beruf des Erziehers oder der Erzieherin fest in weiblichen Händen. Wenn es nach Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geht, soll sich das bald ändern.

Zum Erzieher umschulen

Mit einem bundesweiten Umschulungsprogramm will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) mehr Männer als Erzieher für Kindertagesstätten gewinnen. Das Programm solle es Männern ermöglichen, sich auch noch in späteren Jahren in einer zweijährigen Ausbildung für den Erzieherberuf umschulen zu lassen. Das Programm solle 2011 starten, so die Ministerin zu den Stuttgarter Nachrichten.

40.000 neue Erzieher bis 2013

Für den geplanten Ausbau der Kinderbetreuung werden nach einer Prognose der Bundesregierung bis 2013 etwa 40 000 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich benötigt. Bis zu diesem Jahr soll es für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Kita-Platz geben. 2009 gab es einer Bertelsmann-Studie zufolge Kita-Plätze für gut 20 Prozent der unter Dreijährigen.

Männliche Vorbilder fehlen

Neben des rein zahlenmäßigen Bedarfs glauben viele Experten, dass im modernen Deutschland auch für die Qualität von Kitas und Kindergärten mehr männliche Erzieher wichtig wären. Bei der inzwischen veränderten Familiensituation mit vielen alleinerziehenden Müttern fehle sonst häufig eine männliche Bezugsperson, an der sich Kinder orientieren könnten, erklärt Jürgen Schwochow das Problem. Der Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz bringt die vielerorts übliche Situation auf den Punkt: "Keinen Papa zu Hause, keine Männer im Kindergarten - da ist der Hausmeister in der Grundschule manchmal der erste Mann, den manche Kinder kennenlernen."

Kein Feminismus gegen die Männer

Neben der Qualität hat die Bundesfamilienministerin aber offenbar noch andere Aspekte im Auge. Schröder will insgesamt eine Abkehr von der klassischen Gleichstellungspolitik. Diese dürfe nicht mehr einseitig auf Frauen und Mädchen ausgerichtet sein. Vielmehr müssten Jungen aus bildungsfernen Schichten stärker gefördert werden. "Ich konnte nie etwas mit einem Feminismus anfangen, der sich in Gegnerschaft zu den Männern begriff. Der war immer schon problematisch, aber auf jeden Fall sind dessen Zeiten vorbei", sagte Schröder.

Falsches Manager-Leitbild macht es Frauen schwer

Schröder betonte, dass staatliche Programme allein nicht ausreichen würden. Sie habe "keinen großen Glauben an die Allmacht des Staates in der Gleichstellungspolitik". Der Mangel an Frauen in Spitzenjobs liege auch an einer falschen Unternehmenskultur, am Leitbild des Managers mit mindestens 60 Wochenstunden, der gar keinen Raum für familiäre Verpflichtungen habe.

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