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Kristina Schröder im Schlagabtausch in SWR-Talkshow zur Integration

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Integration  

Deutschenfeindlichkeit: Rassismus oder nur ein Ausrutscher?

23.11.2010, 10:25 Uhr | ots

Kristina Schröder im Schlagabtausch in SWR-Talkshow zur Integration. Im SWR bekräftigte Schröder ihre Kritik an zunehmender Deutschenfeindlichkeit. (Bild: imago)

Im SWR bekräftigte Schröder ihre Kritik an zunehmender Deutschenfeindlichkeit. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Es ist erst wenige Wochen her, dass ganz Deutschland über Integrationsprobleme vieler vor allem muslimischer Migranten diskutiert hat. Inzwischen ist das Thema wieder etwas aus dem öffentlichen Fokus geraten. In der SWR-Talkshow "2+Leif" hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) nun ihre schon damals vorgetragene These von wachsender Deutschenfeindlichkeit unter jugendlichen Migranten bekräftigt. Für die Ministerin besteht kein Zweifel daran, dass es sich dabei um eine Form von Rassismus handelt. Ihre Gesprächspartnerin sah das völlig anders.

Schröder macht "gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen" bei Migranten aus

Die zunehmende Problematik des Mobbings gegenüber deutschstämmigen Mitschülern habe laut Schröder auch kulturelle Ursachen. "Das Kulturelle komplett zu leugnen, das ist einfach nur blind. Die Kultur, die Religion prägt auch den Menschen und da müssen wir offen darüber reden", forderte die Ministerin und fügte hinzu: "Kein Mensch bestreitet, dass sowohl Ausländerfeindlichkeit als auch Deutschenfeindlichkeit soziale Ursachen haben können. Wogegen ich mich wehre ist, dass das rein auf soziale Ursachen geschoben wird. Damit negieren wir jeglichen kulturellen Einfluss. Wir wissen zum Beispiel, dass wir bei männlichen muslimischen Jugendlichen eine erhöhte Zustimmung zu sogenannten gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen haben."

"Deutschenfeindlichkeit nur Ausrutscher, aber kein Rassismus"

Ihr Gegenüber, Publizistin und Journalistin Hilal Sezgin, sah das völlig anders. Die Deutsch-Türkin, die unter anderem für die "TAZ" und die "Frankfurter Rundschau" schreibt, kritisierte die Gleichstellung von sogenannter Deutschenfeindlichkeit mit Ausländerfeindlichkeit: "Der Begriff ist aufgeplustert. Natürlich beschimpfen sich Kinder mit allen möglichen blöden Sachen. So was wie 'Spasti' ist behindertenfeindlich, weil wir Benachteiligungen von Behinderten in dieser Gesellschaft haben. So was wie 'Kümmeltürke' ist ausländerfeindlich, weil es eine gesamte Struktur dafür gibt. Deutschenfeindlichkeit sind Ausrutscher, aber keine Art von Rassismus."

Wie kann Integration besser gelingen?

Schröder forderte von allen Seiten stärkere Anstrengungen zur Integration von Migranten: "Sanktionen sind manchmal richtig, weil sonst bestimmte Forderungen des Staates überhaupt nicht ernst genommen werden. Aber sie stehen für mich überhaupt nicht im Zentrum. Wir müssen auf der kulturellen Ebene überzeugen."

In diesem Zusammenhang verlangte Sezgin mehr Geld für Integrationsmaßnahmen: "Statt zu fordern, dass Leute ihre Kinder in die Kindergärten bringen, müssen wir genug Kindergartenplätze schaffen für alle, die sie hinbringen wollen. Statt zu fordern, dass alle Leute Integrationskurse in Deutschland besuchen, müssen wir endlich genug Integrationskursplätze anbieten für all die Leute, die es haben wollen. Es ist nicht so, dass wir im Moment ein Überangebot haben, das diese 'faulen Muslime' nicht nutzen. Wir haben ja gar nicht genug Plätze."

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