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Väter: Kinder hätten gerne mehr von ihren Vätern

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Väter  

Gestresste Väter ohne Zeit

20.12.2010, 11:35 Uhr | rw, t-online.de, PR

Väter: Kinder hätten gerne mehr von ihren Vätern. Väter haben berufsbedingt oft keine Zeit für ihre Kinder. (Bild: Archiv)

Väter haben berufsbedingt oft keine Zeit für ihre Kinder. (Bild: Archiv) (Quelle: t-online.de)

Väter sind laut einer aktuellen Studie oft zu gestresst zum Spielen. Müdigkeit und Erholungsbedürfnis sind nach ihrer Arbeit der zweithäufigste Grund dafür, dass Väter nicht mit ihren Kindern spielen. Doch gerade die Väter von Jungen bräuchten eigentlich besonders viel Energie, wenn sie nach Hause kommen, denn ihre Söhne sehnen sich nach Aktivitäten mit ihrem männlichen Vorbild. Sie wollen mit Papa unterwegs sein, herumtoben, Sport treiben oder spielen.

Väter: Vor allem Jungen brauchen Zeit mit ihren männlichen Vorbildern

Für die Studie im Auftrag des Spielwarenherstellers Tomy hat das auf Kinder und Familien spezialisierte Marktforschungsinstitut "iconkids & youth" 724 Kinder befragt, was sie am liebsten mit ihren Vätern unternehmen. Die Umfrage zeigt, dass Kinder sich von ihren Vätern in erster Linie Zeit und Energie für gemeinsame Aktivitäten wünschen. Und diese müssen nicht unbedingt Geld kosten. Gerade Jungen sehnen sich vor allem nach Action. Sie wollen etwas mit ihrem männlichen Vorbild unternehmen, mit ihm toben, raufen oder Fußball spielen.

Die Tabelle zeigt, was Kinder am liebsten mit ihren Vätern unternehmen:

Aktivitäten*

Jungen

Mädchen

Gesamt

Ausflüge

36,6 %

33,7 %

35,2 %

Fußball spielen / toben

53,0 %

7,3 %

31,5 %

schwimmen / baden gehen

25,6 %

34,6 %

29,8 %

drinnen spielen (m. Spielzeug)

27,2 %

27,3 %

27,2 %

gemeinsam fernsehen / Kinobesuche

24,0 %

23,8 %

23,9 %

draußen spielen (Garten, Spielplatz)

23,0 %

20,8 %

22,0 %

Puzzles, Karten- und Gesellschaftsspiele

12,0 %

28,7 %

19,9 %

gemeinsam am Computer oder an der Konsole spielen

20,6 %

14,4 %

17,7 %

gemeinsam radfahren, wandern, spazieren gehen

11,2 %

17,3 %

14,1 %

basteln, handwerken, bauen oder malen

13,6 %

14,1 %

13,8 %

reden, sich unterhalten

7,6 %

10,6 %

9,0 %

zusammen Essen kochen oder backen

3,7 %

12,9 %

8,0 %

zusammen etwas lesen oder vorgelesen bekommen

2,3 %

7,9 %

5,0 %

sonstiges

0,0 %

0,9 %

0,4 %

habe keinen Vater oder männliche Bezugsperson

8,1 %

11,4 %

9,7 %

* jedes befragte Kind konnte von der Liste drei Aktivitäten auswählen

Zeit und Energie der Väter ist wichtiger als Geld

Die Umfrage macht deutlich, dass es vielen Kindern deutlich wichtiger ist, dass ihre Väter Zeit und Energie für sie haben, als dass viel Geld für Unternehmungen zur Verfügung steht. Einige der beliebtesten Aktivitäten sind ausgesprochen kostengünstig oder kosten gar nichts, wie Fußballspielen und Toben - mit 53 Prozent Spitzenreiter aller Nennungen bei Jungen - oder Spielen im Garten und Spielplatzbesuche. Knapp ein Viertel der befragten Kinder (22 Prozent) wünscht sich hier den Papa an seine Seite.

Warum die Väter häufig keine Zeit haben

Im Prinzip wünschen sich auch die Väter mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Nachwuchs. In einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Frühjahr dieses Jahres, gaben sage und schreibe 97 Prozent aller Väter an, sie würden gern mehr mit ihren Kindern gemeinsam unternehmen. Warum es mit den gemeinsamen Aktivitäten trotzdem oft nicht klappt, zeigt der zweite Teil der aktuellen Tomy-Umfrage. Ohne Antwortvorgaben zu bekommen, wurden die Kinder gefragt, warum ihre Väter nicht immer Zeit für die von ihnen gewünschten Aktivitäten hätten. Das sind die Gründe, warum Väter keine Zeit für gemeinsame Aktivitäten haben:

Warum haben die Väter keine Zeit?*

Jungen

Mädchen

Gesamt

Vater muss arbeiten

76,2 %

73,6 %

75,0 %

Vater will sich lieber ausruhen / erholen

31,9 %

37,2 %

34,4 %

Vater will lieber etwas anderes in Haus,
Garten, Hof oder Garage machen

23,5 %

19,9 %

21,8 %

Vater will lieber Zeitung / Buch lesen

18,0 %

18,5 %

18,2 %

Vater will lieber fernsehen

18,5 %

16,4 %

17,5 %

Vater trifft sich lieber mit anderen Erwachsenen /
geht zu seinem Verein

15,7 %

13,2 %

14,5 %

Vater will lieber etwas an Computer / Internet machen

13,8 %

12,3 %

13,1 %

Vater macht lieber Sport

10,4 %

11,1 %

10,8 %

Sonstiges

1,8 %

0,6 %

1,2 %

Habe keinen Vater / männliche Bezugsperson

8,1 %

11,4 %

9,7 %

* Mehrfachnennungen möglich

Arbeit hindert Väter, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen

Aus Sicht der Kinder ist es also vor allem die Arbeit der Väter und die damit verbundene Müdigkeit und Erschöpftheit, die einer gemeinsam verbrachten Zeit im Wege stehen. Die Väter selbst stecken hier in einer Zwickmühle: Noch immer bestimmt sich das Rollenbild eines Mannes ganz wesentlich durch seine Position als Ernährer. Auch die Bereitschaft in Unternehmen und Betrieben, Vätern in großem Stil Teilzeitmodelle anzubieten, hält sich in Grenzen. "Teilzeit-Stellen oder eine Reduzierung der Arbeitszeit um zehn oder 20 Prozent sind in vielen Berufen noch ein Novum und erfordern viele Verhandlungen", weiß auch Familiensoziologin Diana Baumgarten.

Die Expertin für Väterforschung fordert einen politischen und gesellschaftlichen Wandel im Denken. Neben flexibleren Arbeitszeiten, Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit und mehr Krippenplätzen gehöre dazu auch ein Umdenken in den Unternehmen: Für Männer müsse es zum Beispiel normal werden, in ihrer Karriere ein paar Jahre lang reduziert arbeiten zu können, ohne damit gleich die ganze Karriere aufs Spiel zu setzen, so Baumgarten.

Auch Unternehmungen mit Kindern können für Väter entspannend sein

Doch bis es soweit ist, sollten die Papas sich nicht nur auf die Ausrede Arbeitsstress zurückziehen. Ihre Kinder, vor allem die Söhne, brauchen ihr männliches Vorbild. Wer sich darauf einlässt und sich die Zeit nimmt, hat auch viel zu gewinnen: Denn auch die Zeit mit den eigenen Kindern, kann ein hervorragender Ausgleich sein. Es hängt in hohem Maße von der eigenen inneren Haltung ab, ob man das Fußballspiel mit dem Nachwuchs als zusätzliche Belastung oder als eine sehr konstruktive Methode zur Entschleunigung empfindet, bei der viel vom aufgestauten Stress und Druck von einem abfällt.

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