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Kindererziehung  

Elternliebe hat es nicht immer einfach

24.11.2010, 11:13 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Elternliebe hat es nicht immer einfach. Mutter mit Baby auf dem Schoß.

Die Persönlichkeit eines Kindes entwickelt sich von Geburt an. (Bild: imago)

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, zeigt sich bereits nach wenigen Stunden und Tagen, dass es sich hier um ein eigenständiges kleines Persönchen handelt. Geprägt von Umwelt und Erziehung entwickelt sich von Anfang an eine Persönlichkeit und nicht immer gelingt es Eltern, das eigene Kind so anzunehmen und zu akzeptieren, wie es ist.

Manchmal schleichen sich negative Gefühle an die Oberfläche

Eltern, die noch während einer Schwangerschaft davon erfahren haben, dass das eigene Kind fehlgebildet oder behindert ist, berichten häufig davon, dass sich ganz fies von hinten die Frage anschlich, ob man dieses Kind wirklich lieben, ob man es so annehmen könne, wie es ist. Erwartet man ein gesundes Wunschkind, dann stellt sich diese Frage offensichtlich erstmal nicht, zumindest nicht beim ersten Kind. Man ist sich sicher, man würde es immer lieben, mit all seinen Fehlern, mit all seinen Macken - doch weit gefehlt. Es gibt Momente, da verabschiedet sich die Elternliebe für kurze Zeit und macht Enttäuschung, Wut und im schlimmsten Fall sogar Verachtung Platz.

Zwischen Abneigung und Affenliebe gibt es viele Schattierungen

Kinder fordern im Laufe ihrer Entwicklung einiges von ihren Eltern. Die leichteren Übungen sind da stundenlanges, unerklärliches Babygeschrei mitten in der Nacht, Tage, an denen von früh bis spät getrotzt und krakeelt wird, Grundschulkinder, die sich so mit ihren Geschwistern streiten, dass die Wände wackeln und aufsässige Teenagern, die lautstark kundtun, wie spießig man sei. Schwieriger wird es, wenn die eigenen Kinder gewalttätig werden oder stehlen, wenn sie Drogen nehmen oder sich gar einer Gruppe anschließen, deren politische Gesinnung nicht gesellschaftsverträglich ist - es gibt zahlreiche Beispiele aus dem Erziehungsalltag, an denen nicht nur die Geduld, sondern auch die Liebe für einen Moment in den Hintergrund geraten kann und der Frust sich einen Platz im elterlichen Herzen verschafft.

Kinder müssen ihren eigenen Weg gehen - auch wenn es den Eltern nicht gefällt

Kinder haben durch ihr Verhalten einen Einfluss auf die Gefühle ihrer Eltern. Das ist es, was die Fachleute uns immer und immer wieder predigen: Nicht das Kind selbst ist es, das gerade die negativen Gefühle in uns auslöst, sondern dessen Verhalten. Und genau so sollen wir Eltern es ihnen auch mitteilen, damit das Kind nach wie vor sicher sein kann, dass es geliebt wird. Was jetzt nicht bedeutet, dass Kinder sich grundsätzlich so verhalten sollten, wie es die Eltern gerne hätten. Denn das käme einer Dressur und nicht einer Erziehung zu einem selbstständigen Menschen gleich.

Häufig wundert man sich übrigens, wie unterschiedlich Geschwister sein können. Erleben sie doch das gleiche Zuhause, die gleiche Erziehung, die gleichen Ausgangskriterien. Ein Grund, warum sich die Kinder oft trotzdem völlig unterschiedlich entwickeln, ist der, dass sie von Anfang an unterschiedlich waren und damit ihre Umgebung auch anders auf sie reagiert. Aber ein kleiner Trost für all jene, die gerade das zweite Kind erwarten: Sie werden auch dieses Kind lieben - jedes eben auf seine Art.

Negative Gedanken nicht tabuisieren

Letztendlich kann man die ganze Sache mit der Akzeptanz auch von der positiven Seite betrachten: Unsere Kinder fordern uns heraus, uns mit uns selbst und unseren Grenzen auseinanderzusetzen, Geduld zu lernen und das Einfühlen in andere immer und immer wieder zu üben. Und so manches Mal zeigen sie Charaktereigenschaften, die man entweder an anderen oder aber auch an sich selbst nicht mag und die einen auf die Palme bringen können. Doch wer versucht, die negativen Gefühle zu ignorieren oder sie gar zu tabuisieren, wer ihnen keinen Raum gibt und sich selbst damit die Möglichkeit nimmt, sich damit realistisch auseinanderzusetzen, der wird erleben, dass sie an anderer Stelle und dann oft unangemessen heftig, herausbrechen.

Ambivalente Gefühle gehören zur Liebe

Denn so oft man sich das auch vornehmen mag, so wird es niemandem gelingen, die eigenen Kinder immer und grundsätzlich nur mit grenzenloser Liebe, Achtung, Geduld und Güte zu behandeln. Es gibt einfach Momente, da würde man die lieben Kleinen am liebsten mit einer roten Schleife versehen und zum Verschenken vorne an die Straße stellen, so sauer ist man gerade. Auch, wenn man sich selbst bereits kurz danach für einen solchen Gedanken schämt und auch gar nicht mehr verstehen kann, wie es soweit überhaupt hat kommen können. Aber Liebe ist nun mal nichts statisches, ambivalente Gefühle gehören dazu. Manchmal hilft es, in dem Moment, in dem die negativen Gefühle überwiegen, sich aus der Situation zu nehmen und kurz einmal einen Blick in die nahe Zukunft zu werfen, um sich selbst klarzumachen, wie schön und harmonisch alles wieder sein wird, wenn auch dieser Streit, diese Konfliktsituation überstanden ist.

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